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Mazda2 e-SKYACTIV G 115 M Hybrid

Noch mal schnell frisch gemacht

Freitag, 4. Feb. 2022

Mit einem Sondermodell und innovativer Spritspar-Technik hält sich der Mazda2 fit - das muss er auch, denn Konkurrenz kommt ausgerechnet aus dem eigenen Haus.

Als jugendlicher Feger geht der Mazda2 mittlerweile nur noch bedingt durch. Zwar ist Mazdas Kleinster noch immer ein attraktiver Begleiter, doch die dritte Generation läuft immerhin schon seit Anfang 2015 im japanischen Hofu vom Band und wurde in diesem Zeitraum schon mehrfach modellgepflegt. Jetzt fährt der 4,06 lange Fünftürer abermals frisch frisiert zu den Händlern. Und dort trifft er ab März ausgerechnet auf ein neues Familienmitglied, das auch noch genauso heißt wie er. Die Autobauer aus Hiroshima haben vom Kooperationspartner Toyota den Yaris Vollhybrid ohne technische Änderungen adoptiert und kleben ihm das Mazda2-Schild ans Heck. So ähnlich wie 1996, als der Ford Fiesta plötzlich zum Mazda 121 wurde. Und das ging ganz schön in die Hose.

Der Mazda2 hat ein Facelift erhalten
Der Mazda2 hat ein Facelift erhaltenFoto: Mazda

Ob die Entscheidung klug ist, sich ein umetikettiertes Double in die Verkaufsräume zu stellen, wird sich zeigen. Während die Händler frohlocken, weil sie ein zusätzliches zuverlässiges Spritspar-Auto bekommen, sind Mazdas Image-Hüter über diesen Schritt überhaupt nicht glücklich. Verwirrend ist er allemal. Denn bald gibt es den Mazda2 zweimal.

Optisch bleibt der Zweier mit seinem Frontgrill im Wabenmuster und der markanten, auslaufenden Chromspange wie er war und ist klar als Kind der Mazda-Familie identifizierbar
Optisch bleibt der Zweier mit seinem Frontgrill im Wabenmuster und der markanten, auslaufenden Chromspange wie er war und ist klar als Kind der Mazda-Familie identifizierbarFoto: Mazda

Reden wir über das Original, das sich im vergangenen Jahr immerhin 5.200-mal verkauft hat und jetzt mit Rückenwind aus der Winterpause kommt. Die Schneider des Kodo-Designs haben diesmal Füße und Blechschere stillgehalten. Optisch bleibt der Zweier mit seinem Frontgrill im Wabenmuster und der markanten, auslaufenden Chromspange wie er war und ist klar als Kind der Mazda-Familie identifizierbar.

Der kleine Japaner wirkt immer noch frisch
Der kleine Japaner wirkt immer noch frischFoto: Mazda

Angestaubt wirkt der Japaner weder außen noch innen, wo sich gerade das stylische Cockpit wohltuend von manch einfallsloser Plastiklandschaft der Konkurrenz abhebt. Bei Multimedia und Konnektivität hatte Mazda bereits 2020 nachlegt und den Zweier beispielsweise per Apple Carplay oder einem neuen Head-Up-Display auf Kurs gebracht. Allerdings nicht auf den Stand der größeren Brüder. Ihre aktuelleren Systeme sind nicht nur deutlich schneller, sondern auch in der Bedienung mindestens eine Generation voraus.

Angestaubt wirkt der Japaner weder außen noch innen, wo sich gerade das stylische Cockpit wohltuend von manch einfallsloser Plastiklandschaft der Konkurrenz abhebt
Angestaubt wirkt der Japaner weder außen noch innen, wo sich gerade das stylische Cockpit wohltuend von manch einfallsloser Plastiklandschaft der Konkurrenz abhebtFoto: Mazda

Einen Hauch von Facelift bringt zumindest das neue Sondermodell Homura ins Spiel, das die vier Ausstattungslinien ab sofort ergänzt. Für 19.410 Euro setzt der Homura auf schwarze Magie: Schwarze Doppelspeichen-Aluräder, schwarze Spiegelkappen, abgedunkelte hintere Scheiben. Innen zieren rote Ringe die Lüftungsdüsen und rote Nähte die schwarzen Sitze. Dazu packt Mazda allerlei Extra-Ausstattung.  

Im Wesentlichen aber konzentrieren sich die aktuellen Pflegemaßnahmen auf die Antriebstechnik. Basis ist wie gehabt ein vergleichsweise großvolumiger 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, mit 75, 90 und seit neuestem auch wieder mit 115 PS. Los geht es ab 14.540 Euro für den Einstiegsbenziner. Der 90-PS-Otto ist ab rund 17.200 Euro zu haben, das Top-Triebwerk ab 22.800 Euro.

