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Volkswagen Jetta – frische Winde aus Mexiko


Von Dietmar Stanka


Der Jetta. Eigentlich ein ungeliebtes Automobil. Oder eine Art Opa-Mobil. Zu langweilig erschien die Limousine. Zumindest in deutschen Landen. In den USA erfreut sich die Stufenheck-Karosse dagegen großer Beliebtheit. Ist sogar eines der meist getunten Import-Autos und vor allem bei jungen Leuten extrem beliebt. Das krasse Gegenteil also. Deshalb wurde der Jetta der neuesten Generation auch als Erstes in Nordamerika eingeführt. In abgespeckter Version, was Fahrwerk, Motoren und Ausstattungsdetails angeht. Dafür auch wesentlich preiswerter.


Foto: D. Stanka


Der europäische Jetta


Nun ist es auch für uns Europäer so weit. Wir fuhren den Jetta mit besserem Fahrwerk, modernen, weil verbrauchsärmeren Motoren und natürlich mit viel besserer Ausstattung. Der erste Eindruck? Wow. Okay, nicht so sehr „wow“, weil es eben ein Volkswagen ist, der mit seinem eher konservativen Design den Mainstream erfasst. Aber ein echtes „wow“ für den neuen und eleganten Auftritt des Jetta. Dem ach so biederen Auto.

 

Foto: D. Stanka


Design und Auftritt


Lang gestreckt und mit klaren, eben typischen Volkswagen-Linien versehen, strahlt der neue Jetta bis dato nicht vorhandenen Chic aus. Damit entwickelt die Limousine eine Dynamik die all seinen Vorgängern gefehlt hat und neuen Schwung in den Absatz dieses Fahrzeugs bringen kann. Im Inneren des Jetta findet man Altbekanntes. Ein Volkswagen, so wie jedes Fahrzeug aus dem Konzern. Es ist alles am gewohnten Platz und das Cockpit ist entsprechend aufgeräumt und daher wunderbar einfach bedienbar. Die verwendeten Materialien sind dagegen in Teilbereichen dem günstigen Preis geschuldet.

 


Foto: D. Stanka

Motoren und Fahrwerk


Mit drei Motoren geht der Jetta an den Start. Zwei 77 kW (105 PS) und ein 103 kW (140 PS) starkes Triebwerk. Gute Bekannte aus Polo, Golf und Touran. Der 1,2-Liter-TSI, ein downgesizter Benziner, markiert den Einstieg bei den Antrieben. Trendline heißt die dazu passende Ausstattung. In der Kombination mit dem manuellen Sechsgang-Getriebe kostet solch ein Jetta 20.900 Euro. Für soviel Auto ein durchaus angemessener Preis. Empfehlenswerter, weil mehr drin und dran, ist die mittlere Variante Comfortline. Für 22.600 Euro sind dann unter anderem auch 6,5 Zoll große Leichtmetallräder und Komfortsitze montiert. Damit das Einparken berührungsfrei klappt, sind hinten Parksensoren eingebaut und ein Lederlenkrad sorgt für ein angenehmes Gefühl an den Händen.


Foto: D. Stanka


Neben dem sparsamen Benziner steht ein ebenso starker 1,6-Liter-Diesel zur Wahl. Geschaltet wird mit einem Fünfgang-Getriebe, sechs Gänge sind dem Benziner und dem großen 2-Liter-Diesel vorbehalten. Als Trendline kostet der Jetta dann 23.075 Euro, als Comfortline 24.775 Euro. Comfortline und die Toppausstattung Highline sind mit diesem Motor auch mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) zu bestellen. Der 103 kW (140 PS) starke Selbstzünder muss sich dagegen mit einem Sechsgang-DSG bescheiden. Auf der Motorenseite rüstet Volkswagen den Jetta nach und nach weiter auf. Drei weitere TSI mit 122, 160 und 200 PS sorgen in Kürze ebenfalls für eine größere Auswahl wie die besonders sparsamen BlueMotion Technology-Motoren, die teilweise schon zur Markteinführung Ende Januar 2011 erhältlich sind.

Als ausgewogen und komfortabel zeigte sich das Fahrwerk bei unseren ersten Testfahrten im frühlingshaften Nizza und entlang der Côte d’Azur. Dafür zeichnet unter anderem der lange Radstand von 2,65 m verantwortlich. Diese Großzügigkeit zeigt sich auch im Innenraum. Viel Platz auf allen fünf Sitzgelegenheiten und ein Kofferraum mit 510 Litern Fassungsvermögen sind für viele Reisen geeignet. Allerdings ist die Be- und Entladung nicht ganz einfach. Die Kante ist relativ hoch und durch eine Verjüngung im Deckelbereich können sich sperrige Gegenstände durchaus mal verhaken.


Foto: D. Stanka


Fazit


Der neue Jetta ist definitiv der hübscheste, der je gebaut wurde. Die Designer mussten nicht einen Golf in eine Limousine verschlimmbessern, sondern durften auf einem weißen Blatt Papier ein neues Auto entwerfen. So ist der neue Jetta auch eine interessante Alternative zu einer Passat Limousine. Rund 3.000 Euro Preisvorteil sind ein schlagkräftiges Argument für diese Entscheidung. Gebaut wird der Jetta in Mexiko, auch um den nordamerikanischen Markt schneller bedienen zu können und selbstverständlich auch, um niedrigere Produktionskosten zu generieren.


Technische Daten: Volkswagen Jetta 1,2 TSI Comfortline


Motor: 4-Zylinder-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Schaltung
Hubraum: 1.197 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min: 77 kW (105 PS)/4.000
Max. Drehmoment: 175 Nm von 1.500 – 4.000 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe: 4.644/1.778/1.453  in mm
Radstand: 2.651 in mm
Leergewicht: 1.302 kg
Zul. Gesamtgewicht: 1.800 kg
Kofferrauminhalt: 510 l
Bereifung: 205/55 R 16
Felgen: 6,5 x 16″ Leichtmetall
Beschleunigung: 10,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h
Tankinhalt: 60 l
Kraftstoffverbrauch kombiniert: 5,7 Liter auf 100 km
Preis: 22.600 Euro inkl. MwSt.
 







Dietmar Stanka   Aribonenstraße 1 b   D-81669 München



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