Facebook Pixel

Kia Optima - Großaufgebot

Mittwoch, 26. Okt. 2016

Die angestrebten Absatzzahlen für den neuen Kia Optima scheinen tiefgegriffen. Gerade mal 2.000 Exemplare sollen im kommenden Jahr in Deutschland an Kunden ausgeliefert werden. Klingt nach wenig. Muss aber in Relation zu den starken Mitbewerbern aus Deutschland und dem Rest der Welt betrachtet werden. Die Limousine und der Kombi namens Sportswagon bewegen sich im Umfeld eines Ford Mondeo, Opel Insignia und des Bestsellers Volkswagen Passat. 

Großaufgebot

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Die angestrebten Absatzzahlen für den neuen Kia Optima scheinen tiefgegriffen. Gerade mal 2.000 Exemplare sollen im kommenden Jahr in Deutschland an Kunden ausgeliefert werden. Klingt nach wenig. Muss aber in Relation zu den starken Mitbewerbern aus Deutschland und dem Rest der Welt betrachtet werden. Die Limousine und der Kombi namens Sportswagon bewegen sich im Umfeld eines Ford Mondeo, Opel Insignia und des Bestsellers Volkswagen Passat.

Foto: D. Stanka

Form und Funktion

Außergewöhnlich, elegant, dennoch zweckmäßig und allgemein gefällig. Attribute, die den Kia Optima perfekt beschreiben. Weltweit ist es bereits die vierte Generation des Koreaners. In Deutschland wurde aber erst die dritte Generation ab 2011 angeboten.

Die aktuelle Design-Sprache von Kia strahlt hohes Selbstbewusstsein aus und hebt sich deutlich von den Mitbewerbern ab. Auf knapp 4,86 m streckt sich der neue Optima. Damit erreicht er nahezu die Maße der gehobenen Mittelklasse eines Audi A6 oder 5er BMW. Gleichermaßen großzügig zeigen sich der Innenraum und die überbordenden Volumina im Gepäckfach, die von 552 bis 1.686 Litern reichen.

Foto: D. Stanka

Hübsch aufgeräumt und ergonomisch gestaltet ist der Armaturenträger, der mittig, je nach Ausstattungslinie, entweder von einem serienmäßigen 7 bzw. 8 Zoll großen Navigationsbildschirm beherrscht wird. Dazu passen der hochwertige Materialmix und die saubere Verarbeitung. Sieben Jahre Garantieversprechen kommen schließlich nicht von ungefähr.

Fahrverhalten

Plug-in-Hybrid, klassischer Diesel oder leistungsstarker Turbo-Benziner? Die Auswahl ist groß und doch recht einfach deutlich auf den Punkt zu bringen. Für Viel- und Langstreckenfahrer der Diesel, für die Kurzstrecken-Nutzer der an der Steckdose aufladbare Hybrid und für die Heizer-Fraktion der 2-Liter-Turbo mit 180 kW (245 PS). Der stärkste Serienmotor von Kia bisher, weshalb die Kombination mit dem Sportswagon unsere erste Wahl bei den Testfahrten war.

Knurrig und mit einem sportlichen Sound untermalt zogen wir mit dem Optima in Richtung Autobahn. Doch halt. Das herzliche Gebrabbel ist leider nur im Innenraum wahrnehmbar. Soundentwicklern sei Dank? Na ja. Wer sich noch an die erfrischenden Motorengeräusche früherer Generationen erinnert, mag sich veräppelt vorkommen. Denn von außen gelauscht, ist dieser Optima eher im Flüstermodus unterwegs.

Foto: D. Stanka

Zurück zu den Fahreindrücken. Von unten raus lassen es die 245 PS ordentlich krachen. Das Drehmoment von 350 Nm beschleunigt den Optima trotz eines Leergewichts von gut 1,8 Tonnen in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bis die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 232 km/h erreicht wird, braucht es aber einen längeren Atem.

Zudem ist der 2-Liter-Turbo ein durstiger Geselle. Bei unserer etwa 160 km langen Fahrt mit viel Schmackes über eine fast leere Autobahn, cruisen auf Landstraßen und einigen Ortsdurchfahrten lag der Verbrauch bei knapp 12 Litern auf 100 km. Für einen GT war uns das Fahrwerk etwas zu weich abgestimmt und die Lenkung zu indirekt. Etwas sportive Nachschärfung würde diesem Modell daher gut stehen.

Ganz anders die Werte des Plug-in-Hybriden, der im Moment nur als Limousine zu bestellen ist. Interessenten für einen Sportswagon müssen sich noch bis zum nächsten Jahr gedulden. Mit etwa halb aufgeladener Batterie summten wir geräuschlos die ersten Kilometer durch Unterschleißheim hinaus auf eine Bundesstraße.

