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Fiat 500X Cross Plus – Bist Du nicht ein Jeep?

Samstag, 6. Feb. 2016

  Unter dem Blech sind sie nahezu gleich: Der Fiat 500X und der Jeep Renegade. Der eine ist der große Bruder des „Cinquecento“, der andere, zumindest optisch, der kleine Bruder des Wrangler. Auch der Fiat hat eine Art Urahn, genauso wie sein Italo-Amerikanischer Freund den Willys-Jeep. Fiat baute von 1956 bis 1969 den Multipla, eine Art Allzweckwaffe für Gewerbe und Familientransport.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Unter dem Blech sind sie nahezu gleich: Der Fiat 500X und der Jeep Renegade. Der eine ist der große Bruder des „Cinquecento“, der andere, zumindest optisch, der kleine Bruder des Wrangler. Auch der Fiat hat eine Art Urahn, genauso wie sein Italo-Amerikanischer Freund den Willys-Jeep. Fiat baute von 1956 bis 1969 den Multipla, eine Art Allzweckwaffe für Gewerbe und Familientransport.

Foto: Fiat

Mit den „großen“ 500ern kreierte Fiat viele Jahrzehnte später eine Neuauflage. Wir widmeten uns über zwei Wochen dem Allradler namens 500X Cross Plus. Der im Übrigen aus der gleichen Produktionsstätte im süditalienischen Melfi stammt, wie der Renegade und der Punto.

Form und Funktion

Er hat so ein bisschen was Martialisches in der Cross Plus Ausführung. Mit den Anbauteilen aus Kunststoff wirkt dieser Fiat 500X tatsächlich wie eine Art Geländewagen. Die runden Formen erinnern ein bisschen an seinen kleinen Bruder mit der 500 im Signet. Dennoch ist alles viel größer und vor allem der Innenraum ist in alle Richtungen gewachsen. Was den Passagieren vorne wie hinten zugutekommt und zudem reichlich an Gepäckraum zur Verfügung stellt.

Neben viel Platz zeigt sich das Innenleben des Fiat 500X Cross Plus ordentlich verarbeitet und mit gutem Materialmix versorgt. Gut ablesbare Instrumente und logisch angeordnete Schalter und Hebel erleichtern die Bedienung, auch ohne vorher in der Anleitung geblättert zu haben.

Foto: Fiat

Das Farbdisplay des Uconnect-Systems ist mittig auf dem Armaturenträger angebracht und war im Fall unseres Testwagens 6,5 Zoll groß. Der Touchscreen ist umrahmt von Schaltern und darunter sind oberhalb der Lüftungsauslässe im Stile des Ur-500ers die Knöpfe für den Warnblinker, den Beifahrerairbag und die Start-Stopp-Automatik angebracht.

Die Vordersitze mit eingestickten 500er Logo auf der Rückenlehne sind auch für längere Strecken ein geeignetes Gestühl für bequemes Vorwärtskommen. Hinten sitzen auch größer gewachsene Personen auf der 1/3 zu 2/3 teilbaren Rückbank angenehm.

Fahrverhalten

Der seine Herkunft nicht verleugnende 2-Liter-Diesel mit 103 kW (140 PS) hilft dem Fiat 500X mit seinen knapp 1,6 Tonnen Leergewicht einigermaßen auf die Sprünge. Im Normal-Modus braucht es nämlich gehörigen Druck aufs Pedal, um mehr als nur vorwärts zu kommen und die 350 Nm zu mobilisieren. Da ist nämlich Eco angesagt und damit weniger Bums und mehr sparen. Wobei das mit dem Sparen relativ ist. Der 500X Cross Plus ist kein Kostverächter und gönnt sich gerne mal den Schluck mehr.

Foto: D. Stanka

Den Durchschnittsverbrauch von 5,5 Litern erreichten wir nur bei sehr zurückhaltender Fahrt. 7 und auch mal 8 waren in unserer Testwagenphase eher das Maß der Dinge. Wobei wir dazusagen müssen, dass wir viel in der Stadt und einige Male mit Vollgas auf der Autobahn unterwegs waren. Angenehm dagegen die sehr schnelle Aufheizung des Innenraums. Mitte Januar bei eisigen Temperaturen ein nicht zu verachtender Vorteil.

Angekoppelt an das Neungang-Automatikgetriebe von ZF aus Friedrichshafen, fühlen sich die Schaltvorgänge im kompakten Fiat 500X Cross Plus wie bei einem luