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Peugeot 407 - Löwenmaul in der Zwickmühle

Mittwoch, 11. Mär. 2015

Löwenmaul in der Zwickmühle - Von Thomas Flehmer - Peugeot setzt auf dezentere Auftritte. Der überarbeitete 407 hat an Eleganz dazu gewonnen. Dagegen zieht sich das Warten auf den neuen Motor hin. Wir konnten ihn bereits fahren. Das Löwenmaul wird kleiner. Nachdem Peugeot bei den letzten Modellen wie dem 4007 den Kühlergrill in immer größere Dimension puschte, kommt nun eine Abkehr von der großen Klappe.

Löwenmaul in der Zwickmühle

Die Limousine und der Kombi des überarbeiteten Peugeot 407
Die Limousine und der Kombi des überarbeiteten Peugeot 407Foto: Peugeot  

Peugeot setzt auf dezentere Auftritte. Der überarbeitete 407 hat an Eleganz dazu gewonnen. Dagegen zieht sich das Warten auf den neuen Motor hin. Wir konnten ihn bereits fahren.

Von Thomas Flehmer;     Hersteller: Peugeot;      Modell: 407

Das Löwenmaul wird kleiner. Nachdem Peugeot bei den letzten Modellen wie dem 4007 den Kühlergrill in immer größere Dimension puschte, kommt nun eine Abkehr von der großen Klappe. Der schon zur Einführung im Jahr 2004 elegante 407 weist durch eine dezente Verkleinerung des Löwenmauls ebenso auf die Zukunft des französischen Autoherstellers hin wie der neue Motor, der die ab September 2009 geltende Euro 5-Norm erfüllen wird.

Minimale Verlängerung der Karosserie Dabei ist die elegante Linie - egal ob Limousine Kombi, der SW genannt wird, oder Coupe - geblieben. Die ansteigende Linie, die hinter der B-Säule schwach abfällt, vermittelt weiterhin Kraft und Eleganz. Neben der Verkleinerung des Kühlergrills wurden an den Seiten der Stoßfänger kleine Chromleisten angebracht. Auch eine Einparkhilfe vorn ist optional erhältlich. Das Heck ziert nun ein angedeuteter Diffusor sowie neue Rückleuchten. Neu ist, dass die Audio- und Navigationssysteme ganz auf Konzernlinie eingeschworen werden und WIP, World in Peugeot, genannt werden. Nicht ins Gewicht fällt die Verlängerung der Karosse, die bei der Limousine 15 Millimeter, beim SW ganze zwei Millimeter ausmacht. Im Innenraum wurden neue Dekorstoffe verwendet und diverse Instrumente mit Chrom-Elementen umspannt. Die Klimaautomatik soll zudem jetzt präziser arbeiten.

Ordentliche Platzverhältnisse

Eleganz auch im Innenraum Foto: Peugeot Ansonsten ist der Wohlfühlcharakter in der Mittelklasse gleich geblieben. Die Sitze sind gut konturiert und geben genügend Seitenhalt. Hinten herrscht kein Platzmangel und auch der Kofferraum des Coupes ist mit 400 Litern schon ordentlich ausgestattet. Beim SW wächst das Volumen auf 1365 Liter an. Zum Wohlfühlen bei trägt auch das exzellent abgestimmte Fahrwerk. Der je nach Motor und Ausstattung 1600 bis 1850 Kilogramm schwere 407 liegt auf der Straße wie ein Brett. Die Lenkung ist sehr direkt, die Gänge lassen sich gut einlegen, die Automatik ist etwas behäbig, aber auch nur marginal. Sehr bedauerlich, dass Peugeot so lange einen sechsten Gang herausgezögert hat. Nun wurde er vor Jahresfrist endlich eingebaut, dafür stehen keine Kapazitäten für ein Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung. «Kurzfristig wird es kein DSG geben», sagt Produktmanager Christophe Chateau, «wir haben einen Sechsgang-Getriebe- Automaten, der aus unserer Sicht sehr gut arbeitet.

Zähes Geduldsspiel

Eine sportliche Seitenlinie zeichnet den Kombi aus Foto: Peugeot Ebenso wie auf das Doppelkupplungsgetriebe muss auf den neuen 2.0 HDi FAP gewartet werden, der die ab September 2009 geltende Euro 5-Norm erfüllen wird. Zwar wurden dem Diesel vier Pferdestärken mehr als beim Vorgänger zugeführt, doch auf den ersten Testkilometern zeigte sich der 103 kW/140 PS starke Selbstzünder, der lediglich 5,3 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen und damit 140 Gramm CO2 pro Kilometer in die Luft pusten soll, nicht ganz so spritzig wie man es von einem Commonrail-Diesel erwartet. Unter 2000 U/min sollte ein Hochschalten vermieden werden. Ist man in diesem Bereich angekommen, kehrt auch die Fahrfreude zurück. Ab Spätherbst, wenn Euro 5 gesetzlich etabliert wird, kommt auch der Motor nach erfolgreicher Homologation zum Einsatz.

Vertrackte Zwickmühle

Chromleisten im Stoßfänger Foto: Peugeot Doch wer möchte so lange auf diesen Motor, der immerhin von den meisten Kunden gewählt wird? Immerhin 6000 Mal soll der 407 in diesem Jahr in Deutschland noch an den Mann oder die Frau gebracht werden. So muss sich das Gros zwischen den verbleibenden drei Dieselmotoren oder drei Benzinern entscheiden. Gleich bleibt dagegen der Preis. Der Basisbenziner als Limousine beginnt bei 22.650 Euro, der Kombi kostet 800 Euro mehr, für das Coupe müssen mindestens 30.350 Euro den Besitzer wechseln. Wenigstens 38.150 Euro sind für den teuersten Kombi in der Ausstattungsvariante Platinum fällig, für das teuerste Coupe wären weitere 2000 Euro fällig. Dafür brüllt der Löwe dann eleganter.