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Lancia

Lancia Ypsilon – einsamer Italiener


Von Dietmar Stanka


Es war einmal eine italienische Traditionsmarke. Bei der wurden Fahrzeugikonen wie eine Aurelia, ein Flavia oder eine Fulvia gebaut. Automobile mit Temperament und Leidenschaft. Italienisch eben. Dann kam ein Weltkonzern namens Fiat und hat die Marke Lancia sukzessive klein und kleiner gemacht. Bis sie fast nicht mehr sichtbar war und sich fast nur noch am heimischen Markt verkaufen ließ. Nun werden in den USA gebaute Chrysler mit dem Markenlogo versehen. Doch halt. Es gibt noch einen neuen italienischen Lancia: den Ypsilon.


Foto: D. Stanka


Der italienische Lancia


So ganz stimmt das mit dem italienischen Lancia leider auch nicht. Denn dieses Modell  verlässt, ebenso wie sein Plattform-Bruder, der Fiat 500, das Band im polnischen Fiat-
Werk Tychy. Dafür wurde er in Turin entwickelt und designt. Und erhielt erstmals fünf Türen. Die hinteren wurden nach Art der Konzernschwester Alfa-Romeo gut versteckt. Die Türgriffe sind fast unsichtbar am oberen Türrand angebracht und suggerieren dem Beobachter, einen Dreitürer zu sehen.

Innen überzeugt schon wie beim dreitürigen Vorgänger die Wahl der Materialien. Lancia darf sich durchaus rühmen, mit dem Ypsilon den ersten Kleinwagen mit Premium-Ausstattungskomponenten auf den Markt gebracht zu haben. Leder war zumindest in Form von Alcantara verarbeitet und Zweifarbenlackierungen setzten besondere Akzente bei dem schicken Italiener.


Foto: D. Stanka


Ausstattung und Motoren


Diese Art Tradition fortzusetzen, zeichnet die vierte Generation dieses Kleinwagens aus. Begründet 1985 mit dem Y10, ist der neueste Spross aus dem Hause Lancia, ein echter Hingucker mit besonderem Flair. Drei Ausstattungslinien namens Silver, Gold und Platinum sind zu ordern. Bereits die Einstiegsversion Silver verfügt über eine Funkfernbedienung der Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber vorne sowie ein vertikal und horizontal verstellbares Lenkrad. Alleine eine Audioanlage fehlt, was bei einem Auto dieses Anspruchs doch etwas seltsam vorkommt.

Serienmäßigen Sound gibt es ab der Ausstattungslinie Gold. Dort sind neben einem MP3-fähigen CD-Radio auch eine Klimaanlage, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel sowie der pflegeleichte Mikrofaser-Bezug Castiglio an Bord. Besonderen Luxus verströmt die Variante Platinum. Die Sitzbahnen sind in Leder gekleidet und die Reifen auf 15 Zoll großen Leichtmetallrädern montiert.

Unter der Haube arbeiten je nach Gusto zwei Benziner oder ein Turbodiesel. Alle Triebwerke sind mit einer Start&Stopp-Automatik ausgestattet und eine Schaltpunktanzeige weist auf den richtigen Gang hin. Den schwächsten Motor markiert ein Vierzylinder mit 51 kW (69 PS). Wie im 500er kann im Ypsilon auch ein Zweizylinder verbaut werden. Das muntere Motörchen leistet 63 kW (85 PS). Die Leistungsspitze stellt im Moment der 1,3-Liter-Diesel mit 70 kW (95 PS) dar.


Foto: D. Stanka
 

Fahreindrücke


Obwohl die Basis des Ypsilon der 500er bildet, ist das Fahrwerk wesentlich ausgewogener abgestimmt. Lancia legte mehr Wert auf Komfort und dokumentiert dies auch mit einem längeren Radstand, der bei 2,39 Metern liegt. Dazu kommen Dämpfungselemente und eine Reduzierung ungefederter Massen durch den Einsatz besonders leichter Stähle.

Bei unseren ersten Testfahrten durch Hamburg überzeugte uns am meisten der Diesel. Seine hohe Durchzugskraft ist wie geschaffen für den Ypsilon. Ebenfalls recht flott waren wir mit dem Zweizylinder unterwegs, der allerdings etwas brummig klingt. Wohlgesonnen könnte man den Sound als sportlich-kernig bezeichnen. Der Vierzylinder ist nur was für besonders ruhige Gemüter. Die berühmte Wurst zieht er nicht so schnell vom Brot.


Foto: D. Stanka


Details


Individualisierung stand bereits beim Vorgängermodell im Fokus. Mit dem neuen Ypsilon können noch mehr Wünsche realisiert werden. Mehr als 600 Varianten sind möglich, darunter vier Zweiton-Lackierungen und sechs verschiedene Sitzbezüge. Einzigartig im Segment ist die Einparkautomatik Magic Parking. Wird ein rund 80 Zentimeter langer Parkraum identifiziert, wird dies dem Fahrer angezeigt. Dieser muss dann nur noch Bremsen und Gas geben, das Einparken übernimmt das System. Ebenfalls optional sind Bi-Xenon-Scheinwerfer erhältlich. Besondere Erwähnung soll die schmale Konturierung der Vordersitzlehnen bekommen, die auch Fondpassagieren längere Strecken bequem überstehen lässt.


Foto: D. Stanka


Fazit


Im Marktumfeld ist der Lancia Ypsilon gut positioniert. Preislich startet er bei 12.500 Euro, die teuerste Variante als Diesel mit Platinum-Paket liegt bei 18.400 Euro. In Anbetracht der umfangreichen Ausstattung durchaus akzeptabel. Denn neben dem eleganten Erscheinungsbild ist der Ypsilon auch sehr sparsam im Umgang mit Benzin und Diesel. Der kleine Zweizylinder mit 0,9 Litern Hubraum soll nur 4,2 (Handschalter) bzw. 4,1 Liter (Automatik) verbrauchen, der Diesel sogar nur 3,8 Liter. Das bedeutet 99 bzw. 97 Gramm CO2-Ausstoss pro Kilometer beim Benziner und 99 Gramm beim Diesel. Einzig der schwächste Motor liegt bei 4,9 Liter gleich 115 Gramm CO2. Klarer Favorit ist für uns der Diesel. Er vereint Langstreckentauglichkeit mit Effizienz am besten. Der Zweizylinder ist eher für die urbanen Landschaften und der Vierzylinder-Benziner kann fast vernachlässigt werden.


Technische Daten: Lancia Ypsilon 1,3 MultiJet 16v Platinum


Motor: 4-Zylinder-Diesel
Getriebe: Fünfgang-Schaltung
Hubraum: 1.248 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 70 kW (95 PS)/4.000
Max. Drehmoment: 200 Nm bei 1.500 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 3.842/1.676/1.520  in mm
Radstand: 2.390 in mm
Leergewicht: 1.050 kg
Zul. Gesamtgewicht: 1.530 kg
Kofferrauminhalt: 245 l
Bereifung: 185/55 R 15
Felgen: 6 x 15″ Leichtmetall
Beschleunigung: 11,4 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h
Tankinhalt: 40 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 3,8 l auf 100 km
Preis: 18.400 Euro inkl. MwSt.










Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München

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