Land Rover Discovery 4 Foto: Land Rover
Familienausflug ins Gelände
Land Rover; Modell: Discovery 4 3.0 TDV6 HSEVon Thomas Flehmer
Land Rover hat den Discovery runderneuert. Anstatt eines gewöhnungsbedürftigen Interieurs mit klappernden Teilen hat in der vierten Generation mehr Premium Einzug gehalten.
Aus einem hässlichen Entlein wird nicht immer ein schöner Schwan. So wird auch die vierte Generation des weiterhin kantigen Discovery viele finden, die sich nicht für den praktischen Geländewagen, der am 19. September sein Debüt in Deutschland gibt, begeistern können. Zwar wurde die Front mit neuen Scheinwerfern mit LED-Leuchten und neuem Kühlergrill kompatibler gestaltet. Weit beschriftetes Heck Doch nicht immer lässt man sich allein von der Front begeistern. Trotz einer moderneren Gestaltung mit neuen Heckleuchten und Blinkern hat das Heck seine Formen beibehalten. Und das große Heckfenster, das immerhin einen guten Rückblick garantiert, zieht sich durch die Hecklinie ähnlich wie der Skoda Roomster von der Seite. Hinzu kommt noch der Schriftzug «Discovery 4 TDV6 HSE», der nicht gerade zur Freude selbst der hauseigenen Designer fast die gesamte Breite von 1,92 Metern ausfüllt. Doch nicht immer zählen die äußeren Werte.
Ein großer Schuss Premium
Premium hielt im Cockpit Einzug Foto: Land Rover
Denn die optischen Retuschen der Karosserie sind bei der Renovierung für das Modelljahr 2010 nicht das Wichtigste. Viel überzeugender ist die Gestaltung des Innenraums. Was in früheren Generationen eher karg aussah, hat nun einen großen Schuss Premium erhalten. So wird man beim Einstieg gleich an das Flaggschiff Range Rover Sport erinnert. Besonders das Armaturenbrett und die Mittelkonsole wurden aufgewertet, die Sitze komfortabler gestaltet. Leder, Holz und Aluminium statt Plastikwüste hieß die Devise, nach der man den Kundenwünschen nachkam. Zudem bekam der Discovery zwei weitere Sitzplätze spendiert, sodass nun der Fahrt mit insgesamt sieben Personen durch das Gelände oder auf dem Asphalt nichts im Wege steht. Die Fahrt kann dann auch über den in der Mitte angebrachten Monitor verfolgt werden. Das 1310 Euro teure Surround-Kamerasystem mit fünf Digitalkameras ermöglicht eine Fast-Rundumsicht. Bis zu einer Geschwindigkeit von 18 km/h können dann auf dem geteilten Bildschirm etwaige Hindernisse von den Insassen beobachtet werden. Sinnvoller ist der Einsatz der Kameras bei Gespannfahrten, um Rangiermanöver mit Anhänger besser steuern zu können.
Spritzige Allzweckwaffe
Fahrend und nicht schwimmend unterwegs Foto: AG/Flehmer
Die Rangiermanöver fallen mit dem neuen 3.0 Liter Dieselmotor, der sich mittlerweile bei Jaguar Land Rover zur Allzweckwaffe mausert, sparsamer aus. Gegenüber dem weiterhin im Angebot stehenden 2.7er benötigt der TDV6 3.0 mit EU 5-Norm mit 9,3 Litern Diesel einen knappen Liter weniger. Dafür ist das neue, 180 kW/245 PS starke Aggregat spritziger und verhilft dem bis zu 2,7 Tonnen schweren Discovery innerhalb von 9,6 Sekunden zur 100 km/h-Marke. Die Kunden wird es freuen: Mit dem Vorgänger wurde der dreistellige km/h-Bereich erst nach 12,7 Sekunden erreicht. Doch die Sprintqualitäten sind im Disco nicht so sehr gefragt. Hier geht Fahrkomfort vor. Und der ist selbst für den 4,83 Meter langen, 192 Meter breiten und 1,89 Meter hohen Kasten gegeben. Das Fahrwerk hält den Geländewagen gut in der Spur, selbst nach schnell angegangenen Kurven muss nicht gleich wieder Deo nachgelegt werden, da sich auch die Wankbewegungen im Rahmen halten. Die Sechsgangautomatik schaltet unauffällig wie eine Doppelkupplung, die Lenkung ist deutlich straffer als beim Vorgängermodell.
Eindrucksvolle Geländetauglichkeit
Viel Platz im Innenraum Foto: Land Rover
Land Rover wäre nicht Land Rover, wenn der Discovery nur für die Straße konzipiert worden wäre, wo er wohl aber zumeist unterwegs sein wird. Beeindruckend ist die Geländegängigkeit des Familien-SUV. Mit dem Terrain Response-System kann sich der Discovery per Drehknopf verschiedenen Untergründen anpassen. Dann werden jeden nach Situationen Differenzialsperren und Höhenverstellung des Fahrwerks eingeschaltet. Dann gibt es an Steigungen, Abfahrten oder Flussdurchfahrten überhaupt keine Probleme.
Einstieg bei 42.000 Euro
Das Heck spaltet weiterhin die Kundschaft Foto: AG/Flehmer
Probleme bereitet mancher Familie dafür der Einstiegspreis beim 3.0 TDV6 SE von 52.700 Euro. Das sehr gut ausgestattete Topmodell HSE beginnt bei 59.200 Euro. Da wird für manchen dann doch nur der Griff zum 2.7 TDV6 S bleiben, der bei 42.000 Euro startet. Auch viel Geld für ein hässliches Entlein, deren wahren Werte erst auf den zweiten Blick erkenn-, aber von Beginn an fühlbar sind.
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