Im Wesentlichen aber konzentrieren sich die aktuellen Pflegemaßnahmen auf die Antriebstechnik
Im Wesentlichen aber konzentrieren sich die aktuellen Pflegemaßnahmen auf die AntriebstechnikFoto: Mazda

Die Top-Version hatte Mazda zwischenzeitlich gestrichen. Die beiden stärkeren Motoren unterstützt ein Mildhybrid-System, das über einen riemengetriebenen 22,5 Volt-Startergenerator zusätzlichen Schub liefert, als Stromspeicher dient ein Kondensator. Bei ausreichend Ladezustand nutzt die Technik die Energie, um den Benzinmotor zu entlasten. Das spart Sprit und verbessert das Ansprechverhalten.

Basis ist wie gehabt ein vergleichsweise großvolumiger 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, mit 75, 90 und seit neuestem auch wieder mit 115 PS
Basis ist wie gehabt ein vergleichsweise großvolumiger 1,5-Liter-Vierzylinder-Benziner, mit 75, 90 und seit neuestem auch wieder mit 115 PSFoto: Mazda

Okay, kennen wir schon. Wirklich neu aber ist das innovative Brennverfahren mit dem Namen „Diagonal Vortex Combustion”. Bei diesem Technik-Trick wird die angesaugte Luft im Brennraum in eine diagonal verlaufende Strömung versetzt. Dadurch vermischt sich der eingespritzte Kraftstoff optimal mit der Ansaugluft. Gleichzeitig steigt die Verdichtung von 13,0:1 auf 15,0:1. Ergebnis: Für gleiche Leistung wird weniger Kraftstoff benötigt. Der Mazda 2 soll fast elf Prozent weniger verbrauchen. Beim 90 PS-Version sinkt der Verbrauch nach WLTP von 5,3 auf 4,7 Liter, entsprechend die CO2-Emissionen von 120 auf 106 g/km (nach NEFZ-Norm). Ein Spitzenwert für einen Kleinwagen, der nicht komplett elektrifiziert ist. Die Japaner planen dieses Verfahren als Standard für alle ihre Verbrenner einzusetzen.

Die beiden stärkeren Motoren unterstützt ein Mildhybrid-System
Die beiden stärkeren Motoren unterstützt ein Mildhybrid-SystemFoto: Mazda

Eine Etage höher merkt der Fahrer davon herzlich wenig. Es brummt nicht sonderlich, die Leistungsabgabe erfolgt harmonisch und gleichförmig. Mit dem 115 PS-Topmodell, den wir uns für die erste Ausfahrt geschnappt haben, geht es zügig voran. Untertourig bummeln mag der 1,5-Liter-Vierzylinder zwar nicht so gerne, aber wer die Gänge ausdreht, erntet ordentlich Schubkraft. Unter den Minis gilt der Mazda2 mit seinen 1.110 Kilo Leergewicht als eher leichter Spielkamerad. Entsprechend behände ist er unterwegs, mit einer recht straffen Abstimmung, die vor allem kurze Wellen souveräner abfedern könnte. Top sind dagegen die direkte Lenkung mit serienmäßig eingebautem Kurvenspaß und die knackige Schaltung, die sich ihre sechs Gänge auf extrem kurzen Wegen schlafwandlerisch sicher schnappt.

Wie viel Spritspar-Talent tatsächlich im frisch gemachten Zweier schlummert, lässt sich nach der ersten Testfahrt nur spekulieren. Werte zwischen gut 5 und knapp 6 Litern scheinen aber realistisch. Und das klingt für ein 115 PS-Auto nun wirklich nicht nach altem Eisen, sondern irgendwie ziemlich modern.

Mazda 2 e-SKYACTIV G 115 M Hybrid Sportsline - Technische Daten:

  • Fünftüriger Kleinwagen;
  • Länge: 4,07 Meter,
  • Breite: 1,70 Meter (mit Außenspiegeln: 2,03 Meter),
  • Höhe: 1,52 Meter,
  • Radstand: 2,57 Meter,
  • Kofferraumvolumen: 280 - 887 Liter.

1,5-Liter Vierzylinder

  • 85 kW/115 PS,
  • maximales Drehmoment 151 Nm,
  • 6-Gang-Schaltgetriebe,
  • Mild-Hybrid System mit 22,5 Volt-Starter-Generator und Kondensator als Stromspeicher,
  • Leergewicht 1.110 kg, 
  • 0-100 km/h: 9,8 Sek,
  • Vmax: 183 km/h,
  • Verbrauch (NEFZ): 4,7 l Super/100 km,
  • CO2 Emissionen: 106 g/km,
  • Verbrauch (WLTP): 5 Liter,
  • C02-Emissionen: 113 g/km
  • Effizienzklasse: B,
  • Preis: ab 22.810 Euro

Tomas Hirschberger/SP-X