MINI Paceman John Cooper Works 4ALL

Mini Paceman Neuwagen           Foto: D. Stanka                 

MINI Paceman John Cooper Works 4ALL – Extrem spaßiger Unsinn

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Die MINI Familie wächst und gedeiht. Jüngster Spross ist ein seltsam anmutendes Gefährt namens Paceman. Bis zur B-Säule wie ein Countryman, danach ist und wirkt alles anders.

Zu Deinem Neuwagen

Ein bisschen Coupé, weit hergeholt ein minimalisierter BMW X6, im gesamten ein ganz spezielles Automobil für echte Individualisten. Vorne sitzen die Passagiere wie im bereits erwähnten Countryman, hoch positioniert und mit reichlich Aussicht, hinten ist der Ein- und Ausstieg bauartbedingt fast schon artistisch zu nennen.

Form und Funktion

Der Paceman ist cool. Und er hat den ultimativen Sommertest bestanden. In sein Gepäckabteil (330 bis 1.080 l) passen problemlos zwei Liegen und das nötige Equipment für einen Tag am See. Natürlich geht noch mehr rein ins Gepäckabteil, aber bei 35 Grad und mehr sollte diese Aussage fürs erste genügen. Armaturenträger und so vieles andere ist im Paceman 1 zu 1 zum viertürigen Bruder Countryman. Klassisch das riesige Rundinstrument im Zentrum des Armaturenbretts. In unserem Testwagen der vom Tacho umrahmte Navigationsbildschirm.

Mini Paceman Neuwagen Foto: D. Stanka    

Gegenüber dem klassischen Mini in der JCW-Version bietet der Paceman zwei große Vorteile. Viel mehr Platz und den Allradantrieb 4ALL. Im regulären Mini ist auf den hinteren Plätzen fast gar nix mit wohlfühlen und der Kofferraum ist mit einem Volumen von 160 eher ein Räumchen. Für all das mehr muss der geneigte Käufer auch erheblich mehr locker machen. Anstatt 29.500 Euro für den JCW mit 211 PS, müssen für den Paceman 35.850 Euro auf den Tisch geblättert werden.

Fahrverhalten

Im John Cooper Works darf ein auf 160 kW (218 PS) aufgeblasener 1,6-Liter-Turbo seine Arbeit verrichten. Während dieser in den klassischen Versionen wie wild an der Vorderachse zerrt und reißt, ist der Kraftfluss im 4All bezeichneten Allrad MINI Paceman harmonisch. Allerdings wirken sich das höhere Gewicht und ein ungünstigerer cw-Wert gegenüber den kleineren Minis auf die gefühlte Leistung etwas magerer aus. Wuselt beispielsweise ein Roadster oder ein Coupé wie ein Wiesel um all die Ecken und Kanten,

mag es der Paceman einen Wimpernschlag behäbiger.

Mini Paceman Neuwagen

Foto: D. Stanka    

Was nichts ausmacht. Schließlich ist der Paceman ebenfalls wie der Countryman ein hochgebockt wirkendes Monster, das die Mini Gene nur ansatzweise in sich trägt. Will heißen, ausschauen tut er noch so, aber groß ist er halt geworden. Sehr groß sogar. Aber auch komfortabler und nicht so bockig wie die kleineren Vertreter der Familie. Das liegt in erster Linie an dem längeren Radstand, der knapp 2,60 m beträgt (Mini JCW: 2,46 m).

Was dem Countryman tolle Absatzzahlen beschert, der größte Mini aller Zeiten steht im internen Verkaufsranking unangefochten auf Platz 2, wird dem Paceman aber nicht blühen. Er ist einfach zu speziell im Design und dem daraus resultierenden Nutzverhalten.

Fahrwerk, Antrieb und Co. sind trotz aller nicht so hohen Agilität ausgewogen und mit Spaß zu nutzen. Schließlich rennt auch der hochbeinige Paceman mit etwas Anlauf in Richtung 250 km/h. Laut Tacho wohlgemerkt. Dass er dann aber zum Schluckspecht wird und selbst den trainiertesten Pub-Veteranen in Grund und Boden säuft, ist auch klar. In solchen Momenten extremer Vollgasfahrten fließen halt mal locker über 11 Liter in die Brennräume. Dann schon explodiert, versteht sich. Geht man es gemächlicher an, sind laut Bordcomputer des MINI Paceman JCW 4ALL auch mal 8 Liter Durchschnittsverbrauch auf 100 km erreichbar.

Ausstattung

Unser Testwagen hat die 40.000 Euro locker überschritten. Ist ja auch kein Wunder, wenn schon der Basispreis bei knapp 36.000 liegt. 218 PS, Allrad und das gesamte Peformance-Package John Cooper Works verschlingen die Euros, wie ein Drache die Jungfrau. Es geht aber auch wesentlich günstiger mit einem Paceman. Das Einstiegsmodell Cooper kostet 23.800 Euro, dann muss man sich aber mit 122 PS begnügen.

Fazit

Ist der Paceman sinnvoll? Hmm. Tja. Trotz all der angestellten Überlegungen kamen wir zu keinem pragmatisch scheinenden Ergebnis. Er ist faktisch so groß wie der Countryman, aber nicht so praktisch. Er ist nicht so agil wie ein klassischer MINI JCW, dafür durstiger und teurer. Aber er sieht cool aus. Vor allem in der rot-schwarzen Lackierung, die am besten mit einer monströsen Soundanlage und dem AC/DC Song Highway to Hell kombiniert wird. Oder anders formuliert. Es muss im Leben nicht immer alles sinnvoll und praktisch sein. Ab und an sollte der Spaß reagieren und der Verstand aussetzen.

Mini Paceman Neuwagen

Foto: D. Stanka    

Technische Daten: MINI Paceman 4ALL John Cooper Works

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum: 1.598 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 160 kW (218 PS)/6.000

Max. Drehmoment: 280 Nm bei 1.900 – 5.000 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 4.109/1.786/1.1510 in mm

Radstand: 2.596 in mm

Leergewicht: 1.475 kg

Zul. Gesamtgewicht: 1.870 kg

Kofferrauminhalt: 330 – 1.080 l

Bereifung: 215/65 R16

Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall

Beschleunigung: 7,4 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 226 km/h

Tankinhalt: 47 l

Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 6,8 l auf 100 km

Preis: 35.850 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München




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