25 Jahre Audi China - Reifeprozess

25 Jahre Audi China

Foto: D. Stanka                             

25 Jahre Audi in China - Ein gemeinsamer Reifeprozess

Von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Man mag es mit Paulchen Panther halten, der in jedem Intro die Frage "Wer hat an der Uhr gedreht, ist es wirklich schon so spät?" gestellt hat. Die 25 Jahre, in denen Audi in China Automobile nicht nur verkauft, sondern auch mit dem gemeinsamen Partner First Automotive Works (FAW) in Changchun produziert, sind tatsächlich im Flug vergangen.

25 Jahre Audi China Foto: D. Stanka Begonnen hat diese fruchtbare Kooperation mit dem Audi 100. Heute laufen der Audi A6 L, der Audi A4 L, der Audi Q3 und der Audi Q5 in dem Werk in Changchun vom Band. Der Festakt zum 25-jährigen Jubiläum fand mit 1.800 Gästen aus Politik und Wirtschaft in Foshan am 25. Juli 2013 statt. Rupert Stadler, Vorsitzender des Vorstands der Audi AG, betonte in seiner Rede den großen Erfolg des Unternehmens. Allein in den letzten drei Jahren verkaufte Audi eine Million Autos. So viel, wie in den ersten 22 Jahren des Bestehens.25 Jahre Audi China Foto: D. Stanka Davon allein mehr als 400.000 Einheiten in 2012 und auch in diesem Jahr dürfte dieser Rekord gebrochen werden. Damit der Absatz entsprechend forciert wird, öffnet im Schnitt jede Woche ein neuer Händlerbetrieb. Im Moment ist Audi in 135 Städten mit 300 Handelsbetrieben vertreten. Ende 2013 soll die Zahl auf 400 ansteigen und 2020 rechnet Rupert Stadler mit mehr als 700 Audi-Händlern im Reich der Mitte. Ein besonderes Highlight der Audi-Präsenz in China ist die Audi City Peking. Am Oriental Plaza im Bereich eines Luxus-Einkaufszentrums und Fünf-Sterne-Hotels ist die Zukunft des Automobilkaufs eingezogen. Im zweistöckigen Showroom mit virtuellen Powerwalls können die Kunden ihr Wunschfahrzeug konfigurieren und es bis ins kleinste Detail betrachten. Neben einigen realen Fahrzeugen ist die virtuelle Welt der optimale Einstieg für technikverliebte Menschen, was auch die hohe Resonanz an Bestellungen bei den 19 in Peking angeschlossenen Handelsbetrieben beweist.25 Jahre Audi China Foto: D. Stanka Bei einem Besuch des Audi-Händlers Huanyuhengtong in Peking wird klar, dass der Auftritt der Marke mit den vier Ringen weltweit einheitlich ist. In einigen Dingen unterscheidet sich ein chinesischer Audi-Betrieb dennoch von einem deutschen oder amerikanischen. So wird dem Audi-Kunden beispielsweise ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht. Die Werkstatt ist möglichst offen gestaltet, daher kann der Besitzer eines Audis durch eine große Glasfläche von der Wartelounge während der Wartung oder Reparatur seines Audis die Fortschritte beobachten.25 Jahre Audi China Foto: D. Stanka Für eine optimale Aus- und Fortbildung sämtlicher Mitarbeiter der Audi-Händler wurden bis dato fünf regionale Trainingscenter eingerichtet. Diese befinden sich in Changchun, Peking, Chengdu, Hangzhou und Donguan. Ähnlich der Absatzentwicklung nahmen in den letzten drei Jahren auch die Trainingstage pro Jahr zu. Eine Steigerung von 31.000 auf 82.000 im Sales-Bereich (+ 260 %) sowie eine Steigerung von 42.860 auf 103.000 (+ 250 %) im After-Sales-Bereich sind überzeugende Belege dafür.25 Jahre Audi China Foto: D. Stanka "Neben dem Absatz von Neuwagen gewinnt der Gebrauchtwagenmarkt in China immer mehr an Bedeutung“, erläutert Dr. Dietmar Voggenreiter, China Generalbevollmächtigter der Audi AG und Geschäftsführer von Audi China. "Wurden 2006 gerade einmal 1,9 Millionen gebrauchte Fahrzeuge in den Markt gebracht, waren es 2012 schon 4,8 Millionen." Der Anteil im Premiumsegment stieg in diesem Zeitraum von 3 auf 9 % und in Zahlen von 62.000 auf 443.000 Stück. Ähnlich wie in