Renault Wind

Renault Wind – laues Lüftchen oder stürmischer Bursche?

Renault Wind Foto: D. Stanka

Die Franzosen wagen sich mit dem eben der Presse vorgestellten Klappdach-Roadster auf neues Terrain.

In ein Segment an Automobilen, die in der Vergangenheit zwar Beachtung aber nur ansatzweise Erfolge erzielt haben. Man denkt an Fahrzeuge wie den Mitsubishi Colt CC oder den Opel Tigra Twintop, die eher Ladenhüter waren. Aber auch an einen Peugeot 207 CC, der die Cabriobestsellerliste in Deutschland anführt. Da aber außer dem Peugeot kein anderer in diesem Segment ein Cabrio anbietet, könnte Renault eine Lücke füllen.

Renault Wind

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Foto: D. Stanka

Von vorne wirkt der Wind knubbelig putzig. Seine großen Augen gucken neugierig in die Welt und mit dem großen Kühleinlass wirkt der Wind wie ein Kind, das voller Staunen den Mund aufreißt. Von der Seite betrachtet, erkennt man den Wind als sportlichen Vertreter seiner Gattung. Die Hutzen hinter dem Cockpit verströmen ein klein bisschen Speedster-Feeling und die lang gezogene Frontscheibe lässt die beiden Passagiere relativ strömungsfrei die Frischluft-Fahrt genießen. Das Heck des Wind wird von einem mächtigen Heckspoiler betont.

Apropos Frischluft. Das nur aus zwei Teilen bestehende Dach öffnet und schließt sich in jeweils 12 Sekunden. Da kann einem auch ein plötzlicher Regenguss nichts anhaben. Und während man bei den Mitbewerbern bei geöffnetem Dach auf viel Gepäckraum verzichten muss, sind beim Wind offen oder geschlossen ausreichende 270 Liter Volumen zu verzeichnen. Ergo ist der kleine und sehr wendige Wind das ideale Auto für den urbanen Dschungel mit der Option am Wochenende auch mal an die Nordsee oder an den Gardasee zu fahren.

Renault Wind

Foto: D. Stanka

Bei den ersten Testfahrten an der an Kurven und Kehren nicht gerade armen Cote Azur bewies der kleine Renault sportliche Qualitäten. Das straffe, aber durchaus rückenfreundliche Fahrwerk bietet viel Fahrspaß und adäquaten Komfort. Kein Wunder, stammt es doch vom Minisportler Twingo Renault Sport und ist für den Einsatz in einem Roadster etwas modifiziert worden. Eine gute Wahl traf Renault bei den Rädern. Serienmäßig sind 17-Zöller aus Leichtmetall montiert, die mit 205/40 großen Reifen versehen sind.

Renault Wind

Foto: D. Stanka

Auch der Rest der Serienausstattung kann sich, wie bei Renault gewohnt, sehen lassen. Sicherheitsrelevante Details, wie ABS oder ESP und die obligatorischen Airbags müssen fast nicht mehr erwähnt werden. In der Grundversion „Dynamique“ verfügt der Wind über elektrische Fensterheber, elektrisch einstellbare Außenspiegel, ein MP3-taugliches 2x20-Watt-CD-Radio sowie Nebelscheinwerfer, Bordcomputer und Tempomat.

Die Top-Version „Night & Day“ verwöhnt zusätzlich mit Klimaautomatik, beheizbaren Ledersitzen, Licht- und Regensensor, 2x35-Watt-Radio inkl. Bluetooth sowie einem schwarz lackierten Dach und einer roten Instrumentenbeleuchtung. Wer nun denkt, dass der Wind teuer ist, wird angenehm überrascht. Das Roadster-Vergnügen startet mit dem 74 kW (101 PS) starken 1,2-Liter bei 16.900 Euro. Der 1,6-Liter mit 98 kW (130 PS) unter der Haube kostet 18.300 Euro. Die klare Wahl nach den Testfahrten: Der 1,2-Liter, der erstens preiswerter, zweitens sparsamer und drittens gefühlt agiler ist.

Renault Wind

Foto: D. Stanka

19.100 und 20.500 Euro teuer wird jeweils die Night & Day-Ausstattung kosten, die allerdings nicht sofort mit der Markteinführung im September in Deutschland verfügbar sein wird. Fans von mehr Luxus müssen aber nicht lange geduldig sein. Für den Herbst 2010 wird Night & Day wohl gleichzeitig mit der 133-PS-Variante erhältlich sein.

Der Innenraum des Wind bietet erstaunlich viel Platz. Gut, dieser ist schließlich nur für zwei Personen bemessen, aber auch da kann es im Bereich der Schultern und Ellbogen manchmal etwas eng sein. Einen dynamischen Charakter zeigt die gesamte Innenausstattung. Aluminiumpedale, ein Vierspeichen-Sportlenkrad und ein kurzer Schaltknauf, jeweils mit Leder bezogen und die Sportsitze lassen den Anschein zu, in einem Sportwagen zu sitzen. Neben dem großzügigen Kofferraum haben die Entwickler auch im um die Passagiere herum Ablageflächen geschaffen. Dazu gehören ein gut dimensioniertes Handschuhfach, ein 12 Liter fassendes Ablagefach hinter den Sitzen sowie Staufächer in den Türen und eine kleine Ablage im Fahrerbereich an der Unterseite des Armaturenbretts.

Renault Wind

Foto: D. Stanka

Renault bringt frischen Wind auf die Straßen. Und dieser Wind ist weit mehr als nur ein laues Lüftchen. Flott, preiswert, sportlich und sparsam präsentiert sich ein nett anzusehendes Wägelchen mit viel Charme. Schade nur, dass beide Motoren nur mit einer Fünfgang-Schaltung ausgestattet sind. Ein sechster Gang würde nicht nur für einen deutlich niedrigeren Benzinverbrauch sorgen, sondern auch die Laufruhe bei höheren Geschwindigkeiten steigern. Ein stürmischer Bursche ist der Wind nicht gerade, aber auch das Gegenteil eines lauen Lüftchens. Das Auto macht Spaß, ist gut verarbeitet und hat mit dem großzügigen Gepäckabteil einen echten Nutzwert.

Renault Wind

Foto: D. Stanka

Technische Daten: Renault Wind Dynamique TCe 100

Motor: 4-Zylinder-Benziner

Getriebe: Fünfgang-Schaltung

Hubraum: 1.149 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 74 kW (101 PS)/5.500

Max. Drehmoment: 152 Nm bei 3.500 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 3.828/1.698/1.415  in mm

Radstand: 2.368 in mm

Leergewicht: 1.206 kg

Zul. Gesamtgewicht: 1.344 kg

Kofferrauminhalt: 270 l

Bereifung: 205/40 R 17

Felgen: 7 x 17″ Leichtmetall

Beschleunigung: 10,5 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h

Tankinhalt: 40 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 6,3 l auf 100 km

Preis: 16.900 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München




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