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Golf ist eben der Golf

Volkswagen Golf – Sieben hoch 2

Donnerstag, 2. Feb. 2017

Von unserem Automobilredakteur Dietmar Stanka

Golfen ist auf Mallorca angesagt. Golf fahren ebenso. Denkt sich zumindest Volkswagen und schickte die internationale Automobil-Presse auf die Baleareninsel. Dort stand die „upgedatete“ Ausgabe des neuen Golf zu Testfahrten bereit. Ein Golf Sieben hoch 2 sozusagen. Denn es geht 2017 „nur“ um eine umfangreiche Produktaufwertung, auch Facelift genannt. Optische Retuschen, technische Eingriffe und vor allem Erweiterungen in Sachen Assistenzsysteme und Konnektivität.

Foto: Fotoworkx

Exterieur und Interieur

LED anstatt Xenon. Ein vernünftiger Schritt hinsichtlich Kosten und Haltbarkeit. Unter den schmal geschnittenen Scheinwerfereinheiten kann man sich künftig für 1.085 Euro beste Lichtqualität in seinen Golf einpflanzen lassen. Diese Mehrausgabe gilt allerdings nicht für die überarbeitete und dadurch umfangreicher gewordene Variante Highline, bei der LED im Serienumfang enthalten ist.

Mit dem 9,2 Zoll großen Touchscreen des neuen Radio-Navigations- und Onlinesystem

„Discover Pro“ hält die sogenannte Gestensteuerung erstmals Einzug in die automobile Kompaktklasse. Überspannt von einer Glasfläche lassen sich auf dem komplett tastenlosen Bildschirm nach kurzer Eingewöhnungszeit sämtliche Bedienungen vornehmen.

Foto: Fotoworkx

Auf einer horizontalen Ebene am linken Rand des Monitors sind die fünf kapazitiven Felder „Menu“, „Home“, „On/Off“, „Lauter“ und „Leiser“ integriert. Zudem lassen sich auf dem Homescreen Funktionen belegen, die dem Fahrzeugnutzer besonders wichtig sind. Mit Wischen über dem Bildschirm, der übrigens weiterhin mit Näherungssensor ausgestattet ist, blättert es sich leicht durch alle Ebenen.

Es geht natürlich auch herkömmlicher mit der Navigation und dazu weitaus preiswerter. Denn Discover Pro kostet immerhin 2.385 Euro, wobei dieses System in Verbindung mit optionalen Paketen günstiger werden kann. Mit Discover Media für 565 Euro plus weiterer 440 Euro für das Radio Composition Media können Ziele ebenfalls erreicht werden.

Fahrerlebnis

Die Lieblingsinsel der Deutschen bietet eine Vielzahl qualitativ unterschiedlicher Straßen. Zum Beispiel die Autobahn, die vom Flughafen in Richtung Palma oder Llucmajor führt. Oder aber herrlich ausgebaute Schnellstraßen hoch in den Norden der Insel. Aber auch kurvenreiche Nebenstraßen, enge Ortsdurchfahrten und nicht unbedingt perfekt asphaltierte Routen. Bestens geeignet also, um den neuen Golf herauszufordern.

Foto: Fotoworkx

Anfangs war ich mit einem Klassiker unterwegs. Dem 2-Liter-Diesel mit 110 kW (150 PS), der auch gleichzeitig das Referenzmodell dieses Fahrberichts ist. Mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ist dieses Modell fast schon eine Art eierlegende Wollmichsau.

Kräftig im Antritt, smooth im Cruiser-Modus und dabei wirklich sparsam. Es ist ein Leichtes, unter 5 Litern zu bleiben und die von Volkswagen angegebenen 4,6 Liter Durchschnittsverbrauch zu erreichen. Geholfen haben dabei natürlich vor allem die vielen Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Bevor ich mir ein weiteres „Vernunftmodell“ vorgenommen habe, musste es der neue Golf GTI sein. Es ist wohl kein Hexenwerk gewesen, aus dem 2-Liter-TSI 169 kW (230 PS) heraus zu kitzeln. Erstens ist dieses Triebwerk locker für mehr als 300, wenn nicht sogar 400 PS ausgelegt. Zweitens verfügte der vorherige Golf GTI Performance über exakt die gleichen Leistungswerte.

