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Alfa Romeo MiTo - Italienische Revolution

Mittwoch, 11. Mär. 2015

MultiAir im MiTo – Italienische Revolution im Motorenbau - Von Dietmar Stanka - Für Claus Witzeck, Pressechef von Alfa Romeo, Fiat und Lancia in Deutschland ist es eindeutig: „MultiAir ist für uns ein genauso wichtiger Meilenstein in der Motorentwicklung wie der Common-Rail-Diesel“. Richtig, diese Technik stammt aus Italien und nicht, wie uns so mancher glauben lässt, von deutschen Automobilherstellern.

MultiAir im MiTo – Italienische Revolution im Motorenbau

Hersteller: Alfa Romeo; Modell:MiTo Von Dietmar Stanka

Der Alfa Romeo MiTo
Der Alfa Romeo MiToFoto: Stanka  

Für Claus Witzeck, Pressechef von Alfa Romeo, Fiat und Lancia in Deutschland ist es eindeutig: „MultiAir ist für uns ein genauso wichtiger Meilenstein in der Motorentwicklung wie der Common-Rail-Diesel“.

Richtig, diese Technik stammt aus Italien und nicht, wie uns so mancher glauben lässt, von deutschen Automobilherstellern.MultiAir – was steckt hinter diesem Begriff, der eine neue Ära des Motorenbaus einläuten soll? „Es fehlt ganz einfach die Einlassnockenwelle“, erläutert Vittoria Dora, Chefingenieur der Fiat Power Train (FPT) und verantwortlich für ein bahnbrechendes System, das nach Angaben des Herstellers 10 Prozent mehr an Leistung generiert, 15 Prozent mehr Drehmoment produziert und dabei je 10 Prozent weniger Kraftstoff braucht bzw. CO2 emittiert. Der Alfa Romeo MiTo Foto: Stanka Es fehlt eine Nockenwelle? Ja, denn die Ventile auf der Einlassseite werden elektrohydraulisch angesteuert und machen so die Nockenwelle überflüssig. Denn jeder Zylinder verfügt über ein eigenes Hydrauliksystem mit einer separaten Hydraulikkammer. Eine zusätzliche Nocke an der Auslassnockenwelle übermittelt das Ventilspiel mechanisch an das MultiAir-System. Ist das elektronisch gesteuerte Magnetventil an der Hydraulikkammer geschlossen, verhält sich das Ventilspiel wie bei einem konventionellen System. Ist das Magnetventil geöffnet, sind Nocken und Ventile mechanisch voneinander getrennt. Deshalb folgen die Einlassventile nicht mehr dem Rhythmus der Nocken, sondern werden von einem Steuergerät über Magnetventile bewegt. Der Alfa Romeo MiTo Foto: Stanka So wird die Zylinderfüllung (Luft-Gas-Gemisch) exakt auf jeden nur erdenklichen Lastzustand so angepasst, dass der Motor in jeder Fahrsituation mit einem optimalen Wirkungsgrad betrieben wird. Das hilft, die Emissionen in der Kaltlaufphase erheblich zu senken und in den wesentlichen Fahrsituationen mit häufigen Lastwechseln den Verbrauch zu minimieren. Eine weitere Einsparung des Kraftstoffs wird durch das serienmäßige Start&Stopp-System erreicht – nach Angaben von Alfa Romeo senkt das automatische Abschalten des Motors den Verbrauch in der Stadt um 10 Prozent. Ein Blick zurück in die Geschichte des Motorenbaus. In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Alfa Romeo der erste Hersteller mit einem Doppelnockenwellen-Motor. Diese Technik, eine Nockenwelle steuert die Einlass-, die andere die Auslassventile, wird nun erstmals seit mehr als 40 Jahren, verändert. Als erstes Fahrzeug des Konzerns bekommt der MiTo einen 99 kW (135 PS) starken 1,4-Liter-Turbobenziner eingepflanzt, der mit der MultiAir-Technologie ausgestattet ist. Der Alfa Romeo MiTo Foto: Stanka Der MiTo ist wie für das MultiAir-System geschaffen. Die kleine Fahrmaschine ist mit den 135 PS optimal motorisiert und stellt dabei sogar seinen 155 PS starken konventionellen Bruder ein wenig in den Schatten. In Kombination mit der DNA des MiTo – dem System, das die Motor- und Fahrwerkscharakteristik über D (Dynamik), N (Normal) bis A (All Weather) verändert, beweist der MiTo seine herausragende Agilität. Dass sich allerdings die angegebenen 5,9 Liter Durchschnittsverbrauch nach EU-Norm nicht so leicht realisieren lassen, bewiesen die ersten Testfahrten in der Eifel. Das lag aber hauptsächlich daran, dass der extrem spritzige und wendige MiTo das Gas geben liebt. Und wer kann einem italienischen Flitzer widerstehen und dessen Drang, jede Kurve möglichst geschnitten zu fahren. So mussten pro 100 Kilometer rund 8,5 Liter Benzin dranglauben – immer noch ein Wert, der Beachtung verdient. Beachtung deshalb, weil der MiTo im Leistungsvergleich mit ähnlich starken Dieselfahrzeugen nicht viel mehr Sprit benötigt. Und auch deshalb dürfen wir gespannt sein, wie sich bei Alfa, Lancia und Fiat MultiAir in der gesamten Flotte umsetzt wird. Angekündigt sind bereits der neue Fiat Punto Evo mit 95 PS und ein 170 PS starker MiTo Quadrivoglio Verde. In etwas mehr als zwei Jahren soll die MultiAir-Technologie auch bei Dieselmotoren Einzug halten. Und mit diesem hohen Effizienzgrad den Verbrennungsmotoren auch auf längere Sicht eine große Überlebenschance sichern. Der Alfa Romeo MiTo Foto: Stanka

Technische Daten: Alfa Romeo MiTo 1,4 TB 16V MultiAir

Motor: 4-Zylinder-Benziner mit Turboaufladung Getriebe: Sechsgang-Schaltung Hubraum: 1.368 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 99 kW (135 PS)/5.000 Max. Drehmoment: 180 Nm bei 1.750 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.063/1.720/1.446 in mm Radstand: 2.511 in mm Leergewicht: 1.210 kg Zul. Gesamtgewicht: 1.615 kg Kofferrauminhalt: 270 l, bei umgeklappter Rückbank 950 l Bereifung: 195/55 R 16 Felgen: 7 x 16″ Stahl Beschleunigung: 8,4 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 207 km/h Tankinhalt: 45 l Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 5,6 l auf 100 km Preis: ab 17.300 Euro inkl. MwSt. Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München