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Der VW Passat BlueTDI

Mittwoch, 25. Mär. 2015

Sparwunder mit Sauberkeitsfimmel - Von Dietmar Stanka - Die Revolution schreitet voran: War Volkswagen bereits Vorreiter in der Turbotechnologie bei Dieselmotoren und ebenso führend in der Entwicklung von Direkteinspritzerdieselmotoren, so schlagen die Wolfsburger seit dem Frühjahr 2009 ein neues Kapitel der Reinheit auf.

Sparwunder mit Sauberkeitsfimmel

Hersteller: Volkswagen; Modell: Passat BlueTDI Von Dietmar Stanka

Der VW Passat BlueTDI
Der VW Passat BlueTDIFoto: Stanka  

Die Revolution schreitet voran: War Volkswagen bereits Vorreiter in der Turbotechnologie bei Dieselmotoren und ebenso führend in der Entwicklung von Direkteinspritzerdieselmotoren, so schlagen die Wolfsburger seit dem Frühjahr 2009 ein neues Kapitel der Reinheit auf. Den BlueTDI-Dieselmotor, im Moment nur im Passat zu haben und bereits heute mit der erst ab 2014 gültigen Euro-6-Abgasnorm versehen.

Schokoladenbraun stand er eines Tages vor mir, mein BlueTDI in die Form der Limousine gepackt und von außen sehr edel anzusehen. Innen klassischer Volkswagen-Standard mit klaren Linien, vor allem keinen Überraschungen und wie wohl selbstverständlich: sehr gut verarbeitet. Einzig die Materialien gaben ein klein wenig Anlass zu Kritik. Vor allem die großen Plastikflächen in den unteren Bereichen der Türeinlässe hätten mehr Zuneigung verdient. Dafür fassen die großen Höhlen darin Flaschen bis zu 1,5 Liter Inhalt. Genug, um auf dem Weg von Hamburg nach München nicht zu verdursten. Denn zum Tanken muss dieser Passat nicht häufig und so dienen Stopps eher der Entspannung und dem Ausruhen. Die erste Ankündigung im Bordcomputer ob der Reichweite nach einer frischen Füllung mit dem Treibstoff lag bei 1.390 km. Nun, mit einem Tankinhalt von 70 Litern und einem vom Werk versprochenen Durchschnittsverbrauch von 5,2 Litern logisch. Zum Verbrauch aber später mehr. Der VW Passat BlueTDI Foto: Stanka Denn die Sauberkeit geht erst mal vor. Das Hautproblem bei einem Dieselmotor mit Euro-6-Norm ist im Normalfall ein wesentlich höherer Verbrauch zum Vergleichsmodell mit einer niedrigeren Einstufung. Mit dem BlueTDI ist den Entwicklern bei Volkswagen ein Meisterstück gelungen: Gleichzeitig den Verbrauch niedrig zu halten und zudem eine hohe Reduzierung der Stickoxide im Abgas zu erreichen. Damit das auch funktioniert, wurde dem Passat BlueTDI ein spezieller Katalysator mit SCR-Technologie eingepflanzt. SCR steht für „Selective Catalytic Reduction“ und im Kat werden mithilfe dieser Technik die Stickoxide (NOx) in Stickstoff und Wasser verwandelt. Technisch basiert der BlueTDI des Passat auf dem 103 kW / 140 PS starken 2,0-Liter-Common-Rail-Motor. Der BlueTDI entwickelt jedoch eine Leistung von 105 kW (143 PS). Trotz des leichten Leistungsplus verbraucht der Passat BlueTDI je nach Karosserieversion bis zu 0,4 Liter weniger als der konventionelle TDI. Die Erwähnung, dass sich ein Passat, egal mit welchem Motor, gut fährt, könnte sich fast erübrigen. Wären da nicht die alten Vorurteile, die sich in die Köpfe der Menschen gefestigt haben, die sich immer noch an die Passats der siebziger und achtziger Jahre erinnern. Heute ist ein Passat ein Premiumprodukt, dass keines sein will. Technisch auf dem höchsten Stand des Wolfsburger Unternehmens und dabei mit einer Verarbeitungsqualität gesegnet, die ihresgleichen sucht. Nun, dem gegenüber steht ein durchaus hoher Preis. Mein Testwagen kostet in der Basisversion Trendline schlappe 29.650 Euro, als Variant sogar 30.825 Euro. Ein bisschen Schnickschnack wie ein Navi, Xenonlichter, mehr Sound und weitere Nützlichkeiten treiben den Preis schnell auf 35.000 Euro! Kurz durchgeschnauft, denn das ist für einen 143-PS-Diesel kein Pappenstiel! Sinnigerweise sollte man sich dann überlegen, ob nicht direkt ein höherwertige Ausstattungslinie wie Comfortline, Sportline oder sogar Highline gewählt wird. Denn die machen das Kraut auch nicht mehr fett, das Fahrzeug ist dann aber noch hochwertiger ausgestattet. Zurück zum Fahren und zum Fahrwerk, bzw. der Komponenten, die es möglich machen, ein Automobil sicher, aktiv und mit viel Spaß zu bewegen. Spaß bei einem Sprit-Sparwunder? Ja! Selbstverständlich! Der BlueTDI beschleunigt gut und ist mit dem knackigen Sechsgang-Getriebe wunderbar zu schalten. Die kurzen Schaltwege und die präzise Schaltkulisse sind erste Sahne und wünsche ich mir bei so manchem Mitbewerber, bei denen das Schalten manchmal zu einer rührenden Aktion verkommt. Der VW Passat BlueTDI Foto: Stanka Das Fahrwerk ist auch ohne adaptive Hilfen ein Genuss aus einem Hauch Sportlichkeit, gewürzt mit dem Komfort einer Limousine und getoppt mit herrlicher Langstreckentauglichkeit. Das ganze Paket verleiht dem Piloten eines Passat ein gewisse Souveränität, die sich in exakt der Lässigkeit niederschlägt, die das Reisen extrem angenehm gestaltet. Sparsam ist er, im Schnitt flossen 6 Liter durch die Piezo-Düsen und das bei durchwegs zügiger Fahrt, sauber sowieso und komfortabel allemal. Wäre da nicht die Kröte des hohen Preises zu schlucken. Aber dafür bekommt man ein Automobil auf dem neuesten Stand der Technik, perfekt verarbeitet und mit einer Qualität versehen, die so nicht selbstverständlich ist. Oder anders, ein Auto, das viele Jahre Freude bereitet und das Reisen zum Vergnügen macht.

Technische Daten: Volkswagen Passat BlueTDI Trendline

Motor: 4-Zylinder-Diesel mit Turboaufladung Getriebe: Sechsgang-Schaltung Hubraum: 1.968 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 105 kW (143 PS)/4.200 Max. Drehmoment: 320 Nm bei 1.750 – 2.500 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.765/1.820/1.472 in mm Radstand: 2.709 in mm Leergewicht: 1.557 kg Zul. Gesamtgewicht: 2.120 kg Kofferrauminhalt: 565 l Bereifung: 205/55 R 16 Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall Beschleunigung: 9,9 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h Tankinhalt: 70 l Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 5,2 l auf 100 km Preis: ab 29.650 Euro inkl. MwSt. Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München