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Lancia Ypsilon – einsamer Italiener

Donnerstag, 19. Mär. 2015

Es war einmal eine italienische Traditionsmarke. Bei der wurden Fahrzeugikonen wie eine Aurelia, ein Flavia oder eine Fulvia gebaut. Automobile mit Temperament und Leidenschaft. Italienisch eben. Dann kam ein Weltkonzern namens Fiat und hat die Marke Lancia sukzessive klein und kleiner gemacht. Bis sie fast nicht mehr sichtbar war und sich fast nur noch am heimischen Markt verkaufen ließ. Nun werden in den USA gebaute Chrysler mit dem Markenlogo versehen. Doch halt. Es gibt noch einen neuen italienischen Lancia: den Ypsilon.

Lancia Ypsilon – einsamer ItalienerFahrbericht von Dietmar Stanka

Foto: D. Stanka

Es war einmal eine italienische Traditionsmarke. Bei der wurden Fahrzeugikonen wie eine Aurelia, ein Flavia oder eine Fulvia gebaut. Automobile mit Temperament und Leidenschaft. Italienisch eben. Dann kam ein Weltkonzern namens Fiat und hat die Marke Lancia sukzessive klein und kleiner gemacht. Bis sie fast nicht mehr sichtbar war und sich fast nur noch am heimischen Markt verkaufen ließ. Nun werden in den USA gebaute Chrysler mit dem Markenlogo versehen. Doch halt. Es gibt noch einen neuen italienischen Lancia: den Ypsilon.

Der italienische Lancia

So ganz stimmt das mit dem italienischen Lancia leider auch nicht. Denn dieses Modell verlässt, ebenso wie sein Plattform-Bruder, der Fiat 500, das Band im polnischen Fiat- Werk Tychy. Dafür wurde er in Turin entwickelt und designt. Und erhielt erstmals fünf Türen. Die hinteren wurden nach Art der Konzernschwester Alfa-Romeo gut versteckt. Die Türgriffe sind fast unsichtbar am oberen Türrand angebracht und suggerieren dem Beobachter, einen Dreitürer zu sehen. Innen überzeugt schon wie beim dreitürigen Vorgänger die Wahl der Materialien. Lancia darf sich durchaus rühmen, mit dem Ypsilon den ersten Kleinwagen mit Premium-Ausstattungskomponenten auf den Markt gebracht zu haben. Leder war zumindest in Form von Alcantara verarbeitet und Zweifarbenlackierungen setzten besondere Akzente bei dem schicken Italiener.

Foto: D. Stanka

Ausstattung und Motoren

Foto: D. Stanka  

Fahreindrücke

Obwohl die Basis des Ypsilon der 500er bildet, ist das Fahrwerk wesentlich ausgewogener abgestimmt. Lancia legte mehr Wert auf Komfort und dokumentiert dies auch mit einem längeren Radstand, der bei 2,39 Metern liegt. Dazu kommen Dämpfungselemente und eine Reduzierung ungefederter Massen durch den Einsatz besonders leichter Stähle. Bei unseren ersten Testfahrten durch Hamburg überzeugte uns am meisten der Diesel. Seine hohe Durchzugskraft ist wie geschaffen für den Ypsilon. Ebenfalls recht flott waren wir mit dem Zweizylinder unterwegs, der allerdings etwas brummig klingt. Wohlgesonnen könnte man den Sound als sportlich-kernig bezeichnen. Der Vierzylinder ist nur was für besonders ruhige Gemüter. Die berühmte Wurst zieht er nicht so schnell vom Brot.

Foto: D. Stanka

Details

Individualisierung stand bereits beim Vorgängermodell im Fokus. Mit dem neuen Ypsilon können noch mehr Wünsche realisiert werden. Mehr als 600 Varianten sind möglich, darunter vier Zweiton-Lackierungen und sechs verschiedene Sitzbezüge. Einzigartig im Segment ist die Einparkautomatik Magic Parking. Wird ein rund 80 Zentimeter langer Parkraum identifiziert, wird dies dem Fahrer angezeigt. Dieser muss dann nur noch Bremsen und Gas geben, das Einparken übernimmt das System. Ebenfalls optional sind Bi-Xenon-Scheinwerfer erhältlich. Besondere Erwähnung soll die schmale Konturierung der Vordersitzlehnen bekommen, die auch Fondpassagieren längere Strecken bequem überstehen lässt.

Foto: D. Stanka

Fazit

Im Marktumfeld ist der Lancia Ypsilon gut positioniert. Preislich startet er bei 12.500 Euro, die teuerste Variante als Diesel mit Platinum-Paket liegt bei 18.400 Euro. In Anbetracht der umfangreichen Ausstattung durchaus akzeptabel. Denn neben dem eleganten Erscheinungsbild ist der Ypsilon auch sehr sparsam im Umgang mit Benzin und Diesel. Der kleine Zweizylinder mit 0,9 Litern Hubraum soll nur 4,2 (Handschalter) bzw. 4,1 Liter (Automatik) verbrauchen, der Diesel sogar nur 3,8 Liter. Das bedeutet 99 bzw. 97 Gramm CO2-Ausstoss pro Kilometer beim Benziner und 99 Gramm beim Diesel. Einzig der schwächste Motor liegt bei 4,9 Liter gleich 115 Gramm CO2. Klarer Favorit ist für uns der Diesel. Er vereint Langstreckentauglichkeit mit Effizienz am besten. Der Zweizylinder ist eher für die urbanen Landschaften und der Vierzylinder-Benziner kann fast vernachlässigt werden.

Technische Daten: Lancia Ypsilon 1,3 MultiJet 16v Platinum

Motor: 4-Zylinder-Diesel Getriebe: Fünfgang-Schaltung Hubraum: 1.248 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 70 kW (95 PS)/4.000 Max. Drehmoment: 200 Nm bei 1.500 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 3.842/1.676/1.520 in mm Radstand: 2.390 in mm Leergewicht: 1.050 kg Zul. Gesamtgewicht: 1.530 kg Kofferrauminhalt: 245 l Bereifung: 185/55 R 15 Felgen: 6 x 15″ Leichtmetall Beschleunigung: 11,4 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h Tankinhalt: 40 l Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 3,8 l auf 100 km Preis: 18.400 Euro inkl. MwSt. Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München