Saab 9-5 – die Rückkehr in die Premiumklasse?

Saab 9-5 – die Rückkehr in die Premiumklasse?

Fahrbericht von Dietmar Stanka

Saab 9-5

Foto: D. Stanka

Saab hat sich Großes vorgenommen. Die Rückkehr in die Klasse der Premium-Automobilhersteller. Denn Saab sieht sich mit seinen Produkten auf gleicher Höhe, wie Audi, BMW und Mercedes-Benz. Und will dies mit dem neuen 9-5 unter Beweis stellen. Bei der Pressevorstellung Mitte November am Hockenheimring standen fast alle Motorisierungen und ebenso die front- bzw. allradgetriebenen Modelle zu Ausfahrten bereit.

Ein neues Auto?

Zu Deinem Neuwagen

Der 9-5 ist nicht neu. Er sollte, zeitgleich mit dem Opel Insignia, auf dessen Plattform er steht, bereits vor zwei Jahren auf den Markt kommen. Im September 2010 stand er auf der IAA in Frankfurt und erst seit Kurzem darf er die sehnsüchtig wartende Kundschaft beglücken. Aber schafft der krisengebeutelte Hersteller, der seit wenigen Monaten dem niederländischen Sportwagenhersteller Spyker gehört, diese riesige Hürde?

Skandinavische Nüchternheit

Von außen wirkt der Saab 9-5 chic und gleichzeitig mit einem gewissen Understatement versehen. Gestreckt in der Länge und die Dachlinie der Mode entsprechend coupé-haft gezeichnet. Der typische Kühlergrill betont die Herkunft und das LED-Leuchtband am Heck setzt den eigenständigen Charakter in den Vordergrund. Die Verwandtschaft zum Insignia ist so weder außen noch innen zu erkennen.

Saab 9-5

Foto: D. Stanka

Der Innenraum ist eindeutig einem Saab zuzuordnen. Große Flächen dominieren das Armaturenbrett, der verwendete Kunststoff hat mit Premium allerdings recht wenig zu tun. Kühl und skandinavisch ist zwar nett, aber das genügt den Ansprüchen dieses Segments definitiv nicht. Hier ist schleunigst Nachbesserung angesagt, ansonsten kann Saab bei der Kundschaft anderer Hersteller keine Stiche machen. Ein cooles Feature ist dagegen die zusätzliche Geschwindigkeitsanzeige als eine der Optionen im Bordcomputer. Sie macht die Herkunft von Saab deutlich, denn sie ist einem Instrument eines Flugzeugs nachempfunden.

Das Interieur des 9-5 hat aber auch seine Vorzüge. Die Bedienelemente sind intuitiv angeordnet und sämtliche Anzeigen gut ablesbar. Das Gestühl ist absolut langstreckentauglich und die Passagiere werden sich auch im Fond wohlfühlen. Das Head-Up-Display projiziert wichtige Daten ins Blickfeld des Autolenkers und lässt sich individuell einstellen.

Saab 9-5

Foto: D. Stanka

Hohes Ausstattungsniveau

Eine individuelle Einstellung des Fahrwerks, der Lenkung und des Motors lässt sich mithilfe des DriveSense-Systems bewerkstelligen. Die Wahl besteht aus den Modi Comfort, Sport und Intelligent, wobei Letztgenannter meist die beste Wahl ist, weil dieser Modus das Fahrverhalten analysiert und dementsprechend reguliert. Bei den Fahrzeugen mit Allrad (XWD) passt die variable Drehmomentverteilung zudem das Verhältnis zwischen den Achsen und Hinterrädern an.

Technisch ausgereift sind auch die Sicherheitssysteme dieses schwedischen Herstellers. Es gibt keine unangenehmen Überraschungen, sondern sinnvolle Helferlein, wie zum Beispiel SmartBeam, das intelligente Scheinwerfersystem. Die Bi-Xenon-Leuchten reagieren auf Geschwindigkeit, Gegenverkehr, Lenkeinschlag und schlechtes Wetter. Letztgenanntes wird über den Regensensor aktiviert und regelt den Lichtkegel unter anderem bei Nebel, damit man selbst, aber auch der Gegenverkehr nicht geblendet wird.

Mittlerweile schon fast Standard zu nennende Sicherheitsfeatures ergänzen das Angebot im 9-5. Das sind zum Beispiel die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung und der Spurhalteassistent. Dieser meldet sich allerdings nur mit einem Piepser, greift aber nicht ins Lenkrad ein.

Neben dem Basismodell Linear wird der 9-5 als Vector und Aero angeboten. Die Motorenpalette umfasst sechs Triebwerke mit einem Leistungsspektrum von 82 kW (112 PS) bis zu 221 kW (300 PS). Eines ist ein 2-Liter-Bio-Power-Motor, der mit E85 (Bioethanol) angetrieben werden kann und 162 kW (220 PS) leistet.

Saab 9-5

Foto: D. Stanka

Fazit

Mit dem 9-5 will Saab Land gewinnen. Ob es mit der Limousine in Deutschland klappt, bleibt dahingestellt. Aber bereits Mitte 2011 soll ein Kombi, der laut Hans-Jörg Hänggi, Geschäftsführer der Saab Deutschland GmbH, außergewöhnlich chic designt ist, angeboten werden. Mit diesem Fahrzeug und dem eben vorgestellten verbrauchsoptimierten 1,9-Liter-Diesel für den Saab 9-3, der selbst mit 180 PS nur 4,5 Liter benötigt, könnte Saab auch für Flotten interessant werden.

Foto: D. Stanka

Technische Daten: Saab 9-5 2,0 TTiD Vector

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe

Hubraum: 1.956 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 140 kW (190 PS)/4.000

Max. Drehmoment: 400 Nm bei 1.750 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 5.008/1.868/1.467  in mm

Radstand: 2.837 in mm

Leergewicht: 1.900 kg

Zul. Gesamtgewicht: 2.360 kg

Kofferrauminhalt: 515 l

Bereifung: 225/55 R 17

Felgen: 7 x 17″ Leichtmetall

Beschleunigung: 9,1 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h

Tankinhalt: 70 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 6 Liter auf 100 km

Preis: 41.400 Euro

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München




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