Audi RS3 Sportback – Donnerschlag

Audi RS3 Sportback – Donnerschlag in der Kompaktklasse

Fahrbericht von Dietmar Stanka

 

Audi RS3 Sportback

Foto: D. Stanka

 

Der Lebenszyklus des A3 Sportback neigt sich dem Ende zu. In Genf konnte man dieser Tage bereits die Studie des neuen A3 bewundern, erstmals als Stufenheck ausgeführt. Trotz all dieser Kenntnis bringt Audi mit dem RS3 Sportback jetzt die stärkste Variante dieser Modellreihe auf den Markt. Nachtigall ick hör dir trapsen. Ein paar Kilometer weiter südlich bereitet sich der wichtigste Mitbewerber ebenfalls auf eine Markteinführung im Segment der kompakten Supersportler vor. Das 1er M Coupé steht in den Startlöchern und wird mit exakt derselben Motorenleistung ins Rennen geschickt: 250 kW (340 PS).

And the Winner is?

Zu Deinem Neuwagen

Stellt sich nun die Frage, welchem der beiden Automobile die Krone des Überfliegers überreicht wird. Bei unseren ersten Testfahrten Anfang März 2011 mit dem RS3 schlug unser Herz schon ein bisschen mehr in Richtung Ingolstadt. Der Audi ist mit seiner Karosse nutzwertiger als das zweitürige Coupé aus München und zudem mit der herausragenden quattro Performance gesegnet.

Audi RS3 Sportback

Foto: D. Stanka

Klangwelten

Der Haus- und Hofkomponist und Musikarrangeur Leslie Mandoki hätte keinen besseren Sound für den RS3 zaubern können. Es beginnt mit einer leisen Melodie aus den fünf Zylindern, die mit einem Turbolader beatmet werden, der bis zu 1,2 Bar Ladedruck erzeugen kann. Auf den ersten Kilometern durch den Stadtverkehr in Nizza entlang der Küstenstraße bis Monte Carlo war dem RS3 auch nicht mehr zu entlocken. Denn solange der RS3, untertourig geschaltet durch die serienmäßige S Tronic mit sieben Gängen, bewegt wird, hält er sich vornehm zurück.

Einzig ein kurzer Ampelspurt ließ den RS3 kurz brabbeln, bevor uns der Verkehr wieder einbremste. Nach der obligatorischen Pressekonferenz und einem Mittagessen konnten wir den RS3 endlich die Sporen geben. Ein Stück über die Autobahn Richtung Italien und dann hoch in die Berge. ESP auf Sportmodus, die S-Taste gedrückt und den Schalthebel ebenfalls auf S positioniert. Ab ging die wilde Hatz über einige Kilometer Serpentinen. Die Zeit der infernalischen Klangwelten und einem Fahrspaß, der nie aufhören sollte.

Unser Testwagen trug auf der Vorderachse die optional erhältlichen 255er 19-Zöller (Serie 235/55, hinten 225/55). Damit steigert sich die eh schon grandiose Performance noch einmal um mehrere Nuancen. Wie auf Schienen stürmte der RS3 mit einer fulminanten Längs- und Querbeschleunigung in die Seealpen hinauf. Den nötigen Seitenhalt vermittelten die ebenfalls gegen Aufpreis zu ordernden Schalensitze, die auch mit Sechs-Punkt-Gurten bestückt werden können.

Lass die Straße bitte nicht aufhören und doch, irgendwann ist der Gipfel erreicht und es geht wieder hinunter ins Tal nach Menton. Allerdings entlockte uns ein knapp ein Kilometer langer Tunnel noch einmal ein breites Lächeln. Mit den Schaltwippen den zweiten Gang eingelegt und dann Gas geben. Sounderlebnis pur. Highway to Hell. Gänsehaut und Rock’n*Roll. Der Donnerhall des RS3 wirft wahrscheinlich immer noch sein Echo.

Audi RS3 Sportback

Foto: D. Stanka

Ausstattung

49.900 Euro verlangt Audi für den RS3, der damit logischerweise der günstigste Vertreter der schnellsten Audi-Gattung ist. Klingt viel, ist aber im Vergleich zum Wettbewerb absolut konkurrenzfähig. Mitsubishi wirft für ebenfalls rund 50.000 Euro den Evo 10 ins Rennen, Subaru zu einem ähnlichen Preis den STI. Beides Viertürer mit Alltagstauglichkeit, aber hohem Spritverbrauch. Apropos Schluckverhalten. Audi gibt 9,1 Liter pro 100 Kilometer an, erreichbar nur dann, wenn man seinen Gasfuß entsprechend zügelt. BMW ruft für sein bereits erwähntes 1er M Coupé 50.500 Euro auf. Dieser hat aber nur zwei Türen und damit nicht die Platzverhältnisse des RS3 aufzuweisen.

Bi-Xenon, LED-Tagfahrlicht, Ledersportsitze und die fetten 19-Zöller sind beim RS3 serienmäßig an Bord. Hinzu kommt die gewohnt sportive Optik mit großen Beatmungskiemen im Frontspoiler und ein der Aerodynamik dienlicher Dachkantenspoiler. Die S Tronic begeistert mit ihren sieben Schaltstufen auch in jeder Lebenslage, egal ob beim gemütlichen Cruisen entlang des Mittelmeers oder auf den Spuren der Rallye Monte Carlo mit permanenten Gangwechseln.

Audi RS3 Sportback

Foto: D. Stanka

Fazit

Manometer. So ein Spaßfahrzeug hat in der Riege der kompakten Sportler echt gefehlt. Familien- und gleichzeitig Nürburgringtauglich. Mit einem Fahrwerk versehen, das zwar straff gefedert ist, dennoch die Bandscheiben schont. In der Audi-typisch hochwertigen Verarbeitung geliefert wird und damit viele Jahre Freude bereitend. Da kann man Michelle Mouton, der ehemaligen Werkspilotin bei Audi und erfolgreichsten Rallye-Fahrerin aller Zeiten schon zustimmen, wenn sie den RS3 mit den Worten „Still the Best“ beschreibt. (ds)

Audi RS3 Sportback

Foto: D. Stanka

Technische Daten: Audi RS3 Sportback

Motor: 5-Zylinder-Benziner

Getriebe: Siebenstufen S Tronic

Hubraum: 2.480 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 250 kW (340 PS)/5.400 – 6.500

Max. Drehmoment: 450 Nm bei 1.600 – 5.300 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 4.302/1.794/1.402 in mm

Radstand: 2.578 in mm

Leergewicht: 1.575 kg

Zul. Gesamtgewicht: 2.135 kg

Kofferrauminhalt: 302 l, bei umgeklappter Rückbank 1.032 l

Bereifung: 235/55 R19 vorne, 225/55 R 19 hinten

Felgen: 8 x 19″ Leichtmetall

Beschleunigung: 4,6 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (abgeregelt)

Tankinhalt: 60 l

Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 9,1 l auf 100 km

Preis: 49.900 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München




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