
Foto: D. Stanka
Dacia Duster dCi 110 FAP 4x4 Prestige – Zurück in die Vergangenheit
Von Dietmar Stanka
Der Duster. Ein SUV aus dem Hause Dacia angesiedelt in Rumänien. Seit seiner Markteinführung im Frühjahr 2010 überraschte er mit seinem Erfolg nicht nur die Verantwortlichen bei Renault in Frankreich und dem Werk in Rumänien.
Aber was ist denn wirklich dran an dem vermeintlich billigen SUV, der ab 11.990 Euro zu bekommen ist? Wir haben uns das „Spitzenmodell“ Prestige (18.900 Euro) mit dem 81 kW (110 PS) starken 1,5-Liter-Diesel genauer angeschaut und dabei so einiges erfahren.

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Ist Geiz geil?
Beim ersten Hinsehen wirkt der Dacia Duster ganz und gar wie ein modern gestylter SUV. Einer im Moment sehr beliebten Gruppe von Automobilen, die fast alle Altersschichten anspricht. Diese Art Fahrzeuge sind praktisch, man sitzt hoch und wiegt sich in einer Sicherheit, die nicht zwingend vorhanden ist. Vor allem dann nicht, wenn man bei der Bestellung eines Duster nicht genau hinsieht. Denn ESP ist extra zu ordern und kostet immerhin 300 Euro. Problem ist nur, dass es für die beiden Varianten „Duster“ und „Ambiance“ gar nicht zu bekommen ist, sondern nur für die teureren Versionen „Lauréate“ und „Prestige“, aber nicht für den Benziner!
Nach der äußeren Betrachtung ist es an der Zeit die Türen zu öffnen und den Innenraum zu begutachten. Aber was ist das? Ein unangenehm seltsamer Geruch schlägt einem entgegen und wir waren versucht, die Tür sofort wieder zu schließen. Von außen selbstverständlich! Die Duftnote wird von den Kunststoffen ausgesendet, die den Duster im Innenraum komplett beherrschen. Bis auf die Flächen, auf denen ausschließlich die Lackfarbe zu sehen ist.
Wir wollten den Duster jedoch auch fahren und so stiegen wir ein und öffneten gleich die Fenster. Wobei wir erst am Türgriff an den beiden Blindschaltern hantieren wollten, die jedoch nur eine Plastikabdeckung für was auch immer darstellen. Nun gut, die Schalter für die vorderen Fensterheber befinden sich unterhalb des Radios und oberhalb der Bedieneinheit für die Klimaregelung in der Mittelkonsole.
Kommt nun auch mal ein Lob? Ja. Die Übersichtlichkeit ist gut und deswegen hat Dacia auch komplett auf den Einsatz von Einparkhilfesensoren verzichtet. Wer diese dennoch benötigt, muss auf Angebote im Kfz-Zubehörhandel zurückgreifen. Auf dem in unserem Testwagen montierten Ledergestühl sitzt man angenehm, jedoch ungenügend seitlich gestützt.
Motor und Fahrwerk
Der Diesel mit 110 PS aus dem Hause Renault markiert die Spitze der Motorisierung des Duster. Ein 1,6 Liter großer Benziner mit 77 kW (105 PS) und ein 1,5-Liter-Diesel mit 66 kW (90 PS) runden das Angebot ab. 4x4, wie Dacia den Allrad-Duster nennt, wird für den Benziner und den stärkeren Diesel optional angeboten. Während der Diesel in unserem Testwagen hörbar nagelt, erinnern wir uns an Erlebnisse mit einem Motor dieser Bauart in einem Renault. Hörbar leiser und wesentlich besser geräuschgedämmt geht das Triebwerk dort zu Werk. Wieder einmal ein Eingeständnis für eine möglichst billige Produktion.
Die Leistung der 110 PS und 240 Nm Drehmoment, die bereits bei 1.750 Umdrehungen pro Minute anliegen, ist dagegen absolut zufrieden stellend. Es empfiehlt sich zudem, den variablen Modus des Allradantriebs zu wählen, da bei zu heftig eingesetzten Gasfuß beim Anfahren auch gerne mal die Räder durchdrehen und die Reifen zum quietschen bringen. Noch ein bisschen Lob: der Motor ist äußerst sparsam und wird bei höherer Geschwindigkeit tatsächlich leiser. Dacia gibt den durchschnittlichen Verbrauch mit 5,6 Litern an, wir lagen bei unseren Testfahrten bei etwas mehr als 6 Litern.
Auch das Fahrwerk mit dem variablen Allradantrieb verdient lobende Erwähnung. Es verrichtet die Arbeit mit einem guten Federungskomfort. Im Auto-Modus des Antriebs fließt die Kraft immer erst auf die Vorderräder. Wenn die Traktion nachlässt schalten sich die Hinterräder automatisch dazu, sodass bis zu 50 Prozent des Drehmoments nach hinten verlagert werden kann. Im manuell wählbaren Lock-Modus fährt der Duster bis zu 60 km/h schnell in einer fest eingestellten 50/50-Verteilung auf der Vorder- und Hinterachse.

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Fazit
Der Dacia Duster ist für Menschen, die an ein Auto nur wenige Ansprüche stellen. Menschen, die auf Elektronik und eine Verarbeitung nach modernsten Maßstäben verzichten können. Der Duster wirkt robust und ist mit dem in diesem Segment unschlagbarem Preisgefüge ein Automobil für Puristen, die sich gerne an Fahrzeuge erinnert wissen wollen, die vor 25 Jahren als modern galten. Somit ist Geiz schon ein bisschen geil. Übrigens hat sich der seltsame Geruch innerhalb der zwei Testwochen entweder verringert oder wir haben uns einfach daran gewöhnt.
Foto: D. StankaTechnische Daten: Dacia Duster dCi FAP 4x4 Prestige
Motor: 4-Zylinder-Diesel
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Hubraum: 1.461 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 81 kW (110 PS)/4.000
Max. Drehmoment: 240 Nm bei 1.750 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.315/1.822/1.625 in mm
Radstand: 2.673 in mm
Leergewicht: 1.369 kg
Zul. Gesamtgewicht: 1.844 kg
Kofferrauminhalt: 443 – 1.604 l
Bereifung: 215/65 R 16
Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall
Beschleunigung: 12,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 168 km/h
Tankinhalt: 50 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 5,6 Liter auf 100 km
Preis: 18.790 Euro
Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München
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