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Citroen C3 in dritter Generation

Frecher Farbkleks der Kleinwagenszene

Freitag, 13. Jan. 2017

  Die 36 Farbkombinationen des neuen Citroen C3 bringen frischen Wind in sein Segment. Mit der dritten Generation dieses Kleinwagens zogen die Franzosen zudem alle Register. Was unser Fahrbericht in aller Deutlichkeit darstellen wird.

Ein Fahrbericht von unserem Automobilredakteur Dietmar Stanka

Die 36 Farbkombinationen des neuen Citroen C3 bringen frischen Wind in sein Segment. Mit der dritten Generation dieses Kleinwagens zogen die Franzosen zudem alle Register. Was unser Fahrbericht in aller Deutlichkeit darstellen wird.

Citroen C3
Citroen C3Foto: Marius Bauschen

Recht exklusiv übrigens mit einem Testwagen, der uns zwei Tage nach der Pressevorstellung am 7. Dezember 2016 für zwei Wochen zur Verfügung stand. So teilen sich unsere An- und Einsichten ein klein wenig auf. Kurz in den Hamburger Teil, ausführlich in die lange Testphase.

Form und Funktion

Witzig, spritzig, einzigartig. Ein Citroen alter Schule modernster Interpretation. Ein bisschen an den C4 Cactus erinnernd. Mit den seitlichen Airbumps und dem freundlich breitgezogenen Gesicht. Wobei die Airbumps erst ab der höchsten Ausstattungslinie Shine serienmäßig sind. Aber auch abgewählt oder aber der zweiten Linie Feel für 200 Euro bestellt werden können.

Hoch angesetzt sind die für Feel und Shine serienmäßigen LED-Tagfahrlichter. Diese sind mit zwei Chromspangen verbunden, die sich mittig zum Doppelwinkel formieren. Es stellt das neue Gesicht von Citroen dar, eigenständig und markant, wie es der traditionsreichen Marke entspricht. Diese spezielle Anordnung, das schwebend angesetzte Dach und die bis zu 17 Zoll großen Felgen heben den neuen Citroen C3 solchermaßen nach oben, dass der Eindruck entsteht, einen kleinen SUV vor sich stehen zu haben.

Citroen C3 Heck
Citroen C3 HeckFoto: D. Stanka

Im Interieur erlaubten sich die Franzosen keinerlei seltsame Extravaganzen. Reduziert auf das Nötigste, fühlt man sich im neuen Citroen C3 sofort zuhause. Die ergonomische Anordnung sämtlicher Bedienelemente und das angenehme Ambiente sind in dieser Klasse eine echte Offenbarung.

Je nach Gusto kann die Inneneinrichtung des neuen Citroen C3 in vier Varianten bestellt werden. Neben der Basisausstattung mit gelben Nähten sind dies Metropolitan Grey, Urban Red und Hype Colorado. Erstgenannte Version ist mit den hellgrauen Farben vom Möbeldesign inspiriert. Urban Red weist mit roten Zierelementen den sportlichen Charakter des Citroen C3 aus. Hype Colorado beschreitet mit dem zweifarbigen und lederbezogenem Lenkrad sowie edel wirkenden Materialien den Luxus-Weg.

Fahrverhalten

Mit seinen 60 kW (82 PS) befindet sich unser Testwagen in der Mitte der Angebotspalette der Benziner mit drei Zylindern. Darunter liegt der 50 kW (68 PS) leistende, darüber der 81 kW (110 PS) starke Motor. Bei den Selbstzündern finden sich die beiden 1,6-Liter mit 55 kW (75) bzw. 73 kW (99 PS).

Citroen C3 Seite
Citroen C3 SeiteFoto: Marius Bauschen

In Hamburg flitzten wir mit dem 82 PS starken Benziner durch die Stadt. In der längeren Testphase durften wir einen nagelneuen und 110 PS leistenden C3 einfahren. Bei der Übernahme in der Nähe von Frankfurt zeigte der Tacho gerade einmal 39 km auf. Nach knapp zwei Wochen waren es mehr als 1.000 km. Davon mehr als 600 auf Autobahnen, wo wir den flotten C3 die Sporen geben konnten.

