Mitsubishi i-MiEV auf einem guten Weg

Mitsubishi i-Miev Foto: D. Stanka

Mitsubishi i-MiEV – Elektrisches Fortbewegung für Alle?

Fahrbericht von Dietmar Stanka

Kaufen oder Leasen? Die Frage stellt sich bei dem i-MiEV ähnlich wie bei seinem Citroën-Schwesterchen C-Zero. Doch Mitsubishi hat den französischen Konzepten in der Frage der Finanzierung etwas voraus.

Denn die Modalitäten des Leasings richten sich ganz und gar nach den Bedürfnissen der Kunden. Will also jemand nur ein Jahr lautlos durch die Gegend düsen, dann ist dies ebenso möglich, wie längere Laufzeiten mit mehr oder weniger Kilometern.

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Technische Eigenschaften

Wir kennen diesen Satz aus der Werbung. „Wer hat es erfunden?“ In diesem Fall nicht die Schweizer, sondern die Japaner. PSA hat sich sinnvollerweise auf den Zug dieser technischen Entwicklung gesetzt und ist mit zwei Modellen im Boot der neuen oder auch wieder entdeckten Elektromobilität.

Drei Fahrmodi zum Vorwärtskommen können über den Schalthebel gewählt werden. Klassisch „D“ sowie „B“ und „C“. „B“ steht für Bremsen oder Berg, denn bei einer Fahrt von einem solchen hinab erhöht sich der Grad der Rückgewinnung von Energie. Auch im Stadtverkehr kann diese Stufe sinnvoll eingesetzt werden. Bedingt durch die höhere Bremswirkung beim Wegnehmen des Gases entsteht eine spürbar direktere Verzögerung.

Ganz und gar anders ist die Stufe „C“. Der Buchstabe steht für „Comfort“ und reduziert die Effekt der Rückgewinnung im Schubbetrieb. Wird der Gasfuß gelupft, entschleunigt der i-MiEV sehr sanft, sodass der sogenannte Segeleffekt entsteht. Dies führt zu einem wesentlich angenehmer empfundenen Fahrerlebnis. Die Fahrstufe „D“ tendiert eher zu „B“ und ist in dieser Konfiguration die einzig erhältliche Fahrstufe der PSA-Modelle. Daneben sind, wie bei einem Automatikgetriebe üblich, „R“, „N“ und „P“ in der Kulisse zu finden.

Mitsubishi i-Miev

Foto: D. Stanka

Fahrverhalten und Reichweite

Der i-MiEV ist das ideale Automobil für Pendler sowie die täglichen meist kurzen Erledigungsfahrten. Er ist klein und wendig für den Stadtverkehr und groß genug für den Familieneinkauf. Etwas gequetscht können auch vier Erwachsene nicht allzu lange Strecken im i-MiEV zurücklegen. Dass wir den i-MiEV trotzdem nicht bald an jeder Ecke stehen und fahren sehen, liegt am hohen Preis (34.390 Euro) und an der Angst vieler Autofahrer stromlos liegen zu bleiben.

Angst ist aber wie so oft ein schlechter Ratgeber. Auch wenn die von Mitsubishi angegebenen 150 Kilometer Reichweite theoretisch zu betrachten sind, sind 80 – 120 Kilometer auch mit vielen aktiven Bordverbrauchern ohne Probleme zu erreichen. Und Hand aufs Herz. Wie weit sind die täglich rückgelegten Strecken wirklich? 5, 10, 15 oder vielleicht auch mal 40 Kilometer? Oder auch mal nur ein paar 100 Meter zum nächsten Supermarkt oder um die Kinder von der Schule zu holen?

Durchschnittlich legt der deutsche Pkw 38 Kilometer an einem Werktag zurück. 70 Prozent aller Fahrten sind kürzer als 40 Kilometer, 40 Prozent sogar kürzer als 5 Kilometer! Dazu kommt eine tägliche Standzeit von 92 Prozent. Zeit genug also, um die Batterie regulär innerhalb von sechs Stunden wieder komplett zu füllen. Oder über den Schnellladevorgang innerhalb einer halben Stunde die Batterie mit 80 Prozent zu beladen.

Mitsubishi i-Miev

Foto: D. Stanka

Mit den DC-(Gleichstrom-)Schnellladegeräten ist eine zusätzliche Reichweite von 30 – 40 Kilometern auch nach 5 Minuten an der Steckdose möglich. Dieses Schnellladen ist als Ergänzung zum konventionellen Laden zu Hause, am Arbeitsplatz oder während eines längeren Einkaufsbummels zu verstehen. Nur 2 DC-Stationen sorgten bei einem Feldversuch in Tokio 2008 für eine Verfünffachung der bis dato erzielten Fahrleistung! Der Verband CHAdeMO (Change for Moving), dem Firmen wie Nissan, Mitsubishi, Toyota, PSA, Subaru sowie in Kürze weitere europäische OEM angehören, strebt einen Standard für das Schnellladen von Elektroautos an. Dieser wird künftig die Installation solcher Stationen an neuralgischen Punkten erleichtern und die Möglichkeiten der Elektromobilität entsprechend erweitern.

Mitsubishi i-Miev

Foto: D. Stanka

Fazit

Mitsubishi ist mit dem i-MiEV auf einem guten Weg. Sinnvolle Logistik, die gemeinsam mit Energiekonzernen und Zulieferbetrieben entwickelt wird, kann den problemlosen Einsatz von elektrisch betriebenen Fahrzeugen schnell Realität werden lassen. Wenn dann noch die Preisschraube nach unten gedreht wird, könnte sich so manch einer für ein Fortbewegungsmittel dieser Art entscheiden.

Mitsubishi i-Miev

Foto: D. Stanka

Technische Daten: Mitsubishi i-MiEV

Motor: Permanent-Synchronmotor

Getriebe: 1-Gang mit starrer Übersetzung und drei Vorwärts-Fahrprogrammen

Dauerleistung in kW/PS: 35/38 2.500 – 8.000

Maximale Leistung in kW/PS: 47/67

Max. Drehmoment: 180 Nm von 0 – 2.500 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 3.480/1.594/1.610  in mm

Radstand: 2.550 in mm

Leergewicht: 1.110 kg

Zul. Gesamtgewicht: 1.450 kg

Kofferrauminhalt: 166 l

Bereifung: vorne: 145/65 R 15, hinten: 175/55 R 15

Felgen: 4 x 15″ vorn 5 x 15″ hinten Leichtmetall

Beschleunigung: 15,9 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h

Radius: 150 km

Preis: 34.390 Euro

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München




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