Kia Rio - Lasst die Spiele beginnen

Dienstag, 14. Feb. 2017

Kia Kompaktflitzer Ein Fahrbericht von unserem Automobilredakteur Dietmar Stanka Nahezu zeitgleich mit der Markteinführung des neuen Kia Rio am 11. Februar 2017 konnte ich die ersten Testfahrten mit dem im B-Segment angesiedelten Kompaktflitzers drehen. Der neue Rio wurde im vergangenen Jahr auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Kurz zuvor feierte der Kleine eine Art inoffizieller Weltpremiere in der Frankfurter Europazentrale, über die ich hier berichtete.

Kia Kompaktflitzer

Ein Fahrbericht von unserem Automobilredakteur Dietmar Stanka

Nahezu zeitgleich mit der Markteinführung des neuen Kia Rio am 11. Februar 2017 konnte ich die ersten Testfahrten mit dem im B-Segment angesiedelten Kompaktflitzers drehen. Der neue Rio wurde im vergangenen Jahr auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Kurz zuvor feierte der Kleine eine Art inoffizieller Weltpremiere in der Frankfurter Europazentrale, über die ich hier berichtete.

Exterieur und Interieur

Der neue Kia Rio ist bereits die vierte Generation des kompakten Kleinwagens aus Südkorea. Wobei das Herkunftsland, zumindest was die Entwicklung betrifft, nicht alleine steht. Das Außen- wie Innendesign wurde in Frankfurt und im kalifornischen Irvine und dem koreanischen Namyang kreiert. Die neuen 1-Liter-Motoren stammen aus Rüsselsheim und gebaut wird der kleine Flitzer wiederum in Südkorea.

Zeitlos gestaltet zeigt sich die Karosserie des neuen Kia Rio. Die kurzen Überhänge erlauben einen für diese Klasse richtig langen Radstand von 2.580 Millimetern. Das freundlich-freche Gesicht wird von dem für Kia typischen Tigernasen-Grill geprägt, das Heck durch eine relativ steil stehende Heckklappe betont.

Wird diese hochgeklappt, öffnet sich ein Ladevolumen von 325 Litern. 13 Prozent mehr als beim Vorgänger und zudem mit einem in der Höhe variabel zu verstellenden Boden. Werden die im Verhältnis 60 zu 40 umklappbaren Rücksitze flachgelegt, entsteht ein komplett ebener Ladeboden mit einem Volumen bis zu 980 Litern.

Insgesamt streckt sich der Kia Rio etwas mehr als 4 Meter in die Länge, genau sind es 4.065 Millimeter oder 15 Millimeter mehr als der Rio der dritten Generation. In der Breite wuchs der neue Kia Rio um 5 Millimeter, in der Höhe schrumpfte er um den gleichen Wert. All diese Maßnahmen lassen den neuen Kia Rio geduckter und dynamischer wirken.

Das Interieur wirkt bereits auf den ersten Blick hochwertig und so gar nicht in dieses Segment passend. Aber auch die Kleinen und Kompakten rüsten auf und rücken näher und näher an die höheren Klassen heran. Schließlich muss das Fahren eines Kleinwagens heutzutage keinen Verzicht mehr bedeuten.

Die klaren Strukturen des Instrumententrägers sind ab der Ausstattungslinie Edition 7 von Einsätzen in Klavierlackschwarz geprägt. Das Gestühl ist serienmäßig mit schwarzem Stoff bezogen, optional ist für den Spirit ein helles und freundlich wirkendes Grau erhältlich.

Fahrerlebnis

Für Stefan Cost, Geschäftsführer von Kia Deutschland, wird der neue Kia Rio in der Modellpalette künftig eine noch wichtigere Rolle spielen, als sein durchaus erfolgreicher Vorgänger. Bei meinen ersten Ausfahrten konzentrierte ich mich auf die neuen Dreizylinder-Benziner, deren 998 ccm an Hubraum von einem Turbo aufgeladen werden. Entwickelt in Rüsselsheim und ebenfalls bei der Schwestermarke Hyundai im i20 eingesetzt.

Das Umfeld von Lissabon und die Atlantikküste Portugals waren das ideale Spielfeld für erste Testfahrten mit dem neuen Kia Rio. Die enge Altstadt der Seefahrer-Stadt genauso wie die gut ausgebauten Autobahnen sowie die kurvenreichen Küstenstraßen. Viel Regen, teilweise Wolkenbruchartig und sogar mit kleinen Hagelkörnern versehen, brachte die Scheibenwischer mit Regensensor ins Rotieren. Der kleine und wendige Kia Rio war immer bestens beherrschbar und trotzte tapfer dem Aquaplaning auch aufgrund der nagelneuen Bereifung.

Am ersten Tag war ich über gut 100 Kilometer mit dem neuen 1-Liter-Benziner mit 74 kW (100 PS) unterwegs. Der mit einem Turbo aufgeladene Dreizylinder ist je nach Ausstattung mehr als 1,2 Tonnen schwer und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 186 km/h. Geschaltet mit einem manuellen Fünfgang-Getriebe beschleunigt er innerhalb von 10,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Mit seinem Drehmoment von 172 Nm, das auf einem Drehzahlband von niedrigen 1.500 bis 4.000 U/min. anliegt, lässt er den neuen Kia Rio reichlich agil um die Ecken flitzen. Das Motorengeräusch ist leicht knurrig und verleiht dem Kompaktwagen dadurch eine sportliche Note. Sportlich ist auch der Verbrauch, der trotz vorausschauender Fahrweise und unter Beachtung der Schaltpunkthinweise sowie der Verkehrsregeln nicht unter 7 Liter zu bekommen war.

