Peugeot RCZ 2.0 l HDi – Eine echte Schönheit

 Peugeot RCZ Neuwagen Foto: D. Stanka    

Peugeot RCZ 2.0 l HDi – Eine echte Schönheit

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Es mag nicht verwundern, dass der Peugeot RCZ ein äußerst erfolgreiches Automobil ist. Der stilvolle Mix aus Dynamik und Eleganz hob das im Frühjahr 2010 eingeführte Coupé  laut dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) in der Kategorie der Import-Sportwagen seit Anbeginn seines Daseins auf Platz 1 der Zulassungsstatistik.

In der Summe wurden bis Mitte Februar 2013 50.000 bei Magna Steyr im österreichischen Graz gefertigt. Mit einem neuen Gesicht strahlt der Peugeot RCZ seit März dieses Jahres die Umwelt an. Wesentlich angenehmer und fast schon mit einem Lächeln.

Zu Deinem Neuwagen

Form und Funktion

Ein gerade einmal 1,36 m hohes Coupé sollte bauartbedingt unpraktisch sein. Nicht so der Peugeot RCZ. Das ein- und aussteigen funktioniert trotz niedriger Dachkante bequem. Ähnlich wie bei einem 911er Porsche sind hinten zwei Notsitze eingebaut, die kurze Mitfahrten in dem 2+2-Sitzer ermöglichen. Nahezu riesig der Kofferraum, der mit einem Fassungsvermögen von 321 Litern auch längere Reisen erlaubt. Zudem lassen sich die hinteren Sitzlehnen umklappen, was das Volumen auf 639 Liter erweitert.

Peugeot RCZ Neuwagen Foto: D. Stanka 

Neben diesen rein pragmatischen Betrachtungen muss zwingend das Gesamtdesign in den Fokus gestellt werden. Vor allem die Dachlinie mit der Doppelwölbung, das mit der 1.500 Euro teuren Carbonbeschichtung und den dazu passenden champagnerfarbenen Dachbögen für 250 Euro besonders zur Geltung kommt, verdient Beachtung.

Fahrverhalten

Der 2-Liter-Diesel mit 120 kW (163 PS) ist von unten raus ein echtes Kraftpaket. Leider so kräftig, dass bei etwas rutschigem Untergrund die Traktion beim Teufel ist. Eine mechanische oder zur Not auch eine elektronische Sperre würden dieses Manko aufheben. Ansonsten ist das Fahrverhalten in Ordnung, wenn auch ein leichtes Stuckern auf welligen Fahrbahnen zu Rüttelbewegungen bei den Passagieren führt.

Dieser Umstand scheint seltsam, hat doch der Peugeot RCZ einen Radstand von mehr als 2,60 m. Schnelle Kurven sind dagegen sportlich zu nehmen, es sei denn, die Straße ist schlüpfrig. Dann tendiert der RCZ bei zu viel Übermut zum Schieben über die Vorderachse.

Überzeugend der Verbrauch des Dieselsportlers. Um die 6 Liter konsumierte der RCZ während unserer Testphase. Darin enthalten ein praxisnaher Mix aus Stadtverkehr, zügiger Bewegung auf der Autobahn und beherzte Kurvenräubereien auf Landstraßen. Peugeot beziffert den Schnitt auf 5,3 Liter, bei zurückhaltender Fahrweise locker erreichbar.

31.100 Euro verlangt Peugeot für den 2-Liter-Diesel. Genauso viel kostet der 1,6-Liter Benziner 200 THP mit 147 kW (200 PS). Der Benziner weist auf dem Papier die besseren Werte bei der Höchstgeschwindigkeit (235 vs. 225 km/h) und der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h aus (7,5 vs. 8,7 sec.). Gefühlt ist der Bums beim Selbstzünder jedoch beim Beschleunigen wegen des höheren Drehmoments (340 vs. 275 Nm) deutlicher spürbar. Zudem zeigt sich der Diesel beim Konsum des teuren Treibstoffs zurückhaltender.

Peugeot RCZ Neuwagen Foto: D. Stanka

Ausstattung

In einem schicken Automobil darf es nicht an Serienausstattung fehlen. Außerdem müssen Optionen, die dem RCZ ein bisschen Luxus einzuhauchen, vorhanden sein. Der Mix ist Peugeot gut gelungen. Sämtliche sicherheitsrelevanten Systeme wie ABS und ESP + Berganfahrhilfe sowie vier Airbags müssten gar nicht erwähnt werden. Lobenswert ist die Peugeot Connect Box, die durch eine integrierte europäische SIM-Karte und ein GPS-Modul in einem Notfall für schnelle Hilfe sorgt.

Dazu kommen 18 Zoll große Leichtmetallfelgen, die gegen 200 Euro Aufpreis in zwei unterschiedlichen Grautönen lackiert, bestellt werden können. 19-Zöller kosten im puren Alu 500, lackiert 700 Euro. Der Innenraum kann mit vier verschiedenen Lederkombinationen aufgewertet werden. Die Kosten dafür liegen zwischen 800 (Stoff-Leder-Kombi der Sitze) und 3.250 Euro (Volllederpaket inkl. Armaturentafel, Oberteil der Türverkleidung und Schalthebeleinfassung).

Selbstverständlich wohl auch die Zweizonen-Klimaautomatik, die elektrischen Fensterheber und sogar Bluetooth. Genügt die serienmäßige Audioanlage nicht den Ansprüchen verwöhnter Ohren, sollte das JBL-Soundsystem mit 10-Kanal-Verstärker und 240 Watt geordert werden. Der Weg lässt sich entweder mit dem 850 Euro kostenden Navigationssystem WIP Nav Plus oder dem unter anderem über eine 30-GB-Festplatte verfügenden 1.990 Euro teuren WIP Com 3D anzeigen.

Fazit

Die deutliche Überarbeitung der Frontpartie war überfällig. Die weit nach vorne gezogenen Schnauzen der einstigen Peugeot-Modelle waren weder sinnvoll noch hübsch. So geglättet und mit der entsprechend hinzugewonnenen Verarbeitungsqualität wird der Peugeot RCZ den Einheitsbrei auf den Straßen weiterhin wohltuend auflockern. Noch mehr Freude kommt im nächsten Jahr auf, wenn der RZC R mit 270 PS die Modellpalette hin zu mehr Rennsportfeeling erweitert. Dann aber hoffentlich auch mit einer guten Sperre versehen.

Peugeot RCZ Neuwagen Foto: D. Stanka

Technische Daten: Peugeot RCZ 2.0 HDi FAP 160

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum: 1.997 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 120 kW (163 PS)/3.750

Max. Drehmoment: 340 Nm bei 2.000 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 4.287/1.845/1.362 in mm

Radstand: 2.612 in mm

Leergewicht: 1.486 kg

Zul. Gesamtgewicht: 1.825 kg

Kofferrauminhalt: 321 - 639 l

Bereifung: 235/45 R18

Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall

Beschleunigung: 8,7 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h

Tankinhalt: 50 l

Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 5,3 l auf 100 km

Preis: 31.100 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München




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