Volvo S40 D5: Der Marathonläufer

Foto: Volvo

Volvo trägt bei überarbeiteten S40 ganz groß auf. «Man könnte fast von einem neuen Fahrzeug sprechen», so Markus Westermann vom Volvo Produkt-Marketing. «Wir haben so viele Veränderungen vorgenommen.» Na ja, so weit ist es dann noch nicht mit den Neuerungen her. Die Schweden haben ihren Kompakten eigentlich doch nur optisch überarbeitet und einige neue Features hinzugefügt.

Neues Markengesicht

So zeigt die Front des S40 jetzt das neue Markengesicht von Volvo mit dem neuen Grill und den etwas tiefer angesetzten Lufteinlassöffnungen. Das macht die Optik deutlich gefälliger. Am Heck wurden die Rückleuchten sowie der Stoßfänger neu gestaltet. Im Innenraum haben die Ingenieure durch den nun steil aufragenden Hebel für die Handbremse zusätzlichen Platz für Ablagemöglichkeiten in der von diversen Schaltern gezierten Mittelkonsole geschaffen. Auch die Innenverkleidung der Türen dienen nun als Stauraum. Ansonsten sind die Ablagemöglichkeiten im S40 aber begrenzt. Das gesamte Interieur kommt eher unaufgeregt daher, was aber zum Image der Marke passt. Dass alles solide verarbeitet ist, hat bei Volvo Tradition. Mehr Platz im Innenraum gibt es aber nicht. Fahrer und Beifahrer betrifft das zwar nicht, sieht man mal vom Kniebereich ab. Doch die Gäste im Fond werden die geringe Kopf- und Beinfreiheit beklagen, sofern sie längere Zeit im Volvo Platz nehmen. Auch beim Kofferraumvolumen mit 404 Liter hat die Konkurrenz meist mehr zu bieten.

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Mehr Sicherheit

In Sachen Sicherheitstechnik hat Volvo, wie man es von den Schweden kennt, ordentlich investiert. LED-Bremsleuchten und eine automatische Warnblinkanlage sind nun Standard. Bi-Xenon-Scheinwerfer oder das Warnsystem für den toten Winkel sind extra verfügbar. Gleiches gilt für «Volvo on call» (VOC). Per Tastendruck kann sich der Fahrer bei einem Unfall oder einer Panne automatisch mit der nächsten VOC-Zentrale verbinden lassen.

Souveräner Auftritt

Gleich neun Motoren haben die Schweden für den S40 im Angebot. Die sechs Benziner bedienen eine Leistungsbreite von 74 kW/100 PS bis zu jetzt 169 kW/230 PS beim Topmodell T5. Dazu kommt die FlexiFuel-Variante mit der 1,8-Liter-Maschine. Bei den Selbstzündern stehen drei Turbodiesel in der Spannbreite von 80 kW/109 PS bis zu 132 kW/180 PS bereit. Bei den Verkaufszahlen halten sich beide Antriebsversionen beim S40 die Waage. Ein Grund mehr, uns einmal die stärkste Diesel-Version mit dem Fünfzylinder-Aggregat und einer Leistung von 180 PS/132 kW genauer anzusehen. Ein Partikelfilter ist bei Volvo selbstverständlich. Den S40 D5 erkennt man sofort an den beiden parallel ausgerichteten Auspuffendrohren. Das maximale Drehmoment von 350 Newtonmeter steht bei diesem Commonrail-Selbstzünder im Bandbereich von 1750 bis 3250 Umdrehungen zur Verfügung. So zeigt der S40 bei geringeren Geschwindigkeiten nach einem Tritt aufs Gaspedal seine Spurtqualitäten. 0 auf 100 km/h in 8,5 Sekunden und 220 km/h Spitze sind ordentliche Werte. Die beim D5 serienmäßige Fünf-Stufen-Automatikgetriebe mit Geartronicfunktion schaltet angenehm weich. Das sorgt für entspannte Langstreckenfahrten, was in Schweden auf Grund der großen Distanzen natürlich im Vordergrund steht - ein Marathonläufer eben.

Spritzigkeit fehlt etwas

Foto: Volvo

Auf der Autobahn lässt es der Top-Diesel jedoch etwas die Spitzigkeit vermissen. Dabei fällt der S40 auch in schnell durchfahrenen Kurven durch seine gute Straßenlage positiv auf, sofern man das Lenkrad fest in der Hand hat. Doch allzu sportlich ist der Volvo ohnehin nicht ausgelegt, er versteht sich eher als souveränes und sicheres Reisefahrzeug, das laut Werk mit einem durchschnittlichen Verbrauch von sieben Litern Diesel auf 100 Kilometer auskommt. Das macht eine CO2-Emission von 184 g/km. Die Preise für den S40 starten ab 21.450 Euro für den Basis-Benziner mit 100 PS. Der 1.6-Liter-Einstiegsdiesel mit der gleichen Leistung ist um 1910 Euro teurer. Die Topversion D5 schließlich steht mit 30.340 Euro in der Preisliste.

Foto: Volvo




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