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Jaguar XF 3,0 S

Mittwoch, 25. Mär. 2015

Die Katze verlernt das Fauchen nicht - Von Dietmar Stanka - Grooar – Ein Diesel, der wie ein Benziner klingt, kraftvoll, bissig und mit einer Harmonie, die klar macht, wo sich Jaguar positioniert hat. In der Upperclass der automobilen Zunft. Als der XF Anfang 2008 eingeführt wurde, gab es einige Stimmen aus stockkonservativen Lagern, die diesen Jaguar verteufelten. Zu modern und progressiv war diesen Konformisten das Design, zu wenig Jaguar angeblich, zu wenig Tradition. Aber auch eine britische Nobelmarke, die einer gewissen Tradition verpflichtet ist hat das Recht, nein die Pflicht, sich zu entwickeln.

Die Katze verlernt das Fauchen nicht

Hersteller: Jaguar; Modell: XF 3,0 S Von Dietmar Stanka

Der Jaguar XF 3,0 S
Der Jaguar XF 3,0 SFoto: Stanka  

Grooar – Ein Diesel, der wie ein Benziner klingt, kraftvoll, bissig und mit einer Harmonie, die klar macht, wo sich Jaguar positioniert hat. In der Upperclass der automobilen Zunft.

Als der XF Anfang 2008 eingeführt wurde, gab es einige Stimmen aus stockkonservativen Lagern, die diesen Jaguar verteufelten. Zu modern und progressiv war diesen Konformisten das Design, zu wenig Jaguar angeblich, zu wenig Tradition. Aber auch eine britische Nobelmarke, die einer gewissen Tradition verpflichtet ist hat das Recht, nein die Pflicht, sich zu entwickeln. Der Jaguar XF 3,0 S Foto: Stanka Und diese Entwicklung ist ausschließlich positiv zu sehen. Der XF ist klar strukturiert, genial konstruiert und perfekt verarbeitet. Vorbei die Zeiten, als man den zweiten Jaguar als Ersatzwagen in der Garage zuhause tatsächlich benötigte. Oder sind dies nur Ammenmärchen, um die britische Autobauerzunft zu diskreditieren? Schaut man sich nämlich die Fahrzeuge an, die uns von der Insel jemals erreichten, dann können die Autokonstrukteure der Insel sehr stolz auf ihre Werke und Ideen sein. Man denke nur an die wunderschönen Roadster oder an den puren Luxus von Rolls Royce und Bentley, beide mittlerweile in deutschen Händen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass Jaguar, obwohl seit fast zwei Jahren im Besitz des indischen Megakonzerns Tata, die britische Tradition aufrechterhält. Mit einer Entwicklung, die eine Richtung einschlägt, dass sich dieses Unternehmen im Teich der Premium-Hechte nicht nur bestätigen kann, sondern eine Position erreicht, die einzigartig ist. Das hat der XF erreicht, mit Alleinstellungsmerkmalen, die ihn aus den Welten eines A6, eines 5er und einer E-Klasse abheben. Der Jaguar XF 3,0 S Foto: Stanka Dabei ist dieses Abgehoben sein äußerst wohltuend. Weil es auf die vornehm zurückhaltende Art des britischen Landadels, mit Stil und Verstand geschieht. Betrachten wir den Jaguar XF von außen in seiner ganzen Pracht, die von dem verchromten Kühlergrill in der Front dominiert wird und über eine coupé-hafte Linie in einen unspektakulär hübschen Heck endet. Einem Heck, das über einen Laderaum verfügt, in dem vier zurückhaltend agierende Wesen ihr Gepäck für einen zweiwöchigen Urlaub locker verstauen können. Spektakulärer zeigt sich das Innere des XF: Gekleidet in feinstes Leder – das zumindest ist eine Grunderwartung – sind Gestühl und Armaturentafel sowie die Einlässe der Türen. Eine erste Begegnung mit dem XF empfehle ich in der Dunkelheit. Erst