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Kia Picanto - Mehr als nur Oho!

Montag, 24. Apr. 2017

Ein Fahrbericht von unserem Automobilredakteur Dietmar Stanka Ende Februar berichtete ich bereits von der statischen Vorstellung des neuen Kia Picanto. Kurz vor der Markteinführung am 1. April 2017 drehte ich die ersten Runden südlich von Barcelona. Gleich vorneweg. Die dritte Generation des Kia Picanto setzt neue Höhepunkte im A-Segment und lässt andere Hersteller schon fast blass aussehen.

Ende Februar berichtete ich bereits von der statischen Vorstellung des neuen Kia Picanto. Kurz vor der Markteinführung am 1. April 2017 drehte ich die ersten Runden südlich von Barcelona. Gleich vorneweg. Die dritte Generation des Kia Picanto setzt neue Höhepunkte im A-Segment und lässt andere Hersteller schon fast blass aussehen.

Foto: D. Stanka

Design

Das markante Gesicht wird von dem sich durch alle Baureihen des südkoreanischen Herstellers ziehenden Tigernasen-Grill geprägt. Dieser bildet eine optische Einheit mit den neuen Scheinwerfern, die eckiger gestaltet sind und das Fahrzeug deutlich verbreitern. Seitlich betrachtet, fallen am neuen Picanto die kurzen Karosserieüberhänge auf. An der Front verlor der Überhang gegenüber dem Vorgänger 25 mm. Der Radstand wuchs dagegen um 15 mm auf 2,40 m.

Individualisierung ist in und deshalb bietet Kia für den neuen Picanto elf Außenfarben, fünf verschiedene Innendesigns sowie eine große Felgenauswahl. Für die neue dazugekommene Sportausführung GT Line stehen alle Farb- Leder- und Interieurvarianten zur Verfügung.

Foto: D. Stanka

Hübsch und aufgeräumt zeigt sich das Interieur des kleinsten Kia. Über vier Türen enterbar, ist selbst auf den hinteren Sitzen genügend Raum für Mitfahrer. Beherrschendes Element ist je nach Ausstattungsniveau der sieben Zoll große und fließend in das Armaturenbrett integrierte Touchscreen.

Fahrverhalten

Zwei Triebwerke stehen im Moment zur Wahl. Ein 1-Liter-Dreizylinder mit 49 kW (67 PS) und ein 1,2-Liter mit vier Zylindern und 62 kW (84 PS). Im Herbst folgt eine Art GTI mit dem aus dem Rio bekannten 1-Liter-Turbo mit 74 kW (100 PS). Auf meiner über zwei Tage dauernden Testfahrt über Autobahnen, durch Städte und Dörfer sowie enge und kurvenreiche Bergstraßen konnten beide Motoren überzeugen.

Foto: D. Stanka

Überrascht war ich von dem agil und gleichzeitig komfortabel ausgelegtem Fahrwerk. Eine neue und leichtere Hinterachskonstruktion sowie eine gute Dämpferkennung sind die wesentlichen Elemente des für dieses Segment sehr gutem Fahrverhalten. Perfekt auch die Geräuschdämmung im Innenraum.

Ausstattung

Attract, Edition 7, Spirit, GT Line und als Sondermodell die Dream-Team Edition. Beginnend bei 9.990 Euro wird der Kia Rio in der Top-Ausstattung GT Line und Automatik gerade einmal 15.790 Euro teuer. Ist zugegeben viel Geld für solch einen Kleinwagen. Betrachtet man sich die Ausstattungsvielfalt näher, erscheint dieser Betrag auf einmal recht klein.

Foto: D. Stanka

Denn wer liefert in dieser Klasse schon eine verschiebbare Mittelkonsole mit einem 1 Liter fassenden Staufach? Oder eine Lenkradheizung? Eine Klimaautomatik? Elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel? 16 Zoll große Leichtmetallfelgen? Bluetooth und USB- sowie AUX-Anschluss? LED-Rückstrahler? Einen autonomen Notbremsassistenten, der bis zu einer Geschwindigkeit von 165 km/h arbeitet? Und last but not least ein 7 Zoll großes Navigationsystem mit Anbindung von Android Auto und Apple CarPlay?

Selbst die Basisausstattung kann mit einer Klimaanlage für 890 Euro aufgewertet werden und hat einen Radio mit RDS- und MP3-Funktion an Bord. Keine Selbstverständlichkeit im A-Segment, in dem im Regelfall für solche Details die teurern Top-Modelle gekauft werden müssen.

Foto: D. Stanka

Besonders herausstellen möchte ich das Sondermodell Dream-Team Editon und die GT Line. Erstgenannte Version ist laut Aussage von Kia limitiert und verfügt für einen Preis ab 12.690 Euro unter anderem über 14 Zoll große Leichtmetallfelgen, dunkler getönte Scheiben hinten (Privacy Glas) sowie elektrische Fensterheber. Die GT Line zeigt sich mit Seitenschwellern und je nach Außenfarbe perfekt inszenierten Akzentfarbtupfern betont sportlich.

Fazit

Mit dem neuen Picanto haben die Kia-Entwickler ein Meisterstück abgeliefert, das mehr als nur ein Oho abverlangt. Die vielen Ausstattungsfeatures, das tolle Fahrwerk und die hohe Verarbeitungsqualität sind allererste Sahne. Kritik verdient nur einzig nur der Durst der agil arbeitenden Motoren. 6 Liter auf der Autobahn bei einer Geschwindigkeit um die 120 km/h sind einfach zu viel. Da heißt es nochmals nacharbeiten.

Technische Daten: Kia Picanto 1.2 GT Line

Motor 4-Zylinder-Benziner
Getriebe Fünfgang-Schaltung
Hubraum 1.248 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 62 kW (84 PS)/6.000
Max. Drehmoment 122 Nm bei 4.000 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 3.595/1.595/1.403 in mm
Radstand 2.400 in mm
Leergewicht 1.051 kg
Zul. Gesamtgewicht 1.400 kg
Kofferrauminhalt 255 – 1.010 l
Bereifung 195/45 R 16
Felgen 6,5 x 16″ Leichtmetall
Beschleunigung 12,0 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 173 km/h
Tankinhalt 40 l
Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr 4,5 l auf 100 km
Preis 14.990 Euro inkl. MwSt.

Alle Fotos: © D. Stanka

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München