Audi
Audi Q5 Hybrid
Foto: D. Stanka
 

Audi Q5 hybrid quattro – I am sailing


Von Dietmar Stanka

Mallorca ist als Sonneninsel bekannt. Vielleicht hat Audi deshalb die Motor-Journalisten dieser Welt dorthin eingeladen, um den neuen Q5 hybrid zu fahren.


Am 7. Juni meinte es Petrus allerdings nicht so gut und öffnete direkt bei der Ankunft am Flughafen zum ersten Mal die Schleusen. Glücklicherweise erstrahlte die Sonne wenige Minuten später wieder und behielt über drei Stunden die Hoheit am Himmel. So konnten wir den Q5 hybrid bei blauem Himmel ablichten. Auf der Fahrt durch die Berge überraschte uns dann ein Regenguss inklusive Gewitter vom Feinsten. Dort konnte dann der quattro seine Stärken ausspielen.

Audi Q5 Hybrid
Foto: Audi


Vom segeln und boosten


Wir berichteten bereits im letzten Herbst vom Audi Q5 hybrid. Damals noch von einer kurzen Fahrt um Ingolstadt herum mit einem Fahrzeug der Vorserie. Heute war die Teststrecke, die uns von Alora über Inca hinauf in die Berge vorbei an Sóller über Bunjola zurück nach Palma führte, wesentlich länger und dynamischer zu fahren. Nach dem Start auf der Finca Son Berga lotste uns das serienmäßige MMI-Navi als erstes durch flaches Land und durch kleine Dörfer.

Dort spielte der Q5 hybrid quattro seine großen Stärken aus. Die Kombination aus dem 2,0 TFSI mit 155 kW (211 PS) und dem Elektromotor mit 40 kW (54 PS) ist für Fahrten wie diese prädestiniert. Das hineingleiten in eine Ortschaft, verbunden mit abbremsen, lädt die Batterie und ein Stop an der Ampel schaltet den Motor aus. Mit der vorhandenen Batteriekapazität und einem sensiblen Gasfuß fährt man bis zur nächsten Ampel elektrisch.

Angeblich funktioniert das rein elektrische Fahren nach Angaben von Audi bis zu einer Geschwindigkeit von 100 km/h. Oder aber bei konstant 60 km/h insgesamt 3 Kilometer weit. Da muss dann aber die Batterie randvoll sein und alle anderen Umstände wie eine topfebene Strecke ebenfalls passen. Nun gut, wir sind rund einen Kilometer elektrisch gefahren, nach dem Druck auf den Knopf mit der Bezeichnung „EV“. Danach half uns der kräftige Benziner wieder bei der Vorwärtsbewegung.

Audi Q5 Hybrid
Foto: D. Stanka


Hinauf in die Berge half uns bei Herausbeschleunigen aus den engen Serpentinen die gesamte Kraft des Boosts. Will heißen die komplette Systemleistung, die ein sagenhaftes Drehmoment von 480 Nm produziert und den über 1,9 Tonnen schweren Q5 hybrid in 7.1 Sekunden auf 100 km/h katapultiert. Die Spitze liegt bei 225 km/h, was wir aber auf der kurzen Autobahnfahrt aus bekannten Gründen nicht ausprobiert haben.

Bei der Fahrt nach oben in die wildromantische Landschaft Mallorcas schluckte dieser Audi genau wie seine nicht hybriden Brüder aus dem eigenen Haus oder auch aus denen der Mitbewerber. Denn die sehr kurzen Rekuperationsphasen reichen bei sportlich-dynamischer Fahrweise nicht aus, um die Batterie nennenswert als einzige Antriebsquelle zu animieren. Da braucht es die Kraft des Verbrenners und da zeigte der Bordcomputer auch mal locker über 12 Liter Durchschnittsverbrauch an.

Erzählt Audi also Blödsinn, wenn sie für den Q5 hybrid quattro einen Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern angibt? Nein! Denn es kommt eben auf die Fahrweise an. So auch in unserem Fall. Denn wo es einen Berg hochgeht, folgt auf der anderen Seite eine Abfahrt. Auf dieser konnten wir sehen, wie sich der Batteriestand hurtig füllte und der Verbrauch fast schon nach jeder Kurve um ein Zehntel sank. Es war wieder rekuperieren angesagt und auf längeren Passagen in der Ebene das sogenannte Segeln.

Hilfreich sind beim Q5 hybrid quattro die Anzeigen zur Beobachtung des jeweiligen Fahrzustands. Den Drehzahlmesser ersetzt ein Instrument, das entweder das Laden der Batterie, einen effizienten und einen nicht so effizienten sowie die Boostfunktion anzeigt. Das MMI, gleichzeitig Navigationssystem mit Google-Earth-Funktion sowie Internet- und Audiofunktion zeigt stilisiert ebenfalls den jeweiligen Betriebszustand. Davon gibt es derer fünf. Allein mit Verbrennungsmotor, nur mit Elektromotor, im Hybridmodus und dann noch rekuperieren und boosten, also richtig Gas geben.

Audi Q5 Hybrid
Foto: D. Stanka


Fazit


Es ist ein typischer Audi mit der bekannt hohen Qualität und einer Verarbeitung die Premium toppt. Es ist der erste Hybrid von Audi und dann gleich einer, der Rekorde bricht, was die mögliche Reichweite bzw. Spitzengeschwindigkeit anbetrifft. Aber er ist nicht ganz billig. 53.700 Euro soll er kosten. Damit rund 10.000 Euro teurer als der 2,0 TFSI ohne Elektromotor. Davon sind aber rund 5.000 Euro einer umfangreicheren Serienausstattung geschuldet und eigentlich liegen die Fahrleistungen ganz locker auf dem Niveau des 3,2-Liter TFSI, der nicht ausstattungsbereinigt 47.750 Euro kostet. Es ist halt bei der Anschaffung eines Hybrid die Frage, welche Strecken in der Mehrzahl zurückgelegt werden. Auf Langstrecken empfiehlt sich da eher ein Diesel. Zum Segeln auf dem Land oder beim Stop-and-go-Verkehr in der Stadt oder deren Peripherie kann sich ein Q5 hybrid quattro durchaus lohnen.

Audi Q5 Hybrid
Foto: D. Stanka


Technische Daten: Audi Q5 hybrid quattro

Motor: 4-Zylinder-Benziner mit Elektromotor
Getriebe: Achtgang-Automatik
Hubraum: 1.984 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 155 kW (211 PS)/4.300 – 6.000 (nur Benzinmotor)
Max. Drehmoment: 350 Nm bei 1.500 bis 4.200 Umdrehungen pro Minute (Benzinmotor)
Länge/Breite/Höhe: 4.629/1.898/1.625 in mm
Radstand: 2.812 in mm
Leergewicht: 1.910 kg
Zul. Gesamtgewicht: 2.490 kg
Kofferrauminhalt: 460 – 1.480 l
Bereifung: 235/55 R 19
Felgen: 8 x 19″ Leichtmetall
Beschleunigung: 7,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
Tankinhalt: 72 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 6,9 Liter auf 100 km
Preis: 53.700 Euro









Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München

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