Was er mit richtig viel Fahrspaß und erstaunlich wenig Spritkonsum quittierte. Selbst bei Vollgasfahrten um die 190 km/h waren es nur wenig mehr als 8 Liter. Im Mittel kamen wir ohne sparsames Fahren zu bemühen, auf etwas mehr als 5 Liter. Ganz nah dran also an dem Durchschnittswert, den Citroen für diese Motorenvariante auf 4,6 Liter beziffert.

Möglicherweise mag man sich französische Automobile grundsätzlich mit einem viel zu weichen Fahrwerk vorstellen. Für den neuen Citroen C3 gilt dies ganz und gar nicht. Den Entwicklern ist eine gute Spreizung zwischen Komfort und guter, weil straffer Straßenlage gelungen.

Citroen C3 Cockpit
Citroen C3 CockpitFoto: Marius Bauschen

Ausstattung

Live, Feel, Shine. Die Preisspanne reicht von 11.990 Euro bis 20.190 Euro. Annehmlichkeiten wie das fantastische Navigationssystem, eingebettet im Technik-Paket mit dem sieben Zoll großen Touchscreen kosten für den Feel 1.490 Euro, für den Shine 1.290 Euro.

In diesem für einen Kleinwagen reichlich teuren Posten sind aber noch viele Vorzüge versteckt, die das Autofahrerleben sicherer und komfortabler machen. Der Tote-Winkel-Warner, eine Rückfahrkamera, Nebelscheinwerfer, Klimaautomatik, schlüsselloser Zugang, Einparkhilfe hinten, Digitalradio DAB+ sechs Lautsprecher für die über das Lenkrad bedienbare Audioanlage sowie die Citroen Connect Box inklusive SOS-Ruf.

Neben dem Technik-Paket waren in unserem Testwagen noch das Style-Paket für 490 Euro, das 17 Zoll große Leichtmetallfelgen, dunkel getönte Heck- und Seitenscheiben sowie die 300 Euro teure, dreistufig regelbare Sitzheizung an Bord. Neben der Metallic-Lackierung für 490 Euro und dem Interieur-Ambiente Metropolitan Grey für 190 Euro die einzigen Zusatzausstattungen.

Citroen C3 Front
Citroen C3 FrontFoto: Marius Bauschen

Aber halt. Da war doch noch was. Ein Feature für die sogenannte Generation der Millenniums. Die 300 Euro teure ConnectedCAM von Citroen. Eingebaut im Innenspiegel blickt diese Dashcam in einem Winkel von 120 Grad nach vorne. Mit einem 16 GB Speicher, Full-HD-Auflösung und verbunden mit einem GPS-System können mit der entsprechenden App Bilder und Videos in den sozialen Netzwerken geteilt werden.

Im Falle eines Unfalls speichert die Kamera die 30 Sekunden davor und die erste Minute danach. Doch Vorsicht! In Österreich ist solch eine ständig mitlaufende Kamera nicht erlaubt. Ob sie tatsächlich sinnvoll ist? Wer weiß. Videos können per Klick im Normalbetrieb bis zu einer Länge von einer Minute aufgezeichnet werden. Zudem sind einzelne Fotoaufnahmen möglich. Per App sind diese Daten speicher- bzw. teilbar.

Ein bisschen schade und damit der einzig tatsächlich leicht negative Punkt an der ansonsten tadellosen Erfahrung mit dem neuen Citroen C3 ist das Thema Licht. Für ein Fahrzeug mit solch herausragenden Ideen und Sicherheitsfeatures wäre es sinnvoll, optional LED-Hauptscheinwerfer anzubieten. Ein Wunsch, den wir mit der Bitte nach schneller Umsetzung nach Frankreich senden.

Citroen C3 Heck
Citroen C3 HeckFoto: Marius Bauschen

Fazit

Es sollte für den neuen Citroen C3 ein Leichtes sein, die Erfolge seines Vorgängers einzuholen. Dieser wurde über 3,5 Millionen Mal verkauft. Anders gesagt, war bis dato jeder fünfte in Europa verkaufte Citroen ein C3. Ohne die Derivate wie den C3 Picasso wohlgemerkt. Uns hat der kleine Frechdachs überzeugt und wir sind der Meinung, dass er das Zeug hat, dies im großen Stil auch bei möglichen Kunden zu erreichen. Ab Januar 2017 ist der Kleine im Handel, bestellt werden kann er schon jetzt.

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Fotos: © Marius Bauschen ( 5 ), © D.Stanka ( 1 )

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München