Volkswagen Golf Cabrio – bügellose Offenheit

Donnerstag, 19. Mär. 2015

Wer erinnert sich nicht an das liebevoll „Erdbeerkörbchen“ genannte Golf Cabrio? Wenn es mit hoch aufgebauschtem geschlossenen Dach über die Autobahnen brauste. Oder an die Sondermodelle ganz in weiß. Lange bevor diese Farbe chic wurde. Und an die heiße GLi-Variante, mit der man die Sau so richtig rauslassen konnte. Sentimentale Träume zurück in die rasanten 80er Jahre. Lange musste man darben, oder sich den Eos mit Blechdach zulegen. Aber nun ist es wieder so weit. Der Golf als Cabrio mit Stoffmütze ist wieder da!

Volkswagen Golf Cabrio – bügellose OffenheitFahrbericht von Dietmar Stanka

Foto: D. Stanka

Wer erinnert sich nicht an das liebevoll „Erdbeerkörbchen“ genannte Golf Cabrio? Wenn es mit hoch aufgebauschtem geschlossenen Dach über die Autobahnen brauste. Oder an die Sondermodelle ganz in weiß. Lange bevor diese Farbe chic wurde. Und an die heiße GLi-Variante, mit der man die Sau so richtig rauslassen konnte. Sentimentale Träume zurück in die rasanten 80er Jahre. Lange musste man darben, oder sich den Eos mit Blechdach zulegen. Aber nun ist es wieder so weit. Der Golf als Cabrio mit Stoffmütze ist wieder da!

Open Feeling

Auf den Küsten- und Bergstraßen zwischen Nizza und St. Tropez durfte uns das neue Golf Cabrio zeigen, was es drauf hat. Aber zu allererst mal runter mit der Stoffkapuze. 9 Sekunden dauert es, bis sich das neue Cabrio entblättert hat. Fast schon rekordverdächtig schnell, zudem sich das Verdeck bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h öffnen bzw. schließen lässt. Damit man im Falle eines Überschlages gesichert ist, braucht es heutzutage keinen fest montierten Bügel mehr. Das erledigen in Sekundenbruchteilen hochschnellende Schutzsysteme, die hinter den Fondkopfstützen montiert sind. Noch mehr Sicherheit bieten die Front- und seitlichen Kopf-/Thoraxairbags, ein Knieairbag und selbstverständlich ABS und ESP.

Foto: D. Stanka

Exterieur und Interieur

Von außen ein Golf, von innen ein Golf. Hmm, mag man da denken. Schon ein bisschen schade, dass so ein Golf Cabrio so gar nichts eigenständiges unter seinem Häubchen hat. Vielleicht einen Golfball als Schaltknüppelaufsatz oder andere Verzierungen im Armaturenbrett. Aber nein, hat sich Volkswagen gedacht, ein Golf ist ein Golf! Und in dem ist alles so wie immer. Ergo auch perfekt einfach bedienbar und ergonomisch vorbildlich. Dazu die gewohnt hohe Qualität, proofed by Mister Winterkorn himself. Schauen wir uns die Seitenlinie des offenen Volkswagen an, fällt uns eine eklatante Ähnlichkeit mit einem Produkt aus Ingolstadt auf. Das Stummelheck erinnert uns doch ein wenig an das Audi A3 Cabrio. Ein wenig nur? Ja, denn das Hinterteil des Golf Cabrio ist etwas länger und wirkt damit nicht so gedrungen. Trotz des relativ kurzen Abschlusses passen immerhin 250 Liter in den Kofferraum und das auch bei geöffnetem Verdeck. Wem das zu wenig ist, kann die Rücksitzlehnen im Verhältnis 50/50 umklappen und damit für mehr Staufläche sorgen.

Foto: D. Stanka

Fahreigenschaften

Motoren und Ausstattung

Vier Benziner und zwei Diesel stehen für das neue Golf Cabrio der dritten Generation zur Auswahl. Die Palette reicht von 77 kW (105 PS) bis 155 kW (210 PS). Preislich startet das Golf Cabrio bei 23.625 Euro mit dem 1,2-Liter-TSI mit 105 PS. Genau wie beim Eos, Passat CC, dem Touareg und dem Phaeton wird dieser Golf nur in einer Ausstattung angeboten. Diverse Pakete ergänzen die Kundenwünsche entsprechend.

Foto: D. Stanka  

Fazit

Bei diesem Golf Cabrio wird nicht nur der Eos blass. Auch das Ingolstädter Pendant namens A3 Cabrio dürfte ins Schwitzen kommen. Denn der Volkswagen ist nicht nur ein delikat serviertes Automobil, sondern auch technisch bis ins kleinste Detail optimiert. Zudem ist er wesentlich preiswerter als seine konzerninternen Mitbewerber und auf dem Markt fast schon einmalig zu nennen. Denn in dieser Preisklasse ist ein viersitziges Cabrio mit Stoffdach im Moment nicht zu finden.

Volkswagen hat gut daran getan, die Motorpresse zur Fahrvorstellung des Golf Cabrio nach Südfrankreich einzuladen. Kurvenreiche Küstenstraßen, Serpentinen hoch in die Berge, schmale Ortsdurchfahrten und Autobahnabschnitte wechseln sich in dieser Gegend wunderbar ab. Da durfte das neue Cabrio seine Verwindungssteifigkeit zum Besten geben und die turbogeladenen Motoren ihre ganze Kraft einsetzen. Auf der Strecke von Nizza nach St. Tropez konnten wir den 118 kW (160 PS) starken 1,4-Liter TSI (Benziner) fahren. Gekoppelt mit dem Siebengang-DSG sprintete das Cabrio vehement los und begeisterte uns bei jedem Tempo. Will heißen beim langsamen Durchschleichen von Ortsdurchfahrten sowie bei flotten Überholvorgängen.Foto: D. Stanka Für die Rückfahrt nach Nizza hatten wir in unserem Testwagen den 2-Liter-Benziner mit 155 kW (210 PS) unter der Haube. Auf der dicht befahrenen Landstraße war der Unterschied noch nicht so deutlich, bei der Auffahrt zur Autobahn jedoch enorm. D

Technische Daten: Volkswagen Golf Cabrio 1,4 TSI

Motor: 4-Zylinder-Benziner Getriebe: Siebengang-DSG (Doppelkupplungsgetriebe) Hubraum: 1.390 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 118 kW (160 PS)/5.800 Max. Drehmoment: 240 Nm bei 1.500 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.246/1.782/1.423 in mm Radstand: 2.578 in mm Leergewicht: 1.428 kg Zul. Gesamtgewicht: 1.340 kg Kofferrauminhalt: 250 l Bereifung: 205/55 R 16 Felgen: 6 ½ x 16″ Stahl Beschleunigung: 8,4 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 216 km/h Tankinhalt: 55 l Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 6,3 l auf 100 km Preis: 27.875 Euro inkl. MwSt. Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München