Foto: D. Stanka

Das Antriebssystem dieses Kia Optima besteht aus einem 2-Liter-Direkteinspritzer-Benziner mit 115 kW (156 PS) und einem 50 kW (68 PS) leistenden Elektromotors. Die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie beträgt 9,8 Kilowattstunden und soll für eine rein elektrische Reichweite von 54 km sorgen. Die Systemleistung liegt bei insgesamt 151 kW (205 PS) und einem Drehmoment von 375 Nm.

Kia spendierte diesem Modell die dritte Generation des regenerativen Bremssystems, das noch effizienter frische Ladekapazitäten zur Verfügung stellt. Weiterhin ist die bereits im rein elektrischen Kia Soul EV vorhandene Klimaautomatik eingebaut, die über eine separate Fahrerplatz-Klimatisierung verfügt und die restlichen Plätze vollständig abschaltet. Einschränkungen erfuhr der Kofferraum, der wegen der Batterie von 510 auf 307 Liter schrumpfte. Dafür trumpfte er auf unserer Testfahrt mit einem Durchschnittsverbrauch von unter 4 Litern auf.

Die pure Vernunft in Sachen Preis und Effizienz wird beim Kia Optima mit dem 1,7-Liter-Diesel dargestellt. 104 kW (141 PS) und ein Drehmoment von 340 Nm sind gut für 200 km/h in der Spitze. In Verbindung mit der serienmäßigen Sechsgang-Schaltung dauert der Spurt aus dem Stand auf 100 km/h in 10,2 Sekunden. Mit dem 2.000 Euro teuren Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe vergehen 11,1 Sekunden. Die Verbrauchswerte auf unserer Ausfahrt lagen bei knapp über 5 Litern und somit nur knapp über den von Kia angegebenen Wert von 4,6 Litern auf 100 km.

Foto: D. Stanka

Ausstattung

Fünf Ausstattungslinien die aufeinander aufbauen, stehen für den neuen Kia Optima zur Auswahl. Beginnend mit der Edition 7, darüber Vision, Spirit GT Line und der ausschließlich für den 2.0 T-GDI reservierte GT. Darüber hinaus wird der für Geschäftskunden interessante 1,7-Liter-Turbodiesel mit 141 PS auch als Business und Business Supreme angeboten.

Ausstattungsbereinigt ist Kia immer noch am unteren Ende der Fahnenstange angesiedelt, rückt preislich aber immer näher an die Mitbewerber. Die Limousine startet mit dem 2-Liter-Benziner mit 163 PS in der Version Edition 7 bei 25.090 Euro und endet beim GT mit 245 PS bei 40.890 Euro. Für den Sportswagon verlangt Kia einen Aufpreis von 900 Euro. Die beiden Plug-in-Varianten Attract und Spirit kosten 40.490 bzw. 44.490 Euro abzüglich der Förderung von 3.000 Euro in Deutschland.

Bereits in der Edition 7 ist der Kia Optima umfangreich ausgestattet. Unter anderem mit höhenverstellbaren Vordersitzen und einem Fahrersitz mit 2-fach elektrisch einstellbarer Lendenwirbelstütze. Dazu kommen Leichtmetallfelgen, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel sowie ein Navigationssystem, das über einen 7 Zoll großen Bildschirm bedient wird.

Foto: D. Stanka

kia-optima

Fazit

Die Entscheidung, welches Referenzmodell wir bei den technischen Daten erwähnen, fiel nicht ganz leicht. Plug-in-Hybrid oder Diesel standen zur Wahl. Der Selbstzünder gewann diesen internen Wettstreit in erster Linie, weil er sofort als Sportswagon zur Verfügung steht. Aber auch wegen seiner deutlich besseren Effizienz auf längeren Strecken.

Wird der Kia Optima im Wesentlichen auf kürzeren Distanzen bewegt und kann in Fahrpausen regelmäßig geladen werden, sollte ruhig ein Auge auf den Plug-in-Hybriden geworfen werden. Fasst man sich dazu noch ein bisschen in Geduld, bekommt man diesen Optima im Lauf des Jahres 2017 auch als Kombi.

Technische Daten: Kia Optima Sportswagon 1.7 CRDi Spirit (Referenzmodell)

Motor 4-Zylinder-Diesel
Getriebe 7-Stufen-DCT
Hubraum 1.685 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 104 kW (141 PS)/4.000
Max. Drehmoment 340 Nm bei 1.750 – 2.500 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.855/1.860/1.470 in mm
Radstand 2.805 in mm
Leergewicht 1.770 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.150 kg
Kofferrauminhalt 552 – 1.686 l
Bereifung 235/45 R18
Felgen 7,5 x 18″ Leichtmetall
Beschleunigung 11,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Tankinhalt 70 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr 4,6 l auf 100 km
Preis 37.090 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München