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Zweite Generation Edge

Ford Edge – The American Way

Mittwoch, 10. Mai. 2017

Ein Fahrbericht von unserem Automobilredakteur Dietmar Stanka Endlich offeriert Ford mit der zweiten Generation des Edge einen SUV oberhalb des Kuga. Und das obwohl die Marke in diesem Segment aus dem Vollen schöpfen könnte. Schließlich kann Ford mit dem Flex, dem Explorer und dem Expedition im Portfolio aufwarten. Der Edge darf mit seinen günstigen Preisen, die mit dem Trend ab 42.900 Euro beginnen, im Revier eines Audi Q5, Jaguar F-Pace und Mercedes-Benz GLE wildern. Die, wie wir alle wissen, ausstattungsbereinigt deutlich teurer sind, als der im kanadische Oakville gebaute Ford Edge.

Endlich offeriert Ford mit der zweiten Generation des Edge einen SUV oberhalb des Kuga. Und das obwohl die Marke in diesem Segment aus dem Vollen schöpfen könnte. Schließlich kann Ford mit dem Flex, dem Explorer und dem Expedition im Portfolio aufwarten. Der Edge darf mit seinen günstigen Preisen, die mit dem Trend ab 42.900 Euro beginnen, im Revier eines Audi Q5, Jaguar F-Pace und Mercedes-Benz GLE wildern. Die, wie wir alle wissen, ausstattungsbereinigt deutlich teurer sind, als der im kanadische Oakville gebaute Ford Edge.

Foto: D. Stanka

Exterieur und Interieur

Der Edge macht seinem Namen alle Ehre. Kantig und an den richtigen Stellen hübsch abgerundet, wirkt er massig und dennoch nicht übergewichtig. Ein paar Millimeter länger als 4,80 Meter und knapp zwei Meter breit, zeigt er mächtig Präsenz. Der trapezförmige Kühlergrill signalisiert eindeutig die Herkunft und trotz seiner Länge wirkt er dynamisch und kompakt zugleich. Das mag auch an der leicht Coupé-haft designten Dachlinie liegen, die durch den Heckspoiler Länge gewinnt.

Die Entwickler des neuen Ford Edge haben bei der Gestaltung des Innenraums in Bezug auf ein großzügiges Raumgefühl ganze Arbeit geleistet. Schulter, Kopf- Beinfreiheit können vorne wie hinten ausgiebig genossen werden. Auch der Kofferraum ist mit 602 Litern üppig dimensioniert. Werden die kinderleicht bedienbaren Rücksitze flachgelegt, entsteht ein Volumen von bis zu 1.847 Litern.

Da für die Ausstattungslinie Sport das Sony Navigationssystem mit Ford Sync3, digitalen Radioempfang DAB, 12 Lautsprecher inklusive Subwoofer und den mittlerweile üblichen App-Spielereien mit Google CarPlay und Android Auto serienmäßig an Bord ist, komme ich gleich in diesem Abschnitt darauf zu sprechen. Bedient wird die gesamte Einheit entweder über die Sprachsteuerung oder über den kapazitiven Touchscreen.

Ford Sync3 bindet ruckzuck das Smartphone ein. Die Sprachsteuerung funktioniert exzellent, egal ob ein Navigationsziel eingegeben oder ein Anruf getätigt werden soll. Ebenso praktisch ist die Vorlesefunktion von SMS. Diverse Antwortvorlagen ermöglichen eine sofortige Rückmeldung und selbstverständlich kann auch ein Anruf getätigt werden.

Foto: D. Stanka

Fahrleistungen

Der 2,0-Liter-TDCi-Vierzylinder-Diesel ist mit 132 kW (180 PS) und einem Drehmoment von 400 Nm ausschließlich mit dem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe zu bekommen. Die stärkere Version mit 154 kW (210 PS) und einem Drehmoment von 450 Nm ist ausschließlich mit der Sechsgang-Ford PowerShift-Automatikgetriebe mit Doppelkupplungstechnologie und Schalttasten am Lenkrad für Kraftverteilung zuständig.

Warum der Automat nicht für die schwächere und von mir getestete Variante zur Verfügung steht, ist eine nicht nachvollziehbare Firmenpolitik. Die 3.500 Euro an Mehrpreis für den stärkeren Bi-Turbo sind schließlich nicht von der Hand zu weisen. Zur Ehrenrettung von Ford sei aber gesagt, dass sich das manuelle Getriebe leicht schalten lässt.

Allrad ist in beiden Versionen verbaut, laut Ford sogar ein intelligenter. Diese künstliche Intelligenz ist schnell erklärt. Mit Hilfe einer ausgeklügelten Sensorik wird permanent die Traktion überprüft und das Antriebsmoment auf die Vorder- und/oder Hinterachse geleitet.

