Toyota Auris – Der zweite Versuch

Toyota Auris Neuwagen Foto: D. Stanka                            

Toyota Auris – Der zweite Versuch

Ein Fahrbericht von Dietmar Stanka

Die Atlantikküste Portugals in der Nähe von Lissabon hat was. Gut ausgebaute Straßen, hübsche und damit fotogene Ecken und wenn es sein muss, viele Kurven. Die ideale Gegend, um der Motorpresse neue Autos zu präsentieren.

 

Zu Deinem Neuwagen

So dachte auch Toyota und schickte uns Anfang Dezember in die westlichste Festlandecke von Europa und zeigte uns den neuen Auris. Der vom einstigen Mauerblümchen nun endlich zum Goldstück mutieren soll.

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Formensprache

Keen Look. Aha. Schon interessant, was den Marketing-Menschen so alles einfällt, um die Kunden zu beeindrucken. Beim Toyota Auris ist damit die Form der Scheinwerfer gemeint, die sich nahtlos in das im Moment angesagte Toyota Markengesicht einfügen. Wesentlich auffälliger und im gleichen Zug auch effizient ist die geduckt wirkende Karosserie. Die zwar in der Länge um 30 auf 4.275 mm gewachsen ist, in der Höhe aber um 55 mm geschrumpft ist. Das Ergebnis ist der Klassenbeste cw-Wert von 0,277!

Während also die äußeren Werte passen und die Heckpartie einen flotten Abschluss hinlegt, zeigt sich der Innenraum zwar großzügig, dennoch gewöhnungsbedürftig. Große Flächen dominieren und zeigen sich, subjektiv betrachtet, ohne wirkliche zusammengehörige Linien. Stolz berichteten die Pressesprecher von Toyota Deutschland über das neue Gefühl, die Oberflächen des Armaturenbretts zu berühren. Soft Touch wird das genannt, schon wieder ein schlauer Marketingspruch, um die Kunden zu bezirzen.

Gut ablesbar sind die Instrumente und die Ergonomie passt ebenfalls. Steil die Frontscheibe, klein dagegen die Heckscheibe, die durch den Blick des Rückspiegels fast wie eine Schießscharte wirkt. Aber das sind wir ja gewohnt, die anderen Hersteller gehen oftmals ähnliche Wege, um das Auto flach zu halten und es wie ein Coupé wirken zu lassen.

Angenehm und langstreckentauglich ist die Bestuhlung und selbst bei größer gewachsenen Passagieren auf den Vordersitzen ist genügend Platz für die Hinterbänkler übrig. Im Kofferraum hat sich auch was getan. Rund 30 Liter sind es mehr, 360 mittlerweile, was im Klassendurchschnitt gutes Mittelmaß bedeutet.

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Fahrverhalten

Ja, die Straße hoch nach Cabo de Roca, dem viel besuchten Aussichtspunkt mit Leuchtturm hat der neue Auris mit Bravour hinter sich gebracht. Zumindest was das Fahrwerk betrifft. Ordentlich abgestimmt lassen sich die Kurven zügig durchflitzen, das ganze ohne Poltern, Knarzen und zudem ohne unnötige Härte. Der 1,6-Liter-Benziner, ohne Turbo ein Saugmotor der alten Garde, muss allerdings viel geschaltet werden, damit das gute Fahrverhalten auch tatsächlich erlebt werden kann.

Neben diesem 97 kW (132 PS) leistenden Motor, hat Toyota einen weiteren Benziner, den 1,33-Liter mit 73 kW (99 PS) am Start. Zwei Selbstzünder ergänzen das Angebot, ein 1,4-Liter mit 66 kW (90 PS) und ein 2-Liter mit 91 kW (124 PS). Während der auf dem Papier stärkste Benziner optional auch mit dem automatischen Multidrive S Getriebe bestellt werden kann, werden die anderen Varianten ausschließlich mit einem gut abgestimmten manuellen Sechsgang-Getriebe ausgeliefert.

