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Nissan Micra – Aufgeladene Effizienz

Mittwoch, 18. Mär. 2015

Kompressor lautet das Zauberwort des kleinen Micra von Nissan. Cooler hört sich „Supercharged“ an. Dieser Begriff erinnert an aufgeladene V8-Boliden von Range Rover oder Dodge & Co. Beim Micra erfüllt der Kompressor neben der Leistungssteigerung des Dreizylinders von regulär 59 kW (80 PS) auf 72 kW (98 PS) auch die Steigerung der Effizienz. Zudem erfüllt er die Wünsche der Kunden nach einem Verbrauch wie ein Diesel.

Nissan Micra – Aufgeladene Effizienz

Fahrbericht von Dietmar Stanka

Kompressor lautet das Zauberwort des kleinen Micra von Nissan.

Cooler hört sich „Supercharged“ an. Dieser Begriff erinnert an aufgeladene V8-Boliden von Range Rover oder Dodge & Co. Beim Micra erfüllt der Kompressor neben der Leistungssteigerung des Dreizylinders von regulär 59 kW (80 PS) auf 72 kW (98 PS) auch die Steigerung der Effizienz. Zudem erfüllt er die Wünsche der Kunden nach einem Verbrauch wie ein Diesel.

Foto: Nissan

Der Micra

In 160 Ländern wird der Micra weltweit angeboten. In fünf Werken, von denen eines in Indien produziert, aus dem auch die Versionen für Europa rollen. Neuester Spross des bereits in der vierten Generation gefertigten Kleinwagen ist der Micra DIG-S. Ein mit einem Roots-Kompressor aufgeladener 1,2-Liter-Benziner mit drei Zylindern sorgt unter der Motorhaube für den Vortrieb.

Auf unseren ersten Testfahrten Anfang Juli in und um Potsdam überzeugte der kleine Flitzer mit einem guten Durchzug und nach ersten Messungen auch mit einem geringen Spritverbrauch. 4,1 Liter gibt Nissan an, das entspricht einem CO2-Ausstoss von 95 Gramm pro Kilometer. Auf einem ähnlichen Niveau liegt bei den Benzinern nur der Fiat 500 mit dem Zweizylinder-Motor. Dieser ist aber erstens kleiner und noch dazu teurer als der fünftürige Micra.

Foto: Nissan

Serienmäßig wird der Micra DIG-S mit einer Start/Stopp-Automatik ausgeliefert, die unter anderem für diesen niedrigen Verbrauch verantwortlich ist. Des Weiteren ist die Nockenwelle mit Nano-Technologien gefertigt sowie die Kolbenringe und die Ventilstößel aus wasserstofffreiem, diamantähnlichem Karbon. Diese Maßnahmen und eine Ölpumpe mit variablem Hub sowie die Verwendung von Motorenöl mit niedriger Viskosität führen zu einer Verringerung der Reibung um 30 Prozent gegenüber einem Vierzylinder mit gleicher Leistung.

Foto: Nissan  

Ausstattung

Fünf Gänge schalten den Micra manuell. Optional gibt es ein stufenloses CVT-Getriebe, das aber die guten Verbrauchswerte verhagelt. Anstatt 4,1 sind es 5 Liter und der CO2-Ausstoss klettert auf 115 Gramm pro Kilometer. ESP ist bei allen Varianten serienmäßig an Bord genau wie Front- Seiten- und Vorhangairbags.

Rund 1.600 Euro mehr als die nicht aufgeladene Version des Micra soll der DIG-S kosten. Das wären dann für das Basismodell Visia 12.340 Euro. Die bei den Kunden beliebteste Variante ist der Acenta, der 14.840 Euro kosten soll. Dieser darf sich mit einem höhenverstellbaren Fahrersitz schmücken. Zudem sind Lenkrad und Schaltknüppel in Leder gehüllt und die Radio/CD-Kombination, AUX-Eingang, vier Lautsprechern und Bluetooth-Schnittstelle verhindert Punkte in Flensburg.

Das Spitzenmodell Tecna für knapp über 17.000 Euro toppt die gute Serienausstattung mit dem Navigationssystem NISSAN Connect mit einem fünf Zoll großen Bildschirm. Die Reifen sind auf 15 Zoll großen Leichtmetallfelgen montiert und ein Regensensor sowie eine Fahrtlichtautomatik sorgen für höheren Komfort. Eine gute Idee für ein oftmals in der Stadt genutztes Gefährt ist der Parkguide PSM (Park Slot Management). Dazu muss der PSM-Knopf am Armaturenbrett gedrückt sein und die für den Parkplatz fragliche Fahrzeugseite durch das Setzen des Blinkers angezeigt werden. Bei Geschwindigkeiten unter 25 km/h scannt ein Sensor die entsprechenden Parklücken und zeigt diese im Display des Instrumentenbretts an. Ist der Freiraum über einen Meter länger als das Auto, erscheint ein OK. Sind es zwischen 60 und 99 Zentimeter, kommt ein „schwierig“ und bei einer Lücke von weniger als 60 Zentimetern ein „nicht ratsam“. Vielleicht bleibt uns mit dieser Erfindung so mancher Stau erspart.

Foto: Nissan  

Fazit

Ein echt netter Flitzer mit Spaß- aber eben auch Sparpotenzial. Der kleine Micra DIG-S macht Laune, auch mit dem typisch singenden Kompressorgeräusch beim Beschleunigen in höhere Drehzahlen. Bei der umfangreichen Ausstattung ist uns nur ein fehlendes Detail aufgefallen: die Schaltpunktanzeige. Deswegen unser Tipp: Zügig losfahren und möglichst zwischen 1.900 und 2.100 Umdrehungen hochschalten. Dann klappt es auch mit dem Spritsparen. (ds)

Technische Daten: Nissan Micra DIG-S Acenta

Motor: 3-Zylinder-Benziner

Getriebe: Fünfgang-Schaltung

Hubraum: 1.198 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 72 kW (98 PS)/5.600

Max. Drehmoment: 142 Nm bei 4.400 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 3.780/1.675/1.520 in mm

Radstand: 2.450 in mm

Leergewicht: 1.040 kg

Zul. Gesamtgewicht: 1.530 kg

Kofferrauminhalt: 265 l, bei umgeklappter Rückbank 1.132 l

Bereifung: 175/60 R15

Felgen: 6 x 15″ Stahlfelgen

Beschleunigung: 11,9 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h

Tankinhalt: 41 l

Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 4,3 l auf 100 km

Preis: 14.840 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München