Chrysler Sebring Cabrio Limited 2.0 CRD

Chrysler Sebring Cabrio Foto: AG / T. Flehmer

Nicht nur für Golfer interessant

Von Thomas Flehmer

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Chrysler schickt der Sebring Limousine das Cabrio mit zwei verschiedenen Dachvariationen hinterher. Dabei muss das neue Modell vor allem einem Anspruch genügen - ausreichend Platz für zwei Golf-Bags zu haben.

Der Golfsport erfreut sich in Amerika besonderer Beliebtheit. Für viele Amerikaner nimmt das standesgemäße Vorfahren vor den Golfclub eine zentrale Rolle ein. «Kunden in Amerika bringen zum Autokauf ihre Golfbags mit», sagt Pressesprecher Markus Hauf von Chrysler Deutschland, «für sie kommt ein Cabrio nur in Frage, wenn bei geöffnetem Dach zwei Golftaschen in den Kofferraum passen.»

Amerikanischster Part der Modellpalette

Somit nimmt das Sebring Cabrio den amerikanischsten Part in der Modellpalette der Chrysler Group ein. Auch in Deutschland hat der Sebring-Fahrer die höchste Affinität zum American Way of Life und somit sind für diesen speziellen Kreis andere Kaufgründe entscheidender als bei dem Kundenkreis, der ein Mobil aus einem anderen Kulturkreis auswählt.

So stört es nicht, dass der neu überarbeitete Innenraum nicht unbedingt den europäischen Geschmack trifft. Die Materialien wirken in ihrer Optik und Haptik eher billig - egal. Wichtig sind ungefähr ebenso viele Ablagen und Cupholder wie ein Golfplatz Löcher hat, um den Aufenthalt im Cabrio so angenehm wie möglich zu gestalten. So kann zum Beispiel der Cupholder in der Fahrertür je nach Getränk gekühlt oder erwärmt werden.

Chrysler Sebring Cabrio Foto: AG / T. Flehmer

Wichtig auch das multifunktionale Display mit 20 Gigabyte-Festplatte, auf der die ganzen gesammelten Musikstücke und Bilder gespeichert werden können. Eine Armlehne darf natürlich auch nicht fehlen, um die Strapazen der Fahrt zum Golfplatz ohne Schaden zu überstehen.

Für den komfortablen Transport sorgen Sitze und Fahrwerk. Die elektrisch verstellbaren und im Vergleich zum Vorgänger höher eingebauten Sitze sind sehr bequem, fast schon weich. Sie geben nicht ganz so viel Seitenhalt, wie man das von den meisten Sitzen aus europäischer Produktion gewöhnt ist. Etwas beengter geht es auf den beiden hinteren Sitzen zu, die aber genügend Platz bieten. Bei geschlossenem Dach aber kann es für größere Personen Platzprobleme mit dem Kopf geben. Trotzdem rutscht man in Kurven nicht von einer zur anderen Seite.

Chrysler Sebring Cabrio Foto: AG / T. Flehmer

Komfortables Cruisen

Der ausreichende Seitenhalt liegt aber an der Fahreigenschaft des Cabrios selber, das zum Cruisen einlädt und nicht zum Rasen gedacht ist. Denn zu schnelles Fahren auf Landstraßen würde auch mit einigem Stress verbunden sein. Zum einen ist die Lenkung indirekt, zum anderen agiert das Fahrwerk nicht unbedingt straff, sondern eher softig - die amerikanischen Bedürfnisse werden voll erfüllt.

Auch der 103 kW/140 PS starke Dieselmotor des von uns gefahrenen Limited 2.0 CRD erfüllt die Vorgaben. Im Antritt benötigt der vom italienischen Spezialisten VM Motori produzierte Selbstzünder seine Zeit, um auf Touren zu kommen. 11,8 Sekunden stehen für die Fahrt zu den 100 km/h an. Ist der Drehzahlbereich bei rund 2500 U/min erreicht, kann sich der Golfspieler aufs Cruisen verlegen und den anderen Verkehrsteilnehmern sein schickes Cabrio zeigen.

Denn die überarbeitete Version des Nachfolgers vom legendären LeBaron wirkt sehr präsent. Aus den eindrucksvollen 4,93 Metern Länge stechen besonders die lange Motorhaube und das lange Heck hervor. Insgesamt 80 Millimeter im Vergleich zur Limousine hat das Cabrio dazu gewonnen. Dank des dominierenden Kühlergrills und der größeren Scheinwerfer vermittelt der Sebring absolute Dynamik. Die an den Crossfire erinnernde skulpturierte Motorhaube tut ihr Übriges dazu.

Auch das lange Heck ist überdimensioniert. Allerdings nicht, um die Größe der USA zu verdeutlichen, sondern weil dort das Dach untergebracht wird. Hier hat sich Chrysler erst gar nicht die Frage gestellt, ob ein Softtop oder ein Hardtop eingesetzt wird. Die amerikanischen Designer stellen gleich beide Varianten zur Auswahl. Beide benötigen ganze 30 Sekunden zum Öffnen oder Schließen. Im Gegensatz zu den Mitbewerbern im D-Segment können die Vorgänge nur im Stehen vorgenommen werden.

Chrysler Sebring Cabrio Foto: AG / T. Flehmer

Knapp 38.000 Euro für Volumenmodell

Ist das Verdeck offen, stehen im Kofferraum rund 200 Liter Volumen zur Verfügung. Platz genug für zwei Golfbags. Ist das Dach im geschlossenen Zustand entsteht ein Raum von 320 Litern, um das Wochenend-Gepäck mitzunehmen und erst vom Hotel aus im offenen Sebring und den zwei Bags den Club anzusteuern. Chrysler rechnet damit, dass rund 60 bis 70 Prozent der Kunden auf das Hardtop zurückgreifen werden, um auch in kälteren Monaten ein Ganzjahresfahrzeug zu kutschieren.

Chrysler Sebring Cabrio Foto: AG / T. Flehmer

29.990 Euro müssen für das neue Sebring Cabrio auf den Tisch gelegt werden. Der Preis ist knapp 1700 Euro höher als beim Vorgänger. Dafür ist der Neue viel besser ausgestattet. Der Sechszylinder startet bei 38.610 Euro. Das Stahldach ist erst ab der von uns gefahrenen zweiten Ausstattungsvariante Limited erhältlich. Diese beginnt bei 32.990, das Stahldach kostet weitere teure 2620 Euro. Das Navi-Festplattensystem schlägt mit 1670 Euro zu Buche, die Metallic-Lackierung kostet weitere 580 Euro. Damit kommt das Volumenmodell auf knapp 38.000 Euro. Und dann sind auch die zwei Golftaschen samt Inhalt noch nicht im Preis inbegriffen.




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