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Auris Hybrid

Der Umsatzbringer der Zukunft bei Toyota soll der Auris Hybrid werden. Nach dem dramatischen Rückgang der Zulassungen des Auris von rund 20 Prozent von 2011 auf 2012, muss der neue Auris wieder richtig Gas geben. Der Hybrid mit dem 1,8-Liter-Benziner mit 73 kW (99 PS) inkl. stufenlosem Automatikgetriebe erreicht mit Hilfe des Elektromotors eine Systemleistung von 100 kW (136 PS).

Dass Hybrid nicht mehr uferlos teurer sein muss, bewiesen die Japaner bereits mit dem Yaris. Noch deutlicher wird dies nun beim Auris, der gegenüber seinem stärksten Diesel-Bruder immerhin 200 Euro günstiger ist. So kostet der Auris Hybrid in einer der beliebtesten Varianten mit dem Namen Life Plus 23.520 Euro, der Diesel 23.450 Euro und der 132-PS-Benziner 21.850 Euro. Da fällt es leichter sich für einen Hybrid zu entscheiden, vor allem dann, wenn das Antriebskonzept seinem Wesen nach genutzt werden kann.

Varianten und Ausstattung

Es geht aber auch wesentlich günstiger beim Kauf eines Auris. Das Basismodell mit 99 PS startet bei 15.950 Euro, der mit sieben Airbags, LED-Fahrlicht, ABS und elektronischer Stabilitätskontrolle sowie elektrischen Fensterhebern vorn und höhenverstellbarem Fahrersitz ausgestattet ist. Klimaautomatik und Radio sind dann beim 17.950 Euro teuren Cool an Bord und ab Life und Life Plus kehrt mit Leichtmetallfelgen, dem Multimedia-Audiosystem Toyota Touch inkl. Rückfahrkamera sowie einem Lederlenkrad ein Hauch von Luxus ein.

Die Start Edition steht, wie der Name es ausdrückt, zum Verkaufsstart im Januar 2013 in limitierter Auflage zur Verfügung und bietet zusätzlich Sitzheizung für die Vordersitze, Einparkhilfe vorne und hinten, die zudem eine automatische Einparkfunktion beinhaltet. Der Auris Executive bildet die Spitze der Flotte und bringt unter anderem einen Regensensor mit und der Innenspiegel ist stufenlos abblendend. Günstig ist das Bi-Xenon-Lichtpaket für Start und Executive zu nennen, das Toyota für 750 bzw. 850 Euro anbietet.

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Fazit

Viel drin, viel dran und alles mit noch mehr Qualität gebaut. Dennoch leidet Toyota unter schwachen Absätzen, vor allem im Vergleich mit Hyundai und Kia. Da heißt es dranbleiben und auf die Überholspur gehen. Klappen kann das mit dem Auris Hybrid, die anderen Varianten sind trotz guter Ausstattung auf dem Markt zu beliebig. So ist es kein Wunder, dass Toyota den Hybridanteil des neuen Auris in Richtung 50 Prozent laufen sieht. Bei dem alten Auris waren es immerhin 33 Prozent und beim Yaris wurden die magischen 50 Prozent bereits erreicht. Bleibt für Toyota zu hoffen, dass wenigstens der Hybrid ein Goldesel wird.

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Technische Daten: Toyota Auris Hybrid Start Edition (Referenzmodell)

Motor: 4-Zylinder-Benziner (mit Elektromotor Vollhybrid)

Getriebe: Stufenlose Automatik

Hubraum: 1.798 ccm

Systemleistung in kW/PS bei xy U/min: 73 kW (136 PS)/5.200

Max. Drehmoment: 142 Nm bei 4.000 Umdrehungen pro Minute (Benzinmotor)

Länge/Breite/Höhe: 4.275/1.760/1.460 in mm

Radstand: 2.600 in mm

Leergewicht: 1.385 kg

Zul. Gesamtgewicht: 1.840 kg

Kofferraumvolumen: 360 l

Bereifung: 215/45 R 17

Felgen: 7 x 17″ Leichtmetall

Beschleunigung: 10,9 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

Tankinhalt: 45 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 3,8 l auf 100 km (Euro5)

Preis: 23.750 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München




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