MINI JCW Cabrio – Herrlich unvernünftig

MINI John Cooper Works Cabrio – Herrlich unvernünftig

Fahrbericht von Dietmar Stanka

MINI John Cooper Works Cabrio

 Foto: D.Stanka

211 PS! Laut Tacho 250 km/h schnell. Muss es so ein Teil als Cabrio geben? Wir sagen ja, und zwar uneingeschränkt.

Es ist ein geiles Gefühl mit dem Gokart-ähnlichen MINI John Cooper Works Cabrio um die Kurven zu flitzen oder aber auch mit Vollgas über die Autobahnen zu röhren. Dass dabei der Spritverbrauch nicht in ungeahnte Höhen stößt, hat uns positiv überrascht. Knapp über 9 Liter flossen laut Bordcomputer während der 14 Testtage durch die Einspritzdüsen. In Anbetracht eines durchwegs sportlichen Fahrstils absolut okay.

Zu Deinem Neuwagen

Lust und Laune

Der 1,6-Liter-Benziner ist ein alter Bekannter. In diversen Stufen abgewandelt befeuert er faktisch sämtliche Minis sowie einige Modelle des Motorenpartners PSA (Citroën und Peugeot). Die Leistungsstufe mit 155 kW (211 PS) markiert die Spitze des Eisbergs und findet sich auch in den Fahrzeugen der MINI John Cooper Works CHALLENGE. Diese Rennserie ermöglicht es Motorsport-Enthusiasten achtmal im Jahr bei 16 Rennen gegeneinander anzutreten. Siehe dazu auch unsere Geschichte aus dem vergangenen Jahr: http://www.neuwagen.de/fahrberichte/3466-mini-challenge.html

Die Leistungsentfaltung ist brachial. Auch was den Sound angeht. Frech und vorwitzig grölt der kleine MINI und wenn der richtige Schaltpunkt gewählt, spotzt er auch noch einen fetten Knall aus. Der Twin-Scroll-Turbolader tut ein Übriges. Zwischen 1.850 und 5.600 steht eine Drehmomentplattform von 260 Nm zur Verfügung. Per Overboost lässt sich dieses kurzfristig auf 280 Nm steigern. Genug um so manchem Sportwagenfahrer im teuren Karren das Kinn herunterfallen zu lassen.

Wohl dosiert sollte man allerdings beim Anfahren den Gasfuß einsetzen. Trotz vieler elektronischer Helferlein wie DSC (Stabilitätskontrolle) und DTC (Traktionskontrolle) drehen die Räder relativ schnell durch und die Lichter im Display flackern wie ein Stroboskop. Wer es richtig krachen lassen will, kann im DSC-Off-Modus den MINI so richtig fliegen lassen. Das ebenfalls serienmäßige und als Electronic Differential Lock Control bezeichnete System katapultiert den erfahrenen Lenker faktisch auf die Rennstrecke. Die elektronisch gesteuerte Sperrfunktion bewirkt, dass in engen Kurven ein durchdrehendes Antriebsrad gezielt und angemessen gebremst wird. Aber Vorsicht: Solche Eskapaden sollten wohldosiert und nur von Könnern durchgeführt werden!

mini_john_cooper_works_cabrio_interior

Foto: D.Stanka

Ausstattung und Interieur

Nach der Überarbeitung sämtlicher MINI Modelle im Sommer 2010 sind die Materialien des Innenraums endlich dem Premium-Anspruch des MINI näher gekommen. Die Kunststoffe sind weich unterschäumt und die Schalter wie gewohnt dem Ur-Mini geschuldet. Bei unserem Testwagen war ein Navigationssystem verbaut, das in der Mitte des riesigen Tachometers seinen Platz findet. Bedient wird dies, genau wie sämtliche anderen Features wie Radio, CD, MP3 und Bluetooth, über den Joystick in der Tunnelkonsole. Einzeln geordert müssen dafür 1.740 Euro lockergemacht werden.

Zusammen mit dem sinnvollen Ausstattungspaket „Chili“, das 2.250 Euro verschlingt, sind es nur noch 1.590 Euro. Dafür sind dann unter anderem das Ablagenpaket, der Bordcomputer, eine Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer sowie Xenon-Licht an Bord.

Always Open“. Mit diesem Slogan wollten die Marketingstrategen mit dem Facelift des MINI Cabrio im Winter 2009 das Fahrzeug populär machen. Im 550 Euro teuren gleichnamigen Paket findet sich neben Sitzheizung für die Vordersitze und Windschott auch der Always Open Timer. Links an der Armaturentafel angebracht misst dieser die Zeit des dachlosen Vergnügens. Ein Gag zweifelsohne, über den Sinn darf spekuliert werden.

MINI John Cooper Works Cabrio

Foto: D.Stanka

Fazit

Die zwei Wochen vergingen wie im Flug. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ruckzuck um die Kurven zirkeln, im dichten Stadtverkehr einfach mal die Lücken nutzen, auf der Autobahn im Tiefflug unterwegs und im lockeren Tempo die Landstraßen entdecken. Mit dem MINI John Cooper Works Cabrio ist das Leben ein Spaß der besonderen Art. Man muss allerdings Härte vertragen, denn das Fahrwerk ist betont straff und nicht von der komfortablen Art. (ds)

MINI John Cooper Works Cabrio

Foto: D.Stanka

Technische Daten: MINI John Cooper Works Cabrio

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum: 1.598 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 155 kW (211 PS)/6.000

Max. Drehmoment: 260 Nm bei 1.850 – 5.600 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 3.714/1.683/1.407 in mm

Radstand: 2.467 in mm

Leergewicht: 1.230 kg

Zul. Gesamtgewicht: 2.660 kg

Kofferrauminhalt: 170 l, bei umgeklappter Rückbank 660 l

Bereifung: 215/65 R16

Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall

Beschleunigung: 6,9 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h

Tankinhalt: 50 l

Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 7,3 l auf 100 km

Preis: 32.150 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München




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