So ist der neue GTI keine Überraschung in Sachen Performance, sondern nur eine konsequente Weiterentwicklung. Gepaart mit herrlichem Fahrspaß und bester Alltagstauglichkeit.

Foto: Fotoworkx

Zurück zur täglichen Praxis eines Golf und hin zum Variant. Nicht ganz so vernünftig wie vielleicht erwartet, drehte ich ein paar Runden mit dem Golf GTD Variant. 135 kW (184 PS) stark und dementsprechend souverän. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden zu testen, war kein Problem. Die Höchstgeschwindigkeit von 231 km/h zu erreichen, habe ich mir aber verkniffen.

Der innerstädtische Bereich von Palma war für mich am Ende der Testfahrten die Spielwiese, um den neuen Stau-Assistenten des Golfs auszuprobieren. Bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h ist damit teilautonomes Fahren möglich. Vorausgesetzt man gibt sich in die Hände der Sensorik. Aber die Entwickler von Volkswagen haben gute Arbeit geleistet und das rechtfertigte das Vertrauen in das stressfreie Fahren während der Rushhour in Palma de Mallorca.

Varianten und Modelle

Auch wenn der Einstiegspreis eines neuen Volkswagen Golf bei 17.850 Euro liegt, ist davon auszugehen, dass nur ganz selten dieser 85-PS-Benziner im der Ausstattungslinie Trendlinie von den Bändern in Wolfsburg rollt. Neben dem Trendline wird auch der aktuelle Volkswagen Golf weiterhin als Comfortline und Highline angeboten. Zudem sind in der Golf-Familie der Alltrack und der GTI vertreten.

Foto: Fotoworkx

Die Topausstattung sämtlicher Volkswagen Golf (Ausnahme Alltrack und GTI) und im 125 PS starken Benziner mindestens 24.500 Euro teuer, enthält neben den bereits erwähnten LED-Hauptscheinwerfer noch weitere Annehmlichkeiten, die den modernen Automobilisten gefallen. Dazu zählen beispielsweise eine Zweizonen-Klimaautomatik mit Allergen-Filter, beheizbare Sportsitze vorne, 17 Zoll große Leichtmetallfelgen sowie eine Ambientebeleuchtung.

So richtig neu und deshalb auch noch nicht bestellbar sind die neuen Benzinmotoren für den Golf. 1.5 TSI statt 1.4 TSI wird es noch im Lauf des Jahres heißen. Anstatt 92 kW (125 PS) werkeln mit dem größeren Hubraum 110 kW (150 PS) unter der Motorhaube. Versehen zudem mit einer Sprit sparenden variablen Zylinderabschaltung. Noch ein wenig später folgt eine BlueMotion-Version dieses Triebwerks, die 96 kW (130 PS) leisten wird.

Fazit

Die Veränderungen fanden beim neuen Volkswagen Golf in erster Linie unter dem Blechkleid statt. Ein großes Update, das den Wolfsburger Bestseller in Sachen Assistenzsysteme und Konnektivität auf die Höhe der Konzerngeschwister Tiguan und Touran hebt. Ansonsten ist der Golf eben der Golf. Der Pacemaker in seinem Segment. Schließlich werden jedes Jahr eine Million dieses Automobils gebaut. Ich denke, dass dieser Trend mit dem Golf Sieben hoch 2 nicht abreißen wird.

Technische Daten: Volkswagen Golf 2.0 TDI Highline

Motor 4-Zylinder-Diesel
Getriebe Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG)
Hubraum 1.968 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 110 kW (150 PS)/3.500 – 4.000
Max. Drehmoment 340 Nm von 1.750 – 3.000 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.258/1.799/1.492 in mm
Radstand 2.620 in mm
Leergewicht 1.485 kg
Zul. Gesamtgewicht 1.990 kg
Kofferrauminhalt 380 – 1.270 l
Bereifung 225/45 R17
Felgen 7 x 17″ Leichtmetall
Beschleunigung 8,9 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 216 km/h
Tankinhalt 50 l
Kraftstoffverbrauch kombiniert 4,6 Liter auf 100 km
Preis 30.525 Euro inkl. MwSt.

Fotos: © Fotoworkx

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München