Toyota Auris Hybrid-Erzieherische Maßnahme

Mittwoch, 11. Mär. 2015

Es ist vollbracht. Toyota, der Vorreiter serienmäßiger Hybridtechnik im Automobilbau bringt den Auris als Vollhybrid auf den Markt. Damit sind die Japaner die ersten, die im Kompaktsegment mit dieser Antriebsart neue Kunden erobern wollen. Die Frage ist, welche Chancen sie mit dem nicht gerade frisch und witzig designten Auris haben? Diesem Modell fehlt leider der Charme einer Giulietta oder die weltweite Anerkennung eines Golf.

Toyota Auris Hybrid – Erzieherische MaßnahmenFahrbericht von Dietmar Stanka

Foto: D. Stanka

Es ist vollbracht. Toyota, der Vorreiter serienmäßiger Hybridtechnik im Automobilbau bringt den Auris als Vollhybrid auf den Markt.

Dennoch lohnt sich ein Blick unter die Haube des Auris Hybrid. Darunter steckt ein 1,8-Liter-Benziner namens VVT-i, der für sich allein betrachtet 73 kW (99 PS) leistet. Zusammen mit dem 60 kW mobilisierenden Elektromotor erreicht der Auris eine maximale Systemleistung von 100 kW (136 PS). Die Beschleunigungswerte von 0 auf 100 km/h gibt Toyota mit 11,4 Sekunden an und die Höchstgeschwindigkeit soll bei 180 km/h liegen.Foto: D. Stanka  

Damit sind die Japaner die ersten, die im Kompaktsegment mit dieser Antriebsart neue Kunden erobern wollen. Die Frage ist, welche Chancen sie mit dem nicht gerade frisch und witzig designten Auris haben? Diesem Modell fehlt leider der Charme einer Giulietta oder die weltweite Anerkennung eines Golf.

 

Leistung und Motor

Niedrige Verbrauchswerte

Von diesem Geschwindigkeitsrausch lässt man aber besser Abstand. Die Toyota Ingenieure dachten sich wohl etwas dabei, den Klang Motor des Auris so klagend laut zu machen, damit Fahrer oder Fahrerin immer schön langsam fahren und damit möglichst umweltschonend. Erzieherische Maßnahmen also, die dazu verleiten, das Gaspedal nur zu streicheln, um auch ganz gewiss die 3,8 Liter Durchschnittsverbrauch zu erreichen. Damit verbunden sind 89 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer, ein absoluter Rekord in dieser Klasse. Der aber nur erreicht wird, wenn der Hybrid in seinem Element ist.

Dieses Element gliedert sich in den Stop-and-go-Verkehr und in dezente Beschleunigungs- und Bremsvorgänge sowie vom Gas gehen auf. Mit der sogenannten Rekuperation lädt sich nämlich die Batterie, die bei voller Ladung den Auris bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h eine Distanz von bis zu 2 km rein elektrisch bewältigen lässt. Somit vollkommen ohne Emissionen. Nur das diese wunderbare heile Welt nur temporär und mit viel Aufmerksamkeit erreichbar ist.Foto: D. Stanka

Spielwiese urbaner Verkehr

Verschiedene Fahrmodi

Die Aufmerksamkeit muss demnach nicht nur dem Straßenverkehr gewidmet werden, sondern auch den Instrumenten, die einem immer deutlich vor Augen führen, in welchem Modus man gerade unterwegs ist. Ein Tastendruck auf die Powertaste zum Beispiel lässt den Auris schneller flitzen, ein Druck auf die Eco-Taste nimmt Kraft weg und verurteilt zum sanften Dahingleiten. Denn schnell mal überholen ist dann nicht drin. So heißt es, weiter hinter dem Lkw hinterzuckeln und brav Rekuperation üben. Die dann wiederum zu niedrigem Verbrauch führt, die den Sparfuchs und Umweltfreund zum Jubeln bringt.

Fährt man dagegen öfters mal auf Straßen, die freie Fahrt garantieren, ist der Hybrid so ganz und gar nicht mehr in seinem Element. Bei nur etwas höheren Geschwindigkeiten nervt der brummige Motor und die wunderschönen Verbrauchszahlen werden ad absurdum geführt. Dann sind moderne Dieseltriebwerke, deren zwei für den Auris ebenfalls angeboten wird, die definitiv bessere Wahl.Foto: D. Stanka  

Hybrid oder Diesel?

Variantenwahl

Zwei Ausstattungsvarianten werden für den Auris Hybrid, dessen gesamte Typbezeichnung 1,8 VVT-i HSD lautet, angeboten. Life und Executive nennen sich diese und beinhalten für den mindestens 22.950 Euro teuren Wagen nützliche Features. Sieben Airbags sind bereits ab der Ausstattung Life im Auris verbaut, dazu noch eine Berganfahrhilfe, die elektronische Stabilitätskontrolle VSC, ABS und eine Klimaautomatik. 2.000 Euro mehr auf die Tresen des Toyota-Händlers gelegt und schon sind 17-Zöller aus Leichtmetall montiert, ein Regensensor in der Frontscheibe und eine Rückfahrkamera im sich selbsttätig abblendenden Innenspiegel montiert.

Fazit

Der Auris wird auch als Hybrid seine Fans finden. Ob es allerdings in diesem Jahr noch die von Toyota prognostizierten 1.800 werden, zeigen uns dann die Zulassungszahlen des KBA. In seinem Element eingesetzt fährt der Auris in jedem Falle seine Lorbeeren ein, dem urbanen Verkehr sei Dank. Foto: D. Stanka

Technische Daten: Toyota Auris Hybrid Life

Motor: 4-Zylinder-Benziner + Elektromotor Getriebe: Stufenloses CVT-Automatikgetriebe Hubraum: 1.798 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 73 kW (99 PS)/5.200 Systemleistung: 100 kW (136 PS) Max. Drehmoment: 142 Nm bei 4.000 Umdrehungen pro Min. bzw. 207 Nm mit E-Motor Länge/Breite/Höhe: 4.245/1.760/1.515  in mm Radstand: 2.600 in mm Leergewicht: 1.380 – 1.420 kg Zul. Gesamtgewicht: 1.805 kg Kofferrauminhalt: 310 l, bei umgeklappten Sitzen bis zu 1.290 l Bereifung: 195/65 R 15 Felgen: 6,5 x 15″ Leichtmetall Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 11,4 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h Tankinhalt: 45 l Kraftstoffverbrauch gesamt: 3,8 l auf 100 km Preis: 22.950 Euro inkl. MwSt. Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München