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Hyundai
Hyundai Veloster
Foto: D. Stanka


Hyundai Veloster – Mehr Schein als Sein


Von Dietmar Stanka

Mutig sind sie, die Südkoreaner. Was Hyundai mit dem Veloster auf die Räder gestellt und nun in die Serie bringt, zeugt von Selbstbewusstsein. Das Segment der kompakten Coupés will Hyundai aufmischen. Mit einem witzigen Design und einem einzigartigen Türenkonzept. Links öffnet sich eine für ein Coupé typisch große Tür, rechts sind es derer zwei. Mit einem Einstandspreis von 21.600 Euro.


Hyundai Veloster
Foto: D. Stanka



Außergewöhnliches


Der Veloster polarisiert. Gut so, denn die im Regelfall recht biederen Hyundai-Modelle aus der Vergangenheit taten dies nicht. Dafür waren sie einfach zu beliebig. Spätestens mit dem Genesis und nun auch mit dem Veloster beweist das Unternehmen, was es drauf hat. Raus aus der Masse und hin zur Individualität. Dass der Einstieg auf der rechten Seite durch die hintere Tür nur von kleiner gewachsenen Menschen mit Eleganz bewältigt wird, ist gewollt. Denn hinten sitzt in einem Coupé selten jemand. Und wenn, dann ein Kind aus einer der von Hyundai angepeilten Zielgruppe, nämlich der jungen Familie.

Es muss ja nicht immer Minivan oder Kombi sein. Vor allem wenn auf die Rücksitzbank bis zu zwei Kindersitze passen und im 320 Liter großen Kofferraum auch ein Kinderwagen Platz findet. Verglast zeigt sich der größte Teil der weit aufschwingenden Heckklappe. Das sieht nicht nur sehr gut aus, sondern erleichtert zudem die Sicht nach hinten. Der Rückblick wird somit nicht so stark geschmälert, wie es üblicherweise in einem Coupé mit einer breiten C-Säule der Fall ist.

Hyundai Veloster
Foto: D. Stanka



Motor und Fahrwerk


Hmm. Irgendwas ist dann eben mehr Schein als Sein. Als Antriebsquelle für den rund 1,3 Tonnen wiegenden Veloster dient ein Vierzylinder-Benziner mit 103 kW (140 PS). Sollte reichen. Tut es aber nicht. Das Maschinchen kommt nicht aus den berühmten Puschen. Wenn es denn einigermaßen flott vorangehen soll, dann will der 1,6-Liter getreten werden. Denn das schwächliche Drehmoment von 167 Nm wird erst bei 4.850 Umdrehungen pro Minute erreicht. Da ist es dann auch schnell vorbei mit Anspruch von Hyundai, dass das schicke Coupé im Schnitt 6,5 Liter Super verbrennen soll.

Hyundai Veloster
Foto: D. Stanka


Oder sogar nur 5,9 Liter, wenn denn die 390 Euro teurere blue-Variante mit Start-Stopp-Automatik gewählt wird. Da bleibt die gehegte Hoffnung, dass bald nachgelegt wird. Im Gespräch ist ein aufgeladener 1,6-Liter-Motor, der um die 200 PS leisten soll. Mit mehr Drehmoment, das dank des Turbos wesentlich früher zur Verfügung steht. Im nächsten Jahr soll es soweit sein. Wer also mehr Kraft aus seinem Veloster schöpfen möchte, muss ein bisschen Geduld üben.

Ein zweites Hmm. Das Fahrwerk wirkt ebenso wie die Lenkung zu schwammig und unpräzise. Ein Sport-Coupé und das behauptet Hyundai vom Veloster, sollte erstens ein durchaus strafferes Fahrwerk besitzen und zweitens eine direkter ansprechende Lenkung. Vielleicht werden diese Mankos mit dem stärkeren Motor behoben. Es wäre sehr wünschenswert.

Hyundai Veloster
Foto: D. Stanka



Innen drinnen


Weg vom Hmm, hin zum Oh! Die beiden Passagiere der vorderen Sitze dürfen sich auf sportliches und gleichzeitig bequemes Gestühl freuen. Für einen aus Asien stammenden Wagen sind die Auflageflächen für die Oberschenkel nahezu riesig und die leicht schalenförmigen Seitenwangen bieten ordentlichen Seitenhalt in den eh nicht zu schnell durcheilten Kurven. Die verwendeten Kunststoffe und Materialien sind der Klasse angepasst.

Verschiedene Muster lockern das Cockpit auf und sämtliche Schalter und Bedieneinheiten sind logisch angeordnet. Die hinteren Sitze sind, wie bereits erwähnt, für kleinere Persönlichkeiten ideal, für größere kann es zumindest auf längeren Strecken eng werden. Übrigens steigt man als Erwachsener besser auf der linken Seite ein und aus, da die Tür weiter öffnet und sich der Vordersitz nach vorne schieben lässt.

Ausstattungen


Zwei Ausstattungslinien bietet Hyundai für den Veloster an. Style als Einstiegsversion ab den bereits genannten 21.600 Euro und Premium ab 26.200 Euro. Das Top-Modell wird unter anderem mit 18- statt 17-Zöllern ausgeliefert und weist zudem eine Klimaautomatik statt der serienmäßigen Klimaanlage auf. Anstatt auf Stoff zu sitzen, darf man sich im Premium-Modell auf Leder lümmeln. Für 1.700 Euro steht ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe auf der ansonsten recht kurzen Optionsliste.

Hyundai Veloster
Foto: D. Stanka


Fazit

Das ideale Automobil für den Individualisten, der im Design Sportlichkeit schätzt und beim Fahren auf dieselbe verzichten kann. Lustig für die Soccer-Mom, die nicht mit den in ihren Kreisen üblichen Automobilen die Kiddies spazieren fahren möchte. Mutig eben und damit schon Wert, einen Blick mehr zu riskieren.


Technische Daten: Hyundai Veloster blue 1,6 Style

Motor: 4-Zylinder-Diesel
Getriebe: Sechsgang-Schaltung
Hubraum: 1.591 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 103 kW (140 PS)/6.300
Max. Drehmoment: 167 Nm bei 4.850 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.220/1.790/1.399 in mm
Radstand: 2.650 in mm
Leergewicht: 1.260 kg
Zul. Gesamtgewicht: 1.700 kg
Kofferrauminhalt: 320 l bis 1.015 l
Bereifung: 215/45 R17
Felgen: 7 x 17″ Leichtmetall
Beschleunigung: 9,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 201 km/h
Tankinhalt: 50 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 5,9 l auf 100 km
Preis: 21.990 Euro inkl. MwSt.












Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München


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