dann sind die bläulich illuminierten indirekten Leuchtquellen zu erkennen, welche die Bedienung wichtiger Schalter kinderleicht ermöglichen und das Fahrzeuginnere in einem Flair von Eleganz erstrahlen lässt. Der Jaguar XF 3,0 S Foto: Stanka Aber auch bei Tageslicht ist der Innenraum des XF ein Hort des Wohlfühlens. Eines Gefühls, das ein bisschen von einem vornehmen englischen Club hat, der in der Hände von Philip Starck gefallen ist. Es ist eben der Mix aus Moderne und Tradition, die den XF so einzigartig aussehen lässt. Mit einem sanften Berühren eines angedeuteten Punktes im Bereich des Handschuhfaches öffnet sich dieses wie von Geisterhand. Ähnlich ist es mit den Lüftungsklappen, die sich nach dem Druck auf den Startknopf öffnen und dem Wählknopf der Sechsgang-Automatik, der griffbereit in die Höhe fährt. Grandios die Geräuschentwicklung des brandneuen 3-Liter-Diesels. Grandios, weil so leise wie kaum ein Selbstzünder und so extrem kraftvoll, das bei Ausnutzung der Kraft zügig das Regelsystem ESP eingreift. Und das, obwohl die S-Variante „nur“ 275 PS leistet. 600 Nm sind eben eine Welt für sich – soviel Drehmoment erreicht keiner der Mitbewerber. Auch ein Grund, warum der Jaguar XF Einzigartigkeit verkörpert. Natürlich reicht auch etwas weniger Leistung und die bietet Jaguar mit der 177 kW (240 PS) leistenden Version, die im Übrigen bei günstigen 51.200 Euro startet. Der Jaguar XF 3,0 S Foto: Stanka Eine Klasse für sich stellt das adaptive Fahrwerk dar. Etwa 100 Mal pro Sekunde passen sich die Dämpfersysteme an den jeweiligen Straßenzustand und den Fahrstil an – damit werden zum einen eine leichte Beherrschbarkeit und zum anderen ein Abrollkomfort ermöglicht, der sonst nur eine Klasse höher zu finden ist. Mit dem durch einen Schalter zu aktivierende Dynamikmodus wird der XF einen Touch progressiver und fahraktiver und aus dem sanften Kätzchen die Wildkatze mit brutalem Biss. Neben den beiden Diesel-Varianten, die bereits eine Klasse für sich sind, hält Jaguar noch zwei Achtzylinder-Benziner und einen Sechszylinder-Benziner bereit. Die 5-Liter-V8 leisten in der Saugerversion 283 kW (385 PS) und in der aufgeladenen Variante 375 kW (510 PS) – genug, um in der höchsten Liga sportlicher Limousinen ein gewichtiges Wort mitzureden. Und wer sich heute für ein Fahrzeug dieses gehobenen Segments entscheidet und dabei den Jaguar XF aus Betracht lässt, hat etwas wesentliches versäumt! Nämlich ein Automobil mit Stil und Vernunft, das mit tollen Materialien versehen und mit höchster Qualität verarbeitet ist und zudem aus der uniformen Masse herausragt. (ds)

Technische Daten: Jaguar XF 3,0 Diesel S Premium Luxury

Motor: 6-Zylinder-Diesel mit Twin-Turboaufladung Getriebe: Sechsgang-Automatik Hubraum: 2.993 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 202 kW (275 PS)/4.000 Max. Drehmoment: 600 Nm bei 2.000 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.961/1.877/1.460 in mm Radstand: 2.909 in mm Leergewicht: 1.820 kg Zul. Gesamtgewicht: 2.360 kg Kofferrauminhalt: 540 l Bereifung: 245/45 R 18 Felgen: 8,5 x 18″ Leichtmetall Beschleunigung: 6,4 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (abgeregelt) Tankinhalt: 69,5 l Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 6,8 l auf 100 km Preis: 59.600 Euro inkl. MwSt. Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München