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Audi A4 Allroad ultra quattro

Es muss nicht immer ein Q sein

Freitag, 29. Apr. 2016

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Im vergangenen Jahr berichteten wir über den neuen Audi A4 als Limousine und Avant. Anfang April 2016 schoben die Ingolstädter nun auch den A4 Allroad hinterher. Bekanntermaßen höher gelegt, beplankt und ausschließlich als quattro und Kombi verfügbar. 34 mm mehr an Bodenfreiheit gegenüber dem regulären Avant sind das Maß der Dinge und entscheiden im Einzelfall über Durchkommen oder Umkehren.

Foto: D. Stanka

Form und Funktion

Der neue Space Frame oder auch Kühlergrill des Audi A4 Allroad ist präsenter und mächtiger denn je. Herausragend die vertikalen Chromlamellen sowie der Unterfahrschutz an der Front. Seitlich streben die ausgestellten Radläufe nach außen. Die, genau wie der hintere Stoßfänger, entweder in Strukturgrau matt gehalten oder je nach Wahl in fünf verschiedenen Außenfarben lackiert sind.

In den Radhäusern sind serienmäßig 17 Zoll große Leichtmetallfelgen mit entsprechendem Räderwerk zu finden. 18- oder 19-Zöller stehen als Sonderausstattung aufpreispflichtig zur Verfügung. Das Interieur unterscheidet sich gegenüber dem regulären Audi A4 so gut wie gar nicht. Einzig die Einstiegsleisten mit dem Schriftzug Allroad weisen auf den höher gelegten Bruder hin.

Eine weitere Stärke des Audi A4 Allroad ist sein Kofferraum. Dessen große Klappe sich auch per Fußbewegung unterhalb des Heckstoßfängers berührungslos öffnen lässt. 500 Liter und eine Durchladebreite von einem Meter sind eine ordentliche Vorgabe. Die im Verhältnis 40:20:40 flachzulegende Rückbank kann ganz einfach mit Hebeln, die an den Seiten des Kofferraums zu finden sind, betätigt werden. Dadurch entsteht ein Gesamtvolumen von bis zu 1.510 Litern.

Foto: D. Stanka

Fahrverhalten

Audi positioniert den A4 Allroad von Seiten der Motorisierungen, dem Auto entsprechend, etwas höher. Angesiedelt zwischen 110 kW (150 PS) und 200 kW (272 PS) sind es ein Benziner mit 252 PS und fünf Selbstzünder. Die Triebwerke sind entweder an ein manuelles Sechsgang-Getriebe, die neue Siebengang S tronic (Serie TFSI) oder, wie im Fall des stärksten V6-Diesels, an die achtstufige tiptronic angeflanscht.

Für unser besonderes Fahrerlebnis wählten wir den 2.0 TFSI, der mit dem neuen ultra quattro Allradantrieb ausgestattet ist. Das erste Modell von Audi mit einer bahnbrechenden Technologie, die wir im Februar 2016 bereits beim maßgeblichen Zulieferer Magna in den USA in einem Prototypen ausführlich testen konnten.

Kurz zur Technik. Audis ultra quattro verfügt über eine Lamellenkupplung, die vor dem Vorderachsabtrieb der Kardanwelle den restlichen Antriebsstrang nach hinten abtrennt. Zudem unterbricht eine Allradkupplung die Kraftübertragung zwischen dem Differenzial und den Antriebswellen zu den Hinterrädern.

Foto: Alexander Schraufstetter

Dieses System gewährleistet, dass sowohl das Hinterachsdifferenzial als auch die Kardanwelle während der Fahrt mit dem Frontantrieb vollständig stillstehen. Das spart Sprit und wirkt der gesamten Abnutzung beweglicher Teile entgegen. Wird der Allradantrieb benötigt, schaltet sich dieser innerhalb von 200 - 300 Millisekunden zu. Absolut nicht spürbar und nur durch Telemetrie-Daten nachzuweisen.

Im Moment wird ultra quattro nur für den von uns gefahrenen 2-Liter-Benziner angeboten. Sascha Höpfner, Sprecher der A4—Baureihe, kündigte jedoch weitere Modelle auf Basis des Modularen Längsbaukastens (MLB evo) an.

Dieses kräftige Triebwerk machte auf der Ausfahrt ins Niederbayerische sehr viel Laune. 370 Nm Drehmoment lassen diesen Audi A4 Allroad in 6,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h flitzen und der Vorwärtsdrang wird erst bei 246 km/h beendet. Reichlich schnell für den 185 kW (252 PS) starken Turbo.

Foto: D. Stanka

Der mit seinem für den Allroad erweiterten Fahrdynamiksystem Audi drive select für nahezu jeden Einsatz im täglichen Leben gut gerüstet ist. Neben den bekannten Modi comfort, auto, dynamic, efficiency sowie individual (nur in Verbindung mit MMI), ist zudem der Modus offroad verfügbar. In diesem bewältigt der A4 Allroad problemlos leichtes Gelände, eingefahrene Wald- und Wiesenfurten sowie die Straße hinauf zur Alm.

Ausstattung

Allroad steht bereits per se für eine umfangreiche Serienausstattung. Die darf man aber auch verlangen, schließlich müssen für den preiswertesten Audi A4 Allroad 44.750 Euro in Richtung Audi überwiesen werden. Unser Testwagen, der 2-Liter-Benziner startet bei 48.750 Euro. Unter anderem sind die elektrische Laderaumabdeckung und der elektrischer Antrieb für die Gepäckraumklappe Serie. Gleiches gilt für die Zweizonen-Klimaautomatik und Bi-Xenon-Scheinwerfer.

Empfehlenswert sind das MMI Navigationssystem, das es in zwei Varianten gibt. 1.480 Euro teuer wird die Karte zusätzlich zum serienmäßigen Radio über ein 7 Zoll großes Display dargestellt. Geradeaus 1.360 Euro mehr ruft Audi für MMI Navigation Plus auf. Dann findet die Darstellung auf einem 8,3 Zoll großen Bildschirm statt und zudem kann auf dem Touchpad das Ziel in Handschrift gesucht werden.

Foto: D. Stanka

Fazit

Es muss nicht immer ein Q sein. Der Audi A4 Allroad bietet viel Platz, eine leicht erhöhte Sitzposition, einen herausragenden Allradantrieb sowie genügend Bodenfreiheit, um auch mal die ein oder andere nicht asphaltierte Straße zu befahren. Zudem ist er ein handlicher Geselle, der mit der entsprechenden Motorisierung kein Auge trocken lässt. Mehr als nur eine Alternative zu dem immer noch nicht gestilltem SUV-Trend.

Technische Daten: Audi A4 Allroad ultra quattro 2.0 TFSI (Referenzmodell)

Motor 4-Zylinder-Benziner
Getriebe Siebengang S tronic
Hubraum 1.984 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 185 kW (252 PS)/5.000 – 6.000
Max. Drehmoment 370 Nm bei 1.600 – 4.500 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.702/1.810/1.457 in mm
Radstand 2.840 in mm
Leergewicht 1.655 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.170 kg
Kofferrauminhalt 490 – 1.510 l
Bereifung 225/55 R17
Felgen 7,5 x 17″ Leichtmetall
Beschleunigung 6,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 246 km/h
Tankinhalt 66 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr 6,4 l auf 100 km
Preis 48.750 Euro inkl. MwSt.

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Fotos: © Alexander Schraufstetter ( 1 ) / © Dietmar Stanka ( 4)

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München