Im Gegensatz zu seinen direkten Mitbewerbern belässt es Ford in Deutschland und großen Teilen Europas bei den Diesel-Antrieben. Dabei stünden noch drei Benziner zur Wahl. Ein 2-Liter-Turbo mit 245 PS, ein 3,5-Liter-V6 mit 280 PS sowie der neue 2,7-Liter TwinTurbo mit 315 PS. Vielleicht stellt Ford aufgrund der fortschreitenden Diesel-Diskussion künftig die beiden Turbos zur Verfügung.

Foto: D. Stanka

Der Zweiliter-Diesel ist natürlich für unsere Breiten immer noch das adäquate Antriebskonzept für eine mit Allrad angetriebenen SUV. Die 400 Nm an Drehmoment sind absolut ausreichend, um den neuen Ford Edge zügig zu bewegen. 200 km/h schnell und in 9,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h sind Werte, mit denen er sich locker auf dem Niveau der Mitbewerber bewegt. Zudem der Verbrauch bei durchwegs zügiger Fahrweise, teilweise kühlen Temperaturen und Winterreifen bei rund acht Litern lag.

Ganz und gar nicht amerikanisch fühlt sich das komfortabel abgestimmte Fahrwerk an. Klar, es ist nicht knochentrocken sportlich, wie es von den Kölner sonst gewohnt ist. Der Kompromiss, es für die Insassen angenehm gefedert zu gestalten und dennoch keine Sänfte auf die Räder zu stellen, ist meiner Ansicht nach gut gelungen.

Versionen und Ausstattung

Neben dem Trend steht der Edge als Titanium ab 47.000 Euro und in der von mir getesteten Version Sport ab 49.450 zur Wahl. Die 210 PS sind nur für Titanium und Sport verfügbar und kosten jeweils 3.500 Euro mehr.

Die Ausstattungsspitze markiert der edel mit Leder und ähnlichen Annehmlichkeiten ausgestattete Ford Edge Vignale. Normalerweise mindestens 53.700 Euro teuer, ist er im Moment aufgrund einer Sonderaktion von Ford handgeschaltet mit 180 PS bereits ab 47.900 Euro erhältlich. Der Biturbo mit 210 PS liegt während dieser Aktion bei 51.400 Euro, regulär bei 57.200 Euro.

Foto: D. Stanka

Zielführend ist in jedem Fall das Investment von 1.550 Euro für das Business-Paket. Darin sind die adaptiven LED-Hauptscheinwerfer sowie der Park-Assistent mit Ein- und Ausparkfunktion enthalten. Das Winterpaket inklusive beheizbarer Frontscheibe, Vordersitze, Lenkrad sowie auch beheizter Scheibenwaschdüsen kostet nur für den Trend einen Aufpreis von 600 Euro. Für die anderen Linien ist das Paket Serie.

Sollen die Gemüter und vor allem Rücken und weiter unten liegende Körperpartien bei heißen Temperaturen gekühlt werden, empfiehlt sich für den Sport ein weiterer Griff in den Geldbeutel. Für 575 Euro sind dann nicht nur die Vordersitze klimatisiert, sondern auch die hinteren Rücksitze beheizbar

Fazit

Der neue Ford Edge ist nicht nur für die üblichen Verdächtigen seines Segments mehr als nur ein weiterer Vertreter seiner Gattung. Mit seinen großzügigen Platzverhältnissen, dem leisen Innenraum, dem sparsamen und durchzugsstarken Motoren sowie seinem umfangreichen Konnektivitätssystem Ford Sync3 und der guten Verarbeitung kann er ebenso gut bei den süddeutschen Herstellern wildern.

Die ihre Modelle namens Q5, GLE und X5 übrigens in den USA und Mexiko bauen. Der Ford Edge kommt dagegen aus Kanada und würde nicht irgendwelchen Strafzöllen gegenüber in den USA gefertigten Automobilen unterliegen.

Technische Daten: Ford Edge Sport

Motor 4-Zylinder-Diesel
Getriebe Sechsgang-Schaltung
Hubraum 1.997 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 132 kW (180 PS)/2.000
Max. Drehmoment 400 Nm bei 3.500 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.808/1.928/1.707 in mm
Radstand 2.680 in mm
Leergewicht 1.912 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.505 kg
Kofferrauminhalt 602 – 1.847 l
Bereifung 255/45 R 19
Felgen 8,5 x 19″ Leichtmetall
Beschleunigung 9,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Tankinhalt 55 langen
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr 5,9 l auf 100 km
Preis 49.450 Euro inkl. MwSt.

Fotos: 1 x © Ford (innen) / 4 x © D.Stanka (aussen)

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München