Mitsubishi Outlander Hybrid – Laden ist Pflicht

Mitsubishi Outlander Neuwagen Foto: © D. Stanka                      

Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid – Laden ist PflichtEin Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Mitsubishi ist Erster. Solch eine Aussage hat man von dem japanischen Konzern, der ja nicht nur Automobile baut, in den letzten Jahren selten gelesen.

Mit dem Outlander in der Plug-in-Hybrid-Version hat Mitsubishi jedoch das Näschen weit vorne. Angekündigt, und von uns bereits als Prototyp gefahren, ist zwar der BMW X5 als Plug-in, auf dem Markt ist der Outlander aber bereits jetzt. Wir haben den Allradler mit den drei Herzen einige Tage im Alltag getestet. Mit gemischten Gefühlen und interessanten Erfahrungen.  

Form und Funktion

Mitsubishi hat mit dem Outlander ein nutzwertiges Automobil gebaut. In den beiden konventionell mit Benzin und Diesel angebotenen können bis zu sieben Passagiere transportiert werden. Obwohl der Plug-in-Hybrid durch Batterie und zusätzlichem Elektromotor an der Hinterachse keinerlei Einschränkungen im Ladevolumen aufweist, wurde auf eine dritte Sitzreihe verzichtet. Daraus resultierend 463 - 1.472 Liter Stauraum zur Verfügung. Die hinteren Sitzplätze lassen sich in der Neigung verstellen und trotz der schmal wirkenden Karosse ist genügend Freiraum in der Breite vorhanden. Mit all diesen Vorteilen ist der Outlander ein praktisches und großzügiges Fahrzeug, das vielen Ansprüchen für Familie, Hobby und Beruf gerecht wird.Mitsubishi Outlander Neuwagen Foto: © D. Stanka  

Fahrverhalten

Drei Motoren, vorne ein 2-Liter-Benziner mit 89 kW (121 PS) und ein E-Motor mit 60 kW (82 PS) sowie der hintere E-Motor mit identischer Leistung, beschleunigen den permanent allradangetriebenen Outlander bis zu der bei 170 km/h abgeregelten Höchstgeschwindigkeit. Rein elektrisch beträgt die Spitzengeschwindigkeit 120 km/h. In der Praxis ist die rein elektrische Höchstgeschwindigkeit selbst für Autobahnen im urbanen Umfeld ausreichend, da diese meist mit Geschwindigkeitsbegrenzungen versehen sind. Auf unseren Testfahrten im Raum München sind wir mit einer vollgeladenen Batterie die knapp 40 km rein elektrisch aus der Stadt hinaus zum Flughafen gefahren. Mit viel Glück ergatterten wir einen der vier (!) Stellplätze mit Stromanschluss und konnten so abends auch wieder rein elektrisch zurücksummen. Selbstdisziplin muss aber an erster Stelle stehen, wenn ausschließlich die Batterie als Energiequelle genutzt werden soll. Die von Mitsubishi angegebene Reichweite von 52 km im Batteriebetrieb haben wir trotz vorausschauender Fahrweise und entsprechender Energierückgewinnung durch Rekuperation nicht erreicht. Ebenso sind die 1,9 Liter Durchschnittsverbrauch auf 100 km ein theoretischer Wert. Im Alltag ist ein Plug-in-Hybrid nur dann wirklich sinnvoll nutzbar, wenn er so oft als möglich mittels einer externen Stromquelle beladen wird.Mitsubishi Outlander Neuwagen Foto: © D. Stanka Abends zuhause, tagsüber im Büro oder an öffentlichen Ladestationen. Ein ebenfalls entscheidendes Kriterium ist die tagtäglich zurückzulegende Fahrstrecke. Liegt diese höchstens um die 40 km einfach, liegt die Erwägung nahe, solch eine Antriebsalternative zu wählen. Sitzt der Gasfuß allerdings locker und sind die täglichen Strecken länger, ist ein konventioneller Antrieb zu bevorzugen. Der am Beispiel des 150 PS starken Outlander mit Dieselantrieb zudem in der Summe mindestens 6.000 Euro günstiger ist. Denn der knapp 1,9 Tonnen schwere Plug-in Outlander ist ein echter Schluckspecht, wenn ihm auf der Autobahn die Sporen gegeben werden. Auf Anschlag fahren, also die 170 km/h knacken, erzeugen einen unglaublichen Durst, den der Outlander mit problemlos 12 Litern auf 100 km quittiert. Sparen? Fehlanzeige. Umdenken ist angesagt, wenn man das erste Mal mit einem Plug-in-Outlander unterwegs ist. Mit den drei Fahrmodi lässt sich der Outlander je nach Bedarf optimal und effizient bewegen. Mit dem EV Drive mode treiben die beiden Elektromotoren die Vorder- und Hinterachse an. Im Series Hybrid Mode lädt der Benzinmotor die Batterie auf und steht gleichzeitig für höhere Leistungsanforderungen, wie beispielsweise einem Überholvorgang zur Verfügung. Wird permanent eine hohe Leistung benötigt, aktiviert die Systemsteuerung den Parallel Hybrid Mode. Dieser treibt den Outlander über die Vorderachse an. Zusätzlich unterstützen die beiden Elektromotoren bei Bedarf über den Antrieb der Vorder- und Hinterachse die Fahrt. Ist genügend Batteriekapazität vorhanden und wird die Geschwindigkeit wird auf 120 km/h oder weniger reduziert, wird automatisch der reine Elektromodus aktiviert.Mitsubishi Outlander Neuwagen Foto: © D. Stanka  

