Porsche 911 Carrera Cabrio

Donnerstag, 19. Mär. 2015

Anfang September in Stuttgart. Die Luft ist noch etwas kühl, fast schon herbstlich. Es hat um die 15 Grad und die Sonne scheint von einem wolkenlosen blauen Himmel herunter. Unser Testwagen, ein Porsche 911 Cabriolet steht frisch gewaschen zur Abholung bereit.

Luftiges VergnügenFahrbericht von Dietmar Stanka

Foto: D. Stanka

Anfang September in Stuttgart. Die Luft ist noch etwas kühl, fast schon herbstlich. Es hat um die 15 Grad und die Sonne scheint von einem wolkenlosen blauen Himmel herunter. Unser Testwagen, ein Porsche 911 Cabriolet steht frisch gewaschen zur Abholung bereit.

Der erste Griff nach dem Einschalten der Zündung ist klar: Den Hebel zum Öffnen des Daches betätigen und sich die frische Luft um die Nase wehen lassen. Auf geht’s nach München über die fast leere A8. Der gut 2-stündige Trip wechselt zwischen gemütlichem Cruisen und wenigen Vollgas-Fahrten, die einem die Mundwinkel noch weiter nach hinten ziehen.

Dann ist Sprit sparen angesagt mit dem Carrera Cabrio. Die 9,9 Liter, die Porsche für das Cabriolet angibt sind bei ruhiger Fahrweise problemlos zu erreichen. Bei den ausgiebigen Testfahrten, die uns sehr viel über Autobahnen, aber auch in den Stadtverkehr und über Landstraßen führten, konsumierte der 911er um die 11 Liter. Für einen reinrassigen Sportwagen ein wirklich guter Wert. 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und eine Spitzengeschwindigkeit von 287 km/h belegen diesen Status mehr als deutlich.Foto: D. Stanka  

Sieben Gänge

Es ist ein herrliches Vergnügen mit einem 911er unterwegs zu sein. Noch dazu, wenn es ein offenes Vergnügen ist, das sich leider in diesem Jahr nur selten erleben ließ. Zwischen gemütlichem dahinzuckeln und sportlichster Gangart, mit dem „schwächsten“ aller 911er ist alles möglich. Apropos schwach. 254 kW (345 PS) sind mehr als genug, um fast immer der Schnellste zu sein. Mit dem Doppelkupplungsgetriebe PDK wird der Carrera noch mehr zu einem Automobil, mit dem sich jeglicher Alltagsbetrieb bestens bewältigen lässt. Die sieben Gänge sind perfekt abgestimmt und bei Tempo 65 auf dem mittleren Ring in München wird bei konstanter Fahrweise vom Getriebe der höchste Gang gewählt.

Ein Porsche des 21. Jahrhunderts hat sich zu einem Luxusmobil entwickelt. Vorbei die Zeiten spartanischer Ausstattung, die einen in früheren Jahren eher an ein käferartiges Automobil aus Wolfsburg erinnerten. Feinstes Leder, sinnvolle Ablagemöglichkeiten in der Mittelkonsole und den Türeinlässen sind neben hochwertigster Verarbeitung wichtige Attribute eines 911ers. Wie gewohnt klar strukturiert das Armaturenbrett mit dem mittig positionierten Drehzahlmesser. Ebenfalls obligatorisch, dass der Zündschlüssel links neben dem Lenkrad eingesteckt werden muss. Ein Überbleibsel aus dem Rennsport. Denn vor mehr als 50 Jahren waren die sogenannten Le Mans-Starts üblich. Bei denen standen die Rennwagen quer zur Fahrrichtung und die Piloten mussten einen Spurt über die Rennstrecke zu den Fahrzeugen zurücklegen, ins Fahrzeug springen und dann starten, Gang einlegen und losspurten. Auch wenn es antiquiert anmutet, es gehört zu einem Porsche genauso dazu, wie der Heckantrieb!Foto: D. Stanka  
Ist es nicht müßig, über die Qualitäten eines Porsche Fahrwerks zu schreiben? Nein! Denn mit den verschiedenen Fahrmodi entwickelt der 911er verschiedene Qualitäten, die es lohnen, genauer betrachtet zu werden. In unserem Testwagen war das “Porsche Active Suspension Management", kurz PASM, eingebaut. Dieses System ist ein aktives, elektronisch geregeltes Dämpfungssystem, das im Normalbetrieb schlechte Straßenverhältnisse komfortabel glattbügelt. In der Sport-Einstellung mutiert das eh schon sportliche Dämpfungssystem fast zu einem Rennfahrwerk.Foto: D. Stanka Mit dem optional erhältlichen Sport Chrono Paket Plus in Verbindung mit dem Doppelkupplungsgetriebe PDK besteht die Möglichkeit durch Drücken der Sport oder Sport Plus Taste in der Mittelkonsole, direkt die gewünschte Getriebeabstimmung anzuwäh

Niedrige Verbrauchswerte

Luxuriöses Innenleben

Fahrwerksqualitäten

Fazit

Solch eine Trennung tut weh. Zwei Wochen durften wir bei wechselhaftem Wetter das Carrera Cabrio mal offen und mal geschlossen durch die deutschen Lande bewegen. Fast 3.000 km, die mit viel Fahrspaß verbunden waren, ließen uns zu 911er-Liebhabern werden. Dieses Modell ist immer noch der Inbegriff des deutschen Sportwagens und es lässt uns hoffen, dass die Zuffenhausener auch mit der nächsten Generation einen echten Elfer entwicklen werden. Foto: D. Stanka

Technische Daten: Porsche 911 Carrera Cabrio

Motor: 6-Zylinder-Boxer-Benziner Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe PDK Hubraum: 3.614 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 254 kW (345 PS)/6.500 Max. Drehmoment: 390 Nm bei 4.400 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.435/1.808/1.310  in mm Radstand: 2.350 in mm Leergewicht: 1.500 kg Zul. Gesamtgewicht: 1.880 kg Kofferrauminhalt: 135 l Bereifung: vorne: 235/40 ZR 18, hinten: 265/40 ZR 18 Felgen: vorne: 8 x 18″ hinten: 10 ½ x 18’’ Leichtmetall Beschleunigung: 4,9 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 287 km/h Tankinhalt: 64 l Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 9,9 l auf 100 km Preis: 96.843 Euro inkl. MwSt. Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München