Chevrolet Volt – den Ticken schneller

Chevrolet Volt – den Ticken schneller

Fahrbericht von Dietmar Stanka

 

Chevrolet Volt

Foto: D. Stanka

 

Kann es einen besseren Zeitpunkt geben, ein elektrisch betriebenes Fahrzeug auf den Markt zu bringen, als jetzt? Gut, nicht komplett elektrisch, weil mit einem kleinen Benzinmotor als Reichweitenverlängerer sowie als zusätzlicher Antriebsquelle versehen. Aber eben so gut wie elektrisch, da der Chevrolet Volt praktisch zu 100 Prozent die Ziele erreicht, die täglich im Schnitt angefahren werden. Statistisch betrachtet ist die Mehrzahl aller Verkehrsteilnehmer nämlich nur rund 40 km pro Tag und Strecke unterwegs. Da sind die 60 km elektrische Reichweite des Volt mehr als ausreichend.

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Ein herrliches Wort, was einem aber die Angst des Liegenbleibens mit einem Elektro-Auto komplett nehmen kann. Bleiben wir beim deutschen Terminus und reden von einem konventionellen Benzinmotor, der als Reichweitenverlängerer dient. Will heißen, dass man problemlos bis zu 500 oder je nach Fahrweise sogar 600 km weit kommt, wenn es denn sein sollte.

Unser erstes Fahrerlebnis mit dem Chevrolet Volt fand Anfang April im frühlingshaft erblühten Frankfurter Raum statt. Mit den vollgeladenen Batterien ist lautloses Davonschleichen mit dem Volt ein herrliches Vergnügen. Noch dazu mit einem Anzug versehen, den die 368 Nm Drehmoment liefern. So vergehen nur 9 Sekunden bis zur 100-km/h-Marke, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei echten 161 km/h.

Chevrolet Volt

Foto: D. Stanka

Fahrerlebnis

Unsere Fahrstrecke von knapp 50 Kilometern führte uns von Darmstadt nach und durch Frankfurt und von dort in Richtung Flughafen. Auf dieser kleinen Runde wechselten sich Stadt- Landstraßen- und Autobahnverkehr in einer nahezu perfekten Art und Weise ab. Gleiten, Segeln und auch Vollgasfahrten mit drei Personen an Bord sowie eine in Betrieb befindliche Klimaautomatik sorgten für eine hohe Belastung. Trotzdem zeigte uns das Bordinstrument am Flughafen noch eine elektrische Reichweite von 10 Kilometern an, ganz und gar im Sinne des Erfinders, der 60 Kilometer im rein elektrischen Betrieb verspricht.

Auf unserer Fahrt zum Testwagen waren wir als Beifahrer in einem Volt unterwegs, dessen Batterien bis zum letzten Tropfen leergesaugt waren? Wobei zu sagen ist, dass die Batterie nie komplett entleert wird, bevor sich der Benzinmotor dazu schaltet. Rund 20 Prozent der Kapazität bleiben immer enthalten. Mit dem Motor, der in einem gleichbleibenden Drehzahlband läuft und damit praktisch keine Lastwechsel kennt, ist die Fahrt ähnlich geräuscharm, wie im elektrischen Aggregatzustand.

Chevrolet Volt

Foto: D. Stanka

Auch der Gangwechsel des mittels Planetengetriebe geschalteten Volt ist nicht spürbar. Alleine die Anzeigen auf dem großen Bildschirm in der Mitte des modern gestalteten Armaturenbretts teilten uns mit, in welchem Modus sich der Volt gerade befindet. Während der Fahrt mit dem Benzinmotor wird die Batterie auf verschiedene Art und Weise immer wieder geladen. Sei es durch Bremsen oder Gas wegnehmen. Das führt dazu, dass sich immer wieder der Elektromotor als Antriebsquelle zurückmeldet. Denn die gewonnene Energie wird nicht gespeichert, sondern sofort in den Antrieb zurückgeführt.

Volle Ladung

Drei Stunden genügen der 16 kWh Lithium-Ionen-Batterie des Volt, um an einer Standard-230-Volt-Steckdose voll aufgeladen zu werden. Schnell genug, um nach einem Einkaufsbummel wieder rein elektrisch fahren zu können. In Euro umgerechnet, kostet eine Ladung für die Volt-Batterie aktuell rund einen Euro. Oder anders ausgedrückt rund ein Sechstel der Kosten für einen ähnlich konfigurierten Pkw mit konventionellen Antrieb.

Chevrolet Volt

Foto: D. Stanka

Bei dieser Betrachtung wird schnell klar, dass der Kaufpreis von 41.950 Euro für den Chevrolet Volt durchaus akzeptabel ist. Vor allem unter dem Aspekt, dass der Volt ein vollwertiges Automobil für vier Personen ist und ein Gepäckraumvolumen von 300 Litern aufweist.

Fazit

Der Chevrolet Volt ist im Moment das Elektroautomobil mit den größten Zukunftsaussichten. Die ansonsten auf den Markt befindlichen Konzepte, die ausschließlich elektrisch betrieben werden und eher im Kleinst- und Kleinwagensegment angesiedelt sind, mögen für den urbanen Verkehr genügen. Der Volt ist dagegen ein Auto für alle Zwecke und alle Fahrstrecken.

Chevrolet Volt

Foto: D. Stanka

Technische Daten: Chevrolet Volt

Motor: Elektromotor + Verbrennungsmotor als Generator

Getriebe: Planetengetriebe

Leistung in kW/PS: 111/149

Max. Drehmoment: 368 Nm

Länge/Breite/Höhe: 4.498/1.788/1.610  in mm

Kofferrauminhalt: 300 l

Beschleunigung: 9 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 161 km/h

Preis: 41.950 Euro

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München




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