Jaguar F-Pace S

Jaguar F-Pace S in Tirol

Die etwas andere Raubkatze

Ein Fahrbericht von unserem Automobilredakteur Dietmar Stanka

Dynamik, Sportlichkeit und hohe Qualität sind die Attribute, die gemeinhin von einem Jaguar erwartet werden. Wie soll in diese Markenphilosophie ein Geländewagen, respektive SUV passen? Dieser Frage konnten wir bei den ersten Testfahrten mit dem neuen Jaguar F-Pace im Sommer 2016 in Tirol bereits nachgehen. Wenige Kilometer und nur ein paar Stunden fahren, vermitteln jedoch andere Eindrücke als eine zweiwöchige Testphase. Die wir im November mit einem Jaguar F-Pace S AWD und trotz der montierten Winterreifen mit Hochgenuss absolvierten.

 

Form und Funktion

Der neue Jaguar F-Pace zieht vor allem in der S-Version die Blicke magisch auf sich. Der schwarze Kühlergrill mit dem Kopf des Jaguars wird von den schmal angeschnittenen Katzenaugen betont. Diese sind im Falle unseres Testwagens mit Voll-LED-Scheinwerfern inklusive Lichtautomatik und Kurvenlicht ausgestattet.

Eine niedrige Dachlinie und eine hohe Schulter werfen die Dynamik des Jaguars in die Waagschale. Ohne aber die Platzverhältnisse im Innenraum zu beeinträchtigen. Diese sind auch aufgrund des langen Radstands von 2,87 Metern hervorragend zu nennen. Ausreichend Fußraum für die Passagiere im Fond und gleichwohl genügend Kopffreiheit. Zudem ein Kofferraumvolumen, das von 650 bis 1.740 Litern reicht.

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Das Cockpit ist mit all seinen Bedienungsmechanismen und Anzeigeeinheiten ergonomisch gefertigt. Im zentralen Blick des Fahrers finden sich klassisch Tacho und Drehzahlmesser, umrahmt von Tankinhalt und Wassertemperatur. Gar nicht klassisch aber die digitale Ansicht, die linkerhand noch über die ein weiteres Feld verfügt. Dort werden diverse Infos wie beispielsweise Radio oder Navigation dargestellt.

Jaguar F-Pace S Front

Oberhalb im Armaturenträger findet sich die Einbuchtung des optional erhältlichen Headup-Displays. Einer Einrichtung, die mit den im Sichtbereich befindlichen Informationen für eine Erhöhung der Verkehrssicherheit verantwortlich zeichnet.

Mittig auf dem Armaturenträger buhlt das neue InControl Touch Pro Infotainment System um Aufmerksamkeit. Die es aus gegebenen Anlass schnell erhält. Denn über den 10,2 Zoll großen Bildschirm werden praktisch alle Systeme gesteuert, die das Fahren mit dem neuen Jaguar F-Pace angenehmer, bequemer und zielorientierter gestalten.

Über Softkeys werden die jeweils benötigten Impulse gesendet, die den grundsätzlich in vier Elemente aufgeteilten Bildschirm entsprechend ansteuern. Das sind im Einzelnen Telefon, Navigation, Audio sowie die Regelung der Klimaautomatik. Da die Anzahl der unterschiedlichen Abrufe so zahlreich ist, beschränken wir uns hier auf ein paar wenige Beispiele.

Bei der Eingabe eines Ziels wird geprüft, ob der Tankinhalt reichen wird. Sollte dies nicht der Fall sein, werden die auf der Strecke liegenden Tankstellen angezeigt. Wird eine davon per Fingerdruck bestätigt, wird diese automatisch als Zwischenziel eingefügt.

Mit der Funktion Commute Mode kann sich der tägliche Arbeitsweg entspannter durchführen. Commute Mode merkt sich den Weg und arbeitet im Falle von Verkehrsbehinderungen eine alternative Route aus. Zusätzlich sucht Commute Mode Parkmöglichkeiten in der Nähe des Zielorts und führt das Fahrzeug direkt dorthin. Ab 2018 Pflicht in neuen Automobilen ist das automatische Absetzen von Notrufen. Im Jaguar F-Pace ist dies mit InControl Protect bereits jetzt verbaut.

Jaguar F-Pace S

Fahrverhalten

Mit seinen 280 kW (380 PS) darf sich der neue Jaguar F-Pace S AWD mit ultimativer Sportlichkeit schmücken. Mit dieser Spitzenmotorisierung marschiert der SUV in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und wird erst bei 250 km/h eingebremst.