Zu Deinem Neuwagen

Ausstattung

Green Mobility nennt Mitsubishi das Programm mit Elektrofahrzeugen wie den i-MiEV und den weltweit ersten Serien-SUV Outlander. Weitere Modelle sind geplant und mit dem Outlander hat der japanische Konzern eine im Vergleich mit den wenigen Mitbewerbern durchaus preiswerte Alternative im Angebot. 39.990 Euro ruft Mitsubishi für die Grundversion auf. Diese wartet mit einer umfangreichen Ausstattung auf, die unter anderem die elektronische Stabilitäts- und Traktionskontrolle, einen schlüssellosen Zugang, 7 Airbags, die Berganfahrhilfe, 18 Zoll große Leichtmetallfelgen, eine Zweizonen-Klimaautomatik, Licht- und Regensensor sowie einen Audio-Anlage mit Radio, CD, MP3, Bluetooth und USB-Schnittstelle enthält. Die beiden noch besser ausgestatteten Outlander Plus und Top sind für 44.990 bwz. 49.990 Euro erhältlich.  

Fazit

Um der Green Mobility wirklich die Krone des emissionsfreien Fahrens aufzusetzen, muss an der Steckdose Strom aus regenerativer Energie verwendet werden. Zudem ist es notwendig, den Outlander immer wieder aufzuladen. Das geschieht im Regelfall mit dem klassischen Haushaltsstrom, bei der ein kompletter Aufladevorgang in gut fünf Stunden erledigt ist. Ab Ende des Jahres bietet Mitsubishi die Power-Box an, mit der zuhause über eine Photovoltaik-Anlage produzierter Strom direkt in die Batterie des Outlander eingespeist werden kann. Spätestens dann ist das Gewissen rein und grün.Mitsubishi Outlander Neuwagen Foto: © D. Stanka  

Technische Daten: Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid

Motor: Vierzylinder-Benziner + 2 Elektromotoren Getriebe: Zweistufige Automatik für Benziner Hubraum: 1.395 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 89 kW (121 PS)/5.000 – 6.000 Leistung in kW/PS je E-Motor: 60 kW (82 PS) Systemleistung in kW/PS: 149 kW (204 PS) Systemdrehmoment: 332 Nm Max. Drehmoment: 190 Nm bei 4.500 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.655/1.800/1.680 in mm Radstand: 2.670 in mm Leergewicht: 1.885 kg Zul. Gesamtgewicht: 2.310 kg Kofferraumvolumen: 463 – 1.472 l Bereifung: 225/55 R 18 Felgen: 7,5 x 18″ Beschleunigung: 9,9 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h (abgeregelt) Tankinhalt: 50 l Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 1,9 l auf 100 km bzw. 13,4 kWh/100 km Preis: 39.990 Euro inkl. MwSt. Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München  




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