Opel Insignia OPC mit 239 kW

Opel Insignia OPC

Opel Insignia OPC Foto: Stanka

Sportlicher Kompromiss

Hersteller: Opel; Modell: Insignia OPC

Von Dietmar Stanka

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Das Sahnehäubchen kommt ja bekanntlich immer zum Schluss und so hat Opel nach Einführung dreier Karosserieformen und diverser Motoren beim Flaggschiff Insignia sehr zügig den stärksten je gebauten Opel aus der OPC-Reihe nachgeschoben – den Insignia OPC mit 239 kW, will heißen 325 PS. Aus dem normalerweise „nur“ 260 PS starken V6-Turbo kitzelten die Opel Ingenieure ein bisschen mehr Leistung und Drehmoment heraus, was durchaus Sinn macht, müssen doch zum Beispiel beim Sports Tourer fette 1.930 Kilogramm bewegt werden.

Und diese Bewegung kann manchmal durchaus ein wenig mühsam wirken. Vor allem dann, wenn auf zügig gefahrenen Landstraßen aus einer Kurve herausbeschleunigt werden soll und nicht einen Gang zurückgeschaltet wurde. Zäh wirkt er dann, der OPC, der ansonsten viel Spaß macht, vor allem im OPC genannten Modus, bei dem Gas und Fahrwerk ganz dem Thema Sportlichkeit gewidmet sind.

Aber erstmal ist der Insignia, auch wenn er die Typbezeichnung OPC (Opel Performance Center) trägt, ein Insignia. Zugegeben mit einem scharfen Auftritt. Diesen bestimmen die von Opel „Tigerzähne“ genannten seitlichen Lüftungsschlitze, die weit heruntergezogene Fahrzeugfront und die in die Heckschürze integrierten Auspuffrohre, die selbstverständlich verchromt sind. Zusammen mit dem Sportauspuffspezialisten Remus wurde nicht nur die gesamte Anlage, sondern auch der sonore Sound entwickelt, der beim Gas geben die Kraft des V6 hörbar macht und sich bei höheren Geschwindigkeiten auf eine angenehme Lautstärke reduziert.

Opel Insignia OPC

Opel Insignia OPC Foto: Stanka

Mag man über den fast schon betagt zu nennenden Motor, Vectra und Signum wurden auch schon von ihm befeuert, sagen was man will, die Laufruhe ist immer noch beeindruckend und wird Maßstab für kommende Triebwerke sein. Dafür ist der Konsum an dem kostbaren Nass, meist aus arabischen Ländern stammend, ebenfalls beeindruckend. Bei Abforderung hoher Leistungen zieht sich der V6 schon mal ganz locker 15 Liter rein – der von Opel angegebene Durchschnitt von 11,4 Litern kann jedoch bei kommoder Fahrweise ebenfalls problemlos erreicht werden. So liegen die Werte auf einem für die Leistung und dem hohen Gewicht normalen Niveau.

Enttäuschend ist dagegen die Schaltung mit zu langen Wegen und einer unpräzisen Schaltkulisse. Bei den rasanten Testfahrten auf kurvenreichen Straßen im Hunsrück und einem Opel-Testgelände war es manchmal eine Sisyphusarbeit, den richtigen Gang zu finden. Nicht gerade das Optimum, um eine sportliche ausgelegte Limousine flott zu bewegen. Dagegen ist die nur wenig schwächere Automatikversion des Insignia mit 191 kW (260 PS) in der Topversion Cosmo nicht nur preiswerter (41.435 Euro), sondern wesentlich angenehmer zu fahren.

Opel Insignia OPC

Opel Insignia OPC Foto: Stanka

Eine Klasse für sich und ein interessantes Novum des OPC sind die auf Basis von McPherson weiterentwickelten vorderen Federbeine. Das „HiPerStrut“ (High Performance Strut = Hochleistungs-Federbein) genannte Bauteil ist so konstruiert, dass nicht das gesamte Federbein mitlenkt, sondern nur der am Rad und den Bremsen angebrachte Teil. Die Lenkung wird dadurch weitgehend von störenden Krafteinflüssen entkoppelt, das Auto bekommt mehr Grip und dankt es mit besserem Kurvenverhalten und ebenfalls niedrigeren ungefederten Massen.

Opel Insignia OPC

Opel Insignia OPC Foto: Stanka

Top auch das adaptive Fahrwerk namens FlexRide, erstmals bei einem OPC mit Allradantrieb und neu konzipierter elektronischer Mitten- und Hinterachs-Differenzialsperre. FlexRide, das mechatronische Fahrwerkssystem des Insignia OPC, passt sich nicht nur an Fahrsituation und Fahrstil an, sondern berücksichtigt auch die Vorlieben des Piloten. Drei Programme stehen zur Wahl: Der Standard-Modus stellt die Basis für jeden Tag, während die Sport-Einstellung agiler ist. Die Fahrwerksaufhängung wird härter und das Rollen der Karosserie um die Längsachse nimmt ab. Im OPC-Modus reagiert die Lenkung direkter, das Gaspedal spricht schneller an und das Fahrwerk schaltet in den Hochleistungsmodus. Als besonderer Gimmick werden die Zifferblätter rot illuminiert und signalisieren so die höchste Stufe sportlichen Genusses mit einem Opel.

Opel Insignia OPC

Opel Insignia OPC Foto: Stanka

So gut wie Fahrwerk und Ausstattung des Insignia sind, so wenig konsequent wurde das Fahrzeug zu Ende gedacht. Klar ist, dass 44.900 Euro für ein praktisch komplett ausgestattetes Fahrzeug in diesem Leistungssegment ein Kampfpreis sind. Aber musste denn wirklich ein unpräzises Getriebe verbaut werden und an einem eher schon antiquiert wirkenden Motor „nur“ die Leistung erhöht werden? Nun, einen echten OPC-Fan wird es nicht stören, bewegt er doch ein Auto mit toller Optik und einem zumindest auf dem Papier kräftigem Aggregat.

Opel Insignia OPC

Opel Insignia OPC Foto: Stanka

Technische Daten: Opel Insignia OPC Limousine

Motor: 6-Zylinder-Benziner mit Turboaufladung

Getriebe: Sechsgang-Schaltung

Hubraum: 2.792 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 239 kW (325 PS)/5.250

Max. Drehmoment: 435 Nm bei 5.250 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 4.830/1.856/1.498 in mm

Radstand: 2.737 in mm

Leergewicht: 1.810 kg

Zul. Gesamtgewicht: 2.315 kg

Kofferrauminhalt: 500 l

Bereifung: 245/40 R 19

Felgen: 8 ½ x 19″ Leichtmetall

Beschleunigung: 6,0 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (abgeregelt)

Tankinhalt: 70 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 11,4 l auf 100 km

Preis: ab 44.900 Euro inkl. MwSt. (Limousine)

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Opel Insignia OPC Foto: Stanka

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München




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