Das ausgewogene Fahrwerk mit einer Vielzahl technischer Schmankerl lässt selbst Fahrten jenseits der 200 km/h wie in einer Limousine wirken. Mag unter anderem daran liegen, dass die ausschließlich aus Aluminium-Teilen gefertigte Vorderradaufhängung mit Dreiecksquerlenkern aus dem F-Type adaptiert wurde. Oder auch die elektromechanische Servolenkung EPAS optimal justiert ist.

Der Allradantrieb tut sein Übriges für die hohe Fahrfreude mit dem neuen Jaguar F-Pace S AWD. Im Normalfall wird die Kraft zu 90 Prozent auf die Hinterachse geleitet. Werden über die Sensoren Traktionsprobleme gemeldet, sind in Millisekunden die Verhältnisse 50:50 aufgeteilt.

Torque Vectoring lässt zudem Kurvengeschwindigkeiten zu, die sonst nur in einem Sportwagen erzielt werden können. Mit Torque Vectoring wird durch ein leichtes Anbremsen der kurveninneren Räder Untersteuern erst gar nicht zugelassen und das Fahrzeug gleichzeitig in einen neutralen Fahrzustand versetzt.

Bei unseren gut 1.000 km über zwei Wochen bewegten wir den Jaguar F-Pace S AWD im Stadtverkehr, auf Landstraßen, in den Bergen Bayerns sowie auf Autobahnen. Im Mix und unter Ausnutzung der Fahrmodi Dynamik, Normal und Eco - Schnee und Matsch war nicht notwendig - erzielten wir einen Durchschnittsverbrauch von gut 11 Litern auf 100 km. Für den knapp 1,9 Tonnen schweren und winterbereiften Jaguar F-Pace S AWD ein ordentlicher Wert.

Jaguar F-Pace S Seite

Ausstattung

Satt, sehr satt. Was man aber von einen 75.260 Euro teuren SUV aber auch erwarten darf. Wobei der Jaguar F-Pace S AWD ausstattungsbereinigt gegenüber seinen Mitbewerbern aus den deutschen Landen fast schon wieder als preiswert bezeichnet werden könnte.

Kurz noch einmal zurück zum gesamten Angebot des Jaguar F-Pace, das sich von einem rein auf den Hinterrädern angetriebenen 20d mit manuellem Sechsgang-Getriebe und 180 PS von 42.390 Euro bis hin zu einem 65.150 Euro teuren 35t AWD mit 340 PS bewegt.

Das Einstiegsmodell 20d ist zudem als Allradler für 44.490 Euro sowie mit dem Achtgang-Automaten für 47.490 Euro zu bekommen. Die Ausstattungslinien nennen sich Pure, Prestige, Portfolio und R-Sport und sind für alle Motorisierungen wählbar. Der 300 PS starke 3-Liter-Diesel setzt sich mit einem Drehmoment von 750 Nm an die Leistungsspitze und ist ab 57.690 Euro zu bekommen.

Jaguar F-Pace S Kofferraum

Der S AWD steht für sich allein und verfügt serienmäßig über die von ZF aus Friedrichshafen stammende Achtgang-Automatik. Angekoppelt an den knurrig zu Werke gehenden und mittels Kompressor aufgeladenen V6 mit drei Litern Hubraum verfügt dieser Motor über ein Drehmoment von 450 Nm.

Fazit

Ja, der neue Jaguar F-Pace ist wieder einer mehr im nicht enden wollenden Pool der SUV. Der erste von Jaguar zwar, aber beileibe nicht der erste in diesem Premium-Segment. In dem sich unter anderem ein Audi Q5, ein BMW X5 und ein Mercedes-Benz GLE tummeln.

Und doch ist der Jaguar F-Pace das bisschen anders. Eine Wildkatze eben mit all ihren Tugenden und einer über Jahrzehnte erprobten Allradtechnologie der Schwestermarke Land Rover. Angepasst an die Bedürfnisse eines Salon-Jaguars und ein Stück weit entfernt von der ultimativen Geländegängigkeit. Was das Thema Kannibalisierung mit der Luxus-Marke Range Rover im Keim ersticken dürfte.

Technische Daten: Jaguar F-Pace S

Motor: 6-Zylinder-Benziner

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum: 2.995 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 280 kW (380 PS)/6.500

Max. Drehmoment: 450 Nm bei 4.500 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 4.731/1.936/1.652 in mm

Radstand: 2.874 in mm

Leergewicht: 1.775 kg

Zul. Gesamtgewicht: 2.460 kg

Kofferrauminhalt: 650 – 1.740 l

Bereifung: 255/50 R20

Felgen: 8,5 x 20″ Leichtmetall

Beschleunigung: 5,5 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h

Tankinhalt: 60 l

Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 8,9 l auf 100 km

Preis: 75.260 Euro inkl. MwSt.

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Fotos: © D.Stanka (5)  © Jaguar (1)

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München




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