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Kleiner Flitzer aus Neckarsulm

Mit dem NSU 1000 auf der 11. Donau Classic

Montag, 8. Aug. 2016

  Klein, kompakt und flott. Voraussetzungen, die damals wie heute für Automobile galten und gelten. In den 1960er Jahren kam so ein kleiner Flitzer aus Neckarsulm. Heute Sitz der Manufaktur für den Audi R8 und die Zentrale und Produktionsstätte der heißen RS-Modelle aus dem Hause Audi.

Mit dem NSU 1000 auf der 11. Donau Classic

Ein historischer Fahrbericht von unserem Automobilredakteur Dietmar Stanka

Klein, kompakt und flott. Voraussetzungen, die damals wie heute für Automobile galten und gelten. In den 1960er Jahren kam so ein kleiner Flitzer aus Neckarsulm. Heute Sitz der Manufaktur für den Audi R8 und die Zentrale und Produktionsstätte der heißen RS-Modelle aus dem Hause Audi. Damals verließen die Werkshallen auch schon einmal echte heiße Racer. Der NSU TT und der TTS. Heute die Bezeichnungen für die in Ungarn produzierten Audi Coupés.

Foto: D. Stanka

Ähnlich wie heute TT oder TTS eine Spitze darstellten, waren es damals auch die Modelle von NSU. Die klassischen Brot- und Butterautos dieser Serie waren damals der NSU Prinz und später der NSU 1000. Mit einem dieser witzigen und spitzigen Automobile waren wir Ende Juni auf der Donau Classic unterwegs. Einer Old- und Youngtimer-Rallye rund um Ingolstadt, Kelheim, Neuburg an der Donau und Eichstätt.

Am Treffpunkt bei Audi Classic im Norden von Ingolstadt wartete mein Co-Pilot Thomas Ranft schon sehnsüchtig auf den Start im naheliegenden Einkaufszentrum am Westpark. Die ersten paar Kilometer dorthin hieß es sich erst einmal einzugewöhnen auf ein Automobil längst vergangener Zeiten.

Foto: D. Stanka

In solch einem Fahrzeug liegen sämtliche Assistenzsysteme noch beim Fahrer oder manchmal auch in den Händen eines freundlichen Beifahrers. Die Gluthitze von über 35 Grad erforderte das manuelle Herunterkurbeln der Scheiben sowie das Ausstellen der beiden Dreiecksfenster. Solchermaßen mit frischer Luftzufuhr versorgt, starteten wir mit der Nummer 44 von mehr als 230 Teilnehmern bei der 13. Donau Classic.

Wenige Meter später fand gleich die erste Wertungsprüfung statt. Eine von insgesamt 20 an diesem und den beiden darauffolgenden Veranstaltungstagen. Im Gegensatz zu einem klassischen Rallye-Wettbewerb dienen Wertungsprüfungen auf solchen Veranstaltungen nicht dem Erreichen von Bestzeiten, sondern dem Einhalten möglichst gleichmäßiger Geschwindigkeiten niedriger Art.

Foto: D. Stanka

Will heißen, dass beispielsweise eine Wegstrecke von 100 Metern in 12 Sekunden zurückgelegt werden muss. Fies sind Prüfungen, die ineinander verschachtelt sind. Also mehrere Messpunkte mit verschiedenen Streckenlängen und Durchschnittsgeschwindigkeiten absolviert werden müssen.

Höhepunkt der ersten Tages war der Rundkurs im Audi Audi driving experience center in Neuburg an der Donau. Dort konnte sich jeder wie Walter Röhrl oder Jochi Kleint fühlen. Die beiden Rallye-Legenden waren zusammen mit ihren Beifahrern Christian Geistdörfer und Gunter Wanger vor dem offiziellen Starterfeld unterwegs.

Foto: D. Stanka

War es am Donnerstag schon verdammt heiß, stiegen die Temperaturen am Freitag noch ein bisschen weiter. Gut 36 Grad vermeldete mein Beifahrer Thomas Ranft, der im Hessischen Fernsehen unter anderem als Wetterfrosch fungiert. Einzig im Altmühltal kam ein bisschen Erfrischung auf, die aber nach dem Anstieg zur Mittagsrast in der Ritterschänke an der Burgruine Randeck, wie weggeblasen erschien.

Der Zieleinlauf am Freitagnachmittag im Audi Forum in Ingolstadt wurde von vielen Zuschauern gesäumt, die ihren Biergartenbesuch nach hinten geschoben hatten. Der Freitag versprach nicht mehr ganz so heiß zu werden. Und tatsächlich gestaltete sich unsere Fahrt, die uns von Ingolstadt bis Kelheim in Nordosten und Mainburg und Pfaffenhofen im Süden führte, sehr angenehm.

Auch unser NSU 1000 schnurrte wie ein zufriedenes Kätzchen über die wunderbar ausgesuchten Routen. Selbst für einen Einheimischen wie mich, gab es viele Neuentdeckungen, die unbedingt wieder einmal aufgesucht werden müssen. Ach so, es gab ja auch noch ein Ergebnis zu vermelden. Durchaus erfreulich für zwei Amateure im Oldtimer-Rallyesport. Bei rund 250 Teilnehmern landeten wir auf Platz 85.

Technische Daten: NS

  • U 1000 C
  • Motor: 4-Zylinder-Benziner
  • Getriebe: Viergang-Schaltung
  • Hubraum: 996 ccm
  • Leistung in kW/PS bei xy U/min: 32 kW (43 PS)/5.500
  • Max. Drehmoment: 71 Nm bei 2.000 Umdrehungen pro Minute
  • Länge/Breite/Höhe: 3.790/1.490/1.360 in mm
  • Radstand: 2.250 in mm
  • Leergewicht: 700 kg
  • Höchstgeschwindigkeit: 130 km/h
  • Neupreis: 5.300,25 DM

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München