Lexus IS F – Shinkansen der Asphaltpisten

Dienstag, 1. Sep. 2015

Hybrid ist normalerweise das angesagte Schlagwort bei Lexus. Zwei Limousinen, ein SUV und seit Kurzem ein Kompaktwagen sollen dabei helfen, das Umweltgewissen zu beruhigen. Aber die Japaner können auch anders. Zum Beispiel mit dem IS F, der uns zwei Wochen quer durch Deutschland begleitete. Und um es vorwegzunehmen, diebisch viel Freude bereitete

Lexus IS F – Shinkansen der Asphaltpisten 

Fahrbericht von Dietmar Stanka

 Foto: D. Stanka

Hybrid ist normalerweise das angesagte Schlagwort bei Lexus. Zwei Limousinen, ein SUV und seit Kurzem ein Kompaktwagen sollen dabei helfen, das Umweltgewissen zu beruhigen.

Aber die Japaner können auch anders. Zum Beispiel mit dem IS F, der uns zwei Wochen quer durch Deutschland begleitete. Und um es vorwegzunehmen, diebisch viel Freude bereitete.

Schiere Kraft

5 Liter, V8, 311 kW (423 PS). Werte, die aufhorchen lassen und einen an Fahrzeuge aus den Sportschmieden mit den Kürzeln „M“, „RS“ und „AMG“ denken lassen. Oder an Smallblocks aus US-Produktion. Kräftig allemal, um die 1,7 Tonnen Leergewicht in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen und den Vorwärtsdrang erst bei 270 km/h einzubremsen. Saugertypisch liegt das maximale Drehmoment von 505 Nm erst bei 5.200 Umdrehungen pro Minute an.    Sanftes Brabbeln ertönt nach dem Druck auf den Starterknopf. Bis auf knapp 4.000 Umdrehungen hält sich der V8 fast schon vornehm zurück. Danach produziert der IS F einen infernalischen Sound, der so manche Heavy-Metal-Band neidisch machen würde.  Eingekleidet in die Karosse der Mittelklasse-Limousine IS wirkt der F ganz im Gegensatz zu den Klangwelten harmlos und total unauffällig. Das ändern auch nicht die seitlichen Kiemen am vorderen Kotflügel und die vier in Chrom gefassten Auspuffrohre. 

 

Foto: D. Stanka

Fahrspaß

Wenn ein japanischer Autobauer ein sportliches Fahrzeug auf die Räder stellt, dann ist das nicht immer ein optischer, dafür meist ein technischer Leckerbissen. Nicht anders beim IS F, dessen Namen auf den Fuji Speedway weist. Unter dem wohl berühmtesten Berg Japans ist zudem das Higashi Fuji Technical Centre beheimatet, die Hightech-Entwicklungsabteilung von Toyota und somit auch Lexus.  „Ich wollte ein Automobil entwickeln, das jeden Augenblick des Fahrens zu einem wunderbaren Erlebnis macht. Ein Automobil, das mich jedes Mal aufs Neue faszinierenden Fahrspaß erleben lässt.“ So spricht Chefingenieur Yukhiko Yagushi, verantwortlich für den IS F. Wir können Yagushi San nur zustimmen. Der IS F ist eine wunderbare Fahrmaschine, die mit einem Preis von 69.600 Euro im Mitbewerberumfeld   am unteren Ende angesiedelt ist. Neben einem umfangreichen serienmäßigen Ausstattungspaket besitzt der IS F ein Fahrwerk, das selbst mit den auf unseren Testwagen montierten Winterreifen von Pirelli eine herausragende Performance an den Tag legte. Einen hohen Anteil zur komfortablen und auch extrem sportlicher Fortbewegung trägt das Achtstufen-Automatikgetriebe mit SPDS (Sport Direct Shift) bei.  Im dichten Verkehr oder auf Langstrecken können sich die Passagiere an einer präzisen Automatik erfreuen. Im manuellen Schaltmodus kann man dagegen die Kuh richtig fliegen lassen. Über die Schaltpaddels am Lenkrad funktioniert jeder Eingriff in das Getriebe in Windeseile, denn die Fahrstufenwechsel dauern nur eine Zehntelsekunde. Noch einen Ticken dynamischer wird der Lexus IS F nach dem Druck auf die S-Taste, die versteckt rechts unter dem Lenkrad zu finden ist.   Foto: D. Stanka

Ausstattung

Komplett ist das einzig zulässige Wort für die Ausstattung des Lexus IS F. Unter anderem zählen dazu Leder auf dem Gestühl, den Türeinlässen und im Bereich des Schalthebels. Bi-Xenon und Kurvenlicht, ein Navigationssystem mit 7-Zoll-Touchscreen, das durch eine Bluetooth-Schnittstelle und ein 14 Lautsprecher umfassendes Mark Levinson Surround-System ergänzt wird, vervollständigen zusammen mit anderen Features den IS F aufs Feinste. Aufpreise verlangt Lexus nur für die Mica-/Metallic-Lackierung (720 Euro), ein elektrisches Glasschiebedach (1.010 Euro) sowie das 3.500 Euro teure adaptive Geschwindigkeitsregelsystem.   Foto: D. Stanka  

Fazit

Wer in dieser Klasse einen Außenseiter mit hohen Qualitäten sucht, ist mit dem Lexus IS F bestens bedient. Die Serienausstattung lässt keine Wünsche offen, die Fahreigenschaften sind tadellos, und wenn sich der Gasfuß entsprechend zügelt, sind auch Verbrauchswerte unter 10 Litern erreichbar. Die 8,3 Liter, die Lexus für den IS F angibt, sind recht theoretisch, denn ein IS F ist eben nicht nur zum Cruisen gebaut.  Foto: D. Stanka

Technische Daten: Lexus IS F

Motor: 8-Zylinder-Benziner

Getriebe: Achtgang-Automatik Hubraum: 4.969 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 311 kW (423 PS)/5.200 Max. Drehmoment: 505 Nm von 5.200 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.660/1.815/1.415  in mm Leergewicht: 1.700 kg Zul. Gesamtgewicht: 2.120 kg Kofferrauminhalt: 378 l Bereifung: 225/40 R 19 vorne, 255/35 R 19 hinten Felgen: 8 x 19″ vorne, 9 x 19″ hinten Beschleunigung: 4,8 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 270 km/h  Tankinhalt: 64 l Kraftstoffverbrauch kombiniert: 8,3 Liter auf 100 km Preis: 69.600 Euro inkl. MwSt. 

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München