den gewachsenen Märkten in Europa oder den USA gibt es auch in China immer mehr Aufsteiger, die beispielsweise von einem A4 auf einen A6 wechseln und dann ihr altes Fahrzeug in Zahlung geben. Mit 40 eigenen Gebrauchtwagenzentren bei bestehenden Händlern sowie 240 Gebrauchtwagen-Vertragshändlern hat sich Audi auf diesem Wachstumsmarkt bereits jetzt ein großes Stück des Kuchens gesichert. Im Gegensatz zu großen Gebrauchtwagenzentren, wie dem Huaxiang Trading Market in Peking, gibt es bei einem Audi-Gebrauchtwagenhändler eine 10-Punkte-Garantie, die unter anderem eine professionelle Aufarbeitung des Fahrzeugs und eine landesweite 1-Jahres-Garantie bis 20.000 km einschließt. Da in einigen Metropolen des Landes, wie z.B. Peking und Shanghai, die Grenze des möglichen Wachstums durch Zulassungsrestriktionen praktisch erreicht ist, ist in den zentralen und westlich gelegenen Provinzen noch ein erheblicher Zuwachs möglich. Der Anteil von Fahrzeugen aus dem Premium-Segment in Zentral- und Westchina liegt teilweise deutlich unter 5 %, Tendenz deutlich steigend. In den rund 300 Stadtregionen von China mit mehr als 1 Million Einwohnern ist Audi erst in etwa der Hälfte vertreten. Dr. Voggenreiter machte deswegen deutlich, dass 50 % aller Händlerneugründungen im sogenannten Hinterland stattfinden werden. Ganz nach dem Motto: „Go West.“ Dominique Boesch, Geschäftsführer der Audi Sale Division bei FAW-Volkswagen, betonte in einem Gespräch deutlich die Normalisierung des chinesischen Automarktes auf internationales Niveau. Wurden 2003 gerade einmal 2 Millionen Fahrzeuge abgesetzt, werden es 2013 über 14 Millionen sein. So entwickelte sich aus einer Wachstumsphase von 2003 bis 2007 über eine Boomphase zwischen 2008 und 2010 nunmehr eine Reifephase mit etwas geringeren, dennoch stetigem Wachstum. Die steigenden Marktanteile von SUV und Kompaktwagen sah man bei Audi voraus und etablierte zum Beispiel die Modelle Q3 und Q5, beide Marktführer in ihrem Segment. Für eine größere im Land produzierte Flotte werden ab Anfang 2014 die A3 Limousine sowie der A3 Sportback in Foshan produziert. Ebenfalls im Joint Venture mit FAW wird sozusagen nebenan der Volkswagen Golf gebaut. Alle Modelle basieren auf den Modularen Querbaukasten (MQB) des Konzerns, sodass viele Komponenten effizienter und dadurch kostengünstiger hergestellt werden können. Zudem wurde Anfang 2013 das Audi R&D Center Asia in Peking eröffnet. Das erste vollwertige Entwicklungszentrum außerhalb Europas kümmert sich im Besonderen um die Belange asiatischer Kunden. Dazu gehören unter anderem die Möglichkeit der Eingabe von 43.000 chinesischen, japanischen und koreanischen Schriftzeichen über das Navigations-Touchpad. Zudem werden über ein Callcenter per Anruf aus dem Fahrzeug Navigationsziele bzw. über 25 Millionen Points of Interest einfach ins Navigationssystem gesendet.25 Jahre Audi China Foto: D. Stanka Das international erfolgreiche Marketinginstrument Motorsport gewinnt auch in Asien immer mehr an Bedeutung. Audi Sport customer racing Asia, verantwortet von Rene Koneberg, ist im Audi R8 LMS Cup 2013 mit 20 Teams vertreten. Als europäische Vertreterin geht die Schweizerin Rahel Frey an den Start, die in den 2011 und 2012 für Audi in der DTM unterwegs war. Audi hat sich in China als Premium-Hersteller Nummer 1 etabliert. Mit der Eröffnung des zweiten Werks wird die im Land produzierte Produktvielfalt größer und damit für viele Chinesen auch bezahlbarer. Die Etablierung kleinerer Fahrzeug im Premium-Segment wird Audi einen weiteren Marktvorsprung, auch vor BMW und Mercedes-Benz, ermöglichen.25 Jahre Audi China Foto: D. Stanka Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München

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