Anders der stärkere der beiden Diesel, den ich am zweiten Testtag auf einer ähnlichen langen Strecke fahren konnte. Mit 66 kW (90 PS) zwar um 10 Pferdchen schwächer, dafür mit einem Drehmoment von 240 Nm unterwegs, kommt ein solchermaßen motorisierter Kia Rio fast an die Spritzigkeit des Turbo-Benziners ran. Auf meiner Runde verbrannte der Selbstzünder 5,6 Liter, was ihn zum Sparsieger kürte.

Neben diesen beiden Triebwerksvarianten kann der neue Kia Rio mit einem 1,2-Liter-Benziner mit 62 kW (84 PS) und einem 1,4-Liter-Benziner mit 73 kW (99 PS) mit jeweils vier Zylindern geordert werden. Der zweite der beiden Einzylinder-Turbos leistet 88 kW (120 PS) und wird, genau wie der 1,4-Liter und die beiden Diesel mit sechs manuellen Gängen geschaltet. Für den 1,4-Liter ist zudem eine Viergang-Automatik für einen Aufpreis von 1.000 Euro zu bekommen. Der zweite Diesel, genau wie sein stärkerer Bruder mit 1,4 Litern Hubraum unterwegs, leistet 57 kW (77 PS).

Modelle und Varianten

Der neue Kia Rio wird in den Versionen Attract. Edition 7, Spirit und der neuen Topversion Platinum Edition angeboten. Zum Marktstart zudem als (nicht streng) limitierte und empfehlenswerte Dream-Team Edition mit einem Einstiegspreis von 14.990 Euro und einem Preisvorteil von bis zu 3.190 Euro. Das führt mich gleich zur gesamten Preisgestaltung des neuen Kia Rio, der als Attract mit dem 1,2-Liter-Benziner mit 62 kW (84 PS) bei 11.690 Euro startet.

Ganz oben in der Liste steht mit einem nahezu doppelt so hohen Preis der 1,4-Liter-Diesel mit 66 kW (90 PS) als Platinum Edition für 22.190 Euro. Viel Geld für ein Auto dieser Größe, aber begründet mit einer umfangreichen Ausstattung. Diese umfasst unter anderem ein Navi mit 7 Zoll großen Bildschirm, einen automatisch abblendenden Innenspiegel, 17 Zoll große Leichtmetallräder sowie eine Bestuhlung in hochwertiger Ledernachbildung entweder in schwarz oder rot/schwarz.

Entscheidet sich man sofort für einen neuen Kia Rio, empfehle ich die Dream-Team Edition. Dessen Serienumfang beinhaltet unter anderem Bluetooth, die Klimaautomatik, Nebelscheinwerfer, Parksensoren hinten, LED-Tagfahrlicht, Sitzheizung vorne, Leichtmetallfelgen sowie dunkler getönte Scheiben hinten und ein beheizbares Lederlenkrad.

Für eine bessere Orientierung sowie eine umfangreiche Konnektivität mittels Android Auto oder Apple CarPlay empfiehlt sich die Bestellung des Kia Navigationssystems. Das von Kia P3 benannte Paket umfasst zudem das Digitalradio DAB/DAB+ sowie eine Rückfahrkamera. Komplettiert wird das Navi mit Echtzeit-Verkehrsinfos über TomTom sowie dem 7-Jahre-Kia-Navigationsupdate.

Fazit

Mit diesem neuen Rio ist Kia ganz weit vorne angekommen. Dabeisein ist längst nicht mehr alles, der Siegerpodest ist mehr als nur zum Greifen nah. Der Kia Rio der vierten Generation ist optisch ein attraktives Automobil, praktisch ein großer Wurf und mit viel technischen Raffinessen und einer Vielzahl moderner Assistenzsysteme wie beispielsweise dem autonomen Notbremsassistenten ausgestattet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis passt und mit der Sieben-Jahres-Garantie bietet Kia zudem ein Alleinstellungsmerkmal an. Mehr Argumente sind für einen Verkaufsschlager nicht notwendig. (ds)

Technische Daten: Kia Rio Dream-Edition 1.0 T-GDI 100 (Referenzmodell)

Motor: 3-Zylinder-Benziner

Getriebe: Siebengang-Automatikgetriebe

Hubraum: 998 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 74 kW (100 PS)/4.500

Max. Drehmoment: 172 Nm von 1.500 – 4.000 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 4.065/1.725/1.450 in mm

Radstand: 2.850 in mm

Leergewicht: 1.228 kg

Zul. Gesamtgewicht: 1.600 kg

Kofferrauminhalt: 325 - 980 l

Bereifung: 195/55 R16

Felgen: 6 x 16″ Leichtmetall

Beschleunigung: 10,7 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 186 km/h

Tankinhalt: 45 l

Kraftstoffverbrauch kombiniert: 4,5 Liter auf 100 km

Preis: 16.890 Euro inkl. MwSt.

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Fotos: © Kia

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München