
Foto: D. Stanka
Volkswagen Beetle – Nostalgische Lustgefühle
Von Dietmar Stanka
Meine erste Begegnung mit einem Käfer hatte ich mit Drei. Nein, nicht drei Jahren, sondern drei Tagen. Mein Patenonkel holte mich und meine Mutter vom Krankenhaus ab und fuhr mich in mein neues Zuhause. Schnitt. Eine weitere einschneidende Begegnung hatte ich mit 15 Jahren. Da saß ich das erste Mal selbst hinter dem Steuer eines Automobils. Es war ein 1302. So weit so gut. Nun gibt es den Beetle 2.0. Okay, Volkswagen nennt ihn einfach nur Beetle, dabei wäre Käfer eigentlich viel passender. Denn nach der ersten Version, die vor allem die Amis begeisterte, hat dieser Beetle auch das Zeug bei uns populärer zu werden.

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Mal ein bisschen anders
In unseren Fahrberichten erzählen wir immer wieder von der einfachen und logischen Bedienung eines Volkswagen. Kennst du einen, kennst du alle. Die Struktur der Ergonomie ist auch im Beetle erhalten geblieben. Und dennoch haben die Interieur-Designer mehr Mut bewiesen, als sagen wir mal beim Golf Cabrio. Es weht nämlich so ein Hauch Käfer-Nostalgie mit.
Das beginnt mit der steil stehenden Frontscheibe, die dem Innenraum nicht soviel Platz wegnimmt, wie beim Vorgänger. Der Hauptinstrumententräger im Sichtfeld des Fahrers wird von einem großen Tacho beherrscht. Daneben finden sich Drehzahlmesser und die Tankanzeige. Der Beifahrer hat vor sich das Käferfach, eine Reminiszenz an den Ur-Vater. Eine nach oben öffnende Klappe für Kleinkram. Das größere Handschuhfach darunter bietet Platz für weitere Utensilien.
Mittig sind die üblichen Bedieneinheiten für Klimaanlage und Audioeinheit und das optional erhältliche Navigationssystem verstaut. Darüber empfiehlt sich eine Investition von 150 Euro. Wie in früheren Jahren sind dann auf dem Instrumententräger runde Zusatzinstrumente angebracht, die über Ladedruck und Öltemperatur informieren sowie eine Stoppuhr, um schnelle Rundenzeiten auf der Nordschleife zu messen.

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Komfort und Platzangebot
Nun passt es auch mit den Nachbarn. Musste man sich im Vorgänger und im Ur-Vater sowieso hinten reinzwängen, so ist der Beetle heutzutage auch ein Reiseauto für vier Erwachsene. Dazu passend hat auch das Kofferabteil unter der weit nach oben schwingenden Heckklappe gewonnen. 310 Liter passen rein, 100 Liter mehr als vorher.
Die verwendeten Materialien hinterlassen, wie bei allen modernen Volkswagen, einen hervorragenden Eindruck. Es ist mittlerweile nicht mehr nur den sogenannten Premiummodellen vorbehalten, dass ein guter Mix auf eine optische Auflockerung setzt und noch dazu passgenau verarbeitet ist.

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Power to the people
Flower ist vorbei, Power ist in. Die obligatorische Vase ist weg. Okay, sie ist noch im Zubehörhandel erhältlich, wenn es denn unbedingt ein Herzenswunsch ist. Dafür stecken unter der Haube Motoren, die es in sich haben. Bei unseren ersten Testfahrten in Berlin konnten wir nur den stärksten Benziner fahren, der turbogeladene 147 kW (200 PS) auf die Vorderachse leitet. Gekoppelt mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG fühlt sich so ein Beetle wie ein echter GTI an. Damit die ganze Kraft auf der Straße bleibt, haben die Volkswagen Ingenieure ihr Bestes gegeben. Das Fahrwerk ist sportlich straff und dennoch komfortabel ausgelegt. Bei der von uns gefahrenen Variante wird ebenso wie beim stärksten Diesel die Fahrdynamik durch die elektronische Differenzialsperre XGS unterstützt.
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Variationen und Individualisierung
„Beetle“, „Design“ und „Sport“ nennen sich die Ausstattungslinien des Beetle. Günstigstes Modell ist der Beetle TSI mit 77 kW (105 PS) für gerade einmal 16.950 Euro. Der von uns gefahrene 2-Liter-TSI liegt in der Sport-Version bei 27.100 Euro. Neun verschiedene Felgen von 16 – 19 Zoll stehen ebenso zur Wahl wie zwölf Außenfarben.
Zu unserem Einwand wegen des Namens ganz oben ist eine Anmerkung ganz wichtig. Denn hinten drauf steht unterhalb des Volkswagenlogos je nach Lust und Laune entweder Käfer oder ein anderer länderspezifischer Kosename des Kultautos. Oder auch nur Volkswagen oder eben Beetle.
Foto: D. StankaFazit
Dieser Beetle wird nicht im Schatten von Golf & Co. verkümmern. Mit diesem Auto hat Volkswagen eine echte Antwort auf den Erfolgstypen aus UK. Wenn der Beetle am 21. Oktober in Deutschland auf den Markt kommt, wird er neben den beiden genannten Benzinern auch als Diesel mit 77 kW (105 PS) und 103 kW (140 PS) zu erwerben sein. Für Frischluftfans sei angemerkt, dass 2012 das Cabrio auf der Matte steht. Natürlich mit Softtop und echtem Käferfeeling, aber leider ohne Boxersound.
Technische Daten: Volkswagen Beetle 2,0 TSI Sport
Motor: 4-Zylinder-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe DSG
Hubraum: 1.984 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 147 kW (200 PS)/5.100
Max. Drehmoment: 280 Nm bei 1.700 – 5.000 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.278/1.808/1.486 in mm
Radstand: 2.537 in mm
Leergewicht: 1.364 kg
Zul. Gesamtgewicht: n.n.
Kofferrauminhalt: 310 l, bei umgeklappter Rückbank 905 l
Bereifung: 215/55 R17
Felgen: 7 x 17″ Leichtmetall
Beschleunigung: 7,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 223 km/h
Tankinhalt: 55 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 7,7 l auf 100 km
Preis: 27.100 Euro inkl. MwSt.
Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München
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