Volkswagen e-Golf - Spannendes aus Wolfsburg

VW e-Golf Neuwagen  Foto: © D. Stanka                           

Volkswagen e-Golf - Spannendes aus Wolfsburg

Von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Es wurde aber auch Zeit. Volkswagen hat sich davon reichlich viel gelassen, bedenkt man andere Hersteller, die schon längst mit Elektroautos mobil gemacht haben.

Manchmal will gut Ding auch Weile haben. So ist mit dem Volkswagen e-Golf ein echt guter Wurf gelungen. Ein Golf mit Top-Ausstattung, der zwar teuer (34.900 Euro), aber auch verdammt gut ausgestattet ist. So kostet er gegenüber einem ähnlich hochwertigen Diesel gerade einmal 3.000 Euro mehr und gegenüber einem Benziner 5.000 Euro. Ein durchaus adäquater Elektrozuschlag.

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VW e-Golf Neuwagen

Foto: © D. Stanka                 

Form und Funktion

Ein Golf ist ein Golf ist ein Golf. Dies gilt für den e-Golf gleichermaßen. Die innere Größe ist unverändert, da bei der Entwicklung der Modularen Querplattform MQB der Einsatz als Elektromobil im Lastenheft stand. So  ist der E-Motor unter der Motorhaube zu finden. Antriebsstrang und Batterie sind im Wagenboden angebracht und nehmen keinerlei Stauflächen weg. Innen- und Kofferraum sind gleich groß wie bei allen anderen viertürigen Golf-Varianten.

VW e-Golf Neuwagen

Foto: © D. Stanka                 

Vier Türen sind zudem das Maß der Dinge, da es den e-Golf nur in dieser Konfiguration gibt. Ansonsten zeigt sich der e-Golf mit einem schwarz lackierten und geschlossenen Kühlergrill. Ein blauer Streifen zieht sich von Scheinwerfer zu Scheinwerfer durch den Grill und ist ein weiteres optisches Merkmal dieses Fahrzeugs. Hervorstechend sind das c-förmige LED-Tagfahrlicht und die ebenfalls (erstmals beim Golf) mit LED bestückten Leuchteinheiten. Die Erkennbarkeit wird durch die Schriftzüge "e-Golf" am Grill und den vorderen Kotflügeln sowie das blau hinterlegte VW-Logo vorne wie hinten deutlich erhöht.

Fahrverhalten

Jedem Elektrofahrzeug ist es gemein, dass es unglaublich schnell aus den Puschen kommt. Das Drehmoment, im Falle des e-Golf 270 Nm, liegt ja sofort an und lässt den Stromer innerhalb von 4,2 Sekunden von 0 auf 60 km/h flitzen. Dieser Wert ist insofern von Belang, da er in den urbanen und suburbanen Einsatzgebieten wesentlich ist. Der klassisch betrachtete Beschleunigungswert aus dem Stand auf 100 km/h wird mit 10,4 Sekunden angegeben, die Höchstgeschwindigkeit mit 140 km/h.

VW e-Golf Neuwagen Foto: © R. Deisenhofer      

Nach dem Starten, konventionell mit Schlüssel in der Lenksäule, ist, wie immer bei einem batteriebetriebenen Automobil, nichts zu hören. Da hilft es nur, mutig den Ganghebel auf D zu legen und einfach loszudüsen. Ganz nach dem NDW-Hit mit der Liedzeile "Und ich düse düse im Sauseschritt". Ausprobiert haben wir die lustige Sause auf dem Vorfeld des Flughafens Tempelhof in Berlin sowie den dichtbefahrenen Straßen der deutschen Hauptstadt.

Immer im Auge die Reichweite, die Volkswagen im besten Falle mit 190 km angibt. Was die Realität tatsächlich liefert, werden wir zu gegebener Zeit in einem 14-tägigen Testzyklus herausfinden. Tatsache ist, wenn man Verkehrsstatistikern glauben möchte, dass Pendler im Schnitt täglich 40 km zurücklegen. Diese Distanz ist mit dem e-Golf locker zu bewerkstelligen.

VW e-Golf Neuwagen Foto: © R. Deisenhofer      

Schließlich stehen für eine effiziente Fahrweise drei Programme zur Wahl, die Reichweitenfördernd sein können. Normal, Eco und Eco+ nennen sich die Modi, die von vier Rekuperationsstufen (D1, D2, D3 und B) ergänzt werden. Gestartet wird der e-Golf immer im normalen Modus. Soll die Reichweite erhöht werden, empfiehlt sich als erstes ein Wechsel in Eco. In diesem Fall wird die Höchstleistung von 85 kW auf 70 kW reduziert und das Anfahrdrehmoment auf 220 Nm reduziert.

Zusätzlich verringert sich die Leistung der Klimaautomatik und über die Fahrpedalkennlinie wird die Höchstgeschwindigkeit auf 115 km/h heruntergefahren. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wird dann in 13,1 Sekunden absolviert. Noch mehr Reichweite verspricht der Eco+-Modus, indem die Leistungen auf 55 kW bzw. 175 Nm fallen.

Gleichzeitig wird die Fahrpedalkennlinie noch flacher und die Klimaanlage deaktiviert. Außerdem ist er nur noch 90 km/h schnell und die Beschleunigungswerte verschlechtern sich entsprechend. Ist aber ein schnelles Fahrmanöver vonnöten, kann mit einem Kickdown sofort die volle Leistung reaktiviert werden.

VW e-Golf Neuwagen Foto: © R. Deisenhofer      

Für die Rekuperation, die Zurückgewinnung von Batterieleistung, stehen vier Stufen parat. In "D" erfolgt keine Rekuperation, in D1, 2 und 3 ansteigend immer mehr. Für die Aktivierung oder auch Deaktivierung muss nur der Schaltknauf nach links bzw. rechts gedrückt werden.

Da ab D2 die Verzögerung so stark ist, dass der nachfolgende Verkehr ungebremst in den e-Golf knallen würde, werden die Bremslichter aktiviert. Eine sinnvolle Maßnahme, ohne die Unfälle am laufenden Band vorprogrammiert wären. In der Praxis sind D2 oder D3 oder sogar B, mit Eingriff in die Bremswirkung, beispielsweise bei Bergabfahrten nützlich. Man spart sich das Bremsen und verzögert entsprechend dem Gefälle immer optimal.

Ausstattung

Der e-Golf ist einem konventionell angetriebenen Golf in der hochwertigsten Ausstattung Highline mehr als gleichgestellt. On Top ist im Elektro-Golf unter anderem das Radio-Navigationssystem Discover Pro vorhanden. Das normalerweise 2.315 Euro System enthält unter anderem 8 Lautsprecher, ein DVD-Laufwerk und 2 SD-Kartenschächte, eine Mobiltelefon-Schnittstelle, einen 8 Zoll großen Touchscreen, Sprachbedienung, eine USB-Schnittstelle und eine Multimediabuchse.

Wieder mit Strom versorgt wird der e-Golf mit einem klassischen Ladekabel, das in jede herkömmliche 230-V-Steckdose passt. Neben diesem serienmäßig beiliegenden Kabel besteht die Möglichkeit, eine Wallbox aus dem Zubehörhandel für rund 800 Euro zu kaufen, die dann in der Garage montiert wird. Ebenso aufpreispflichtig sind die CCS-Ladedose (590 Euro) und das dazugehörige Kabel (140 Euro), damit man seinen e-Golf auch mal schneller wieder aufladen kann. In 30 Minuten soll dann die aus 264 Zellen bestehende Batterie bei einer Kapazität von 80 Prozent sein.

VW e-Golf Neuwagen

Foto: © R. Deisenhofer                

Ein wesentlicher Faktor, sich zum Kauf eines Elektroautomobils durchzuringen, ist die eingeschränkte Reichweite. Volkswagen macht es den Interessenten leichter, da für die ersten drei Jahre der Nutzung als Neuwagen, per anno für insgesamt 30 Tage ein konventionell angetriebenes Fahrzeug kostenlos verfügbar ist. Mit diesem kann die ganze Familie in den Urlaub fahren oder auch mal ein Umzug oder der Großeinkauf bewältigt werden.

Fazit

Der Golf mit elektrischem Antrieb ist nicht neu. Das Citystromer genannte Fahrzeug wurde bereits als Golf I, II und III gebaut. In kleinsten Stückzahlen und nur für spezielle Kunden aus der Energieversorgungsindustrie. Der e-Golf ist für alle da und das gerade zum richtigen Zeitpunkt für die Wolfsburger. Schließlich will man sich ja nicht die ganze Wurst vom Brot klauen lassen.

VW e-Golf Neuwagen

Foto: © D. Stanka                 

Technische Daten: Volkswagen e-Golf

Motor: Elektromotor

Getriebe: Einstufen-Automatik


Leistung in kW/PS bei xy U/min: 85 kW (115 PS)

Max. Drehmoment: 270 Nm

Länge/Breite/Höhe: 4.254/1.799/1.453 in mm


Radstand: 2.632 in mm

Leergewicht: 1.585 kg


Zul. Gesamtgewicht: 1.960 kg


Kofferrauminhalt: 343 – 1.233 l

Bereifung: 205/55 R 16

Felgen: 6,5 x 16″ aus Leichtmetall


Beschleunigung: 10,4 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h

Nennkapazität: 24,2 kWh

Reichweite praxisnah: 130 – 190 km

Preis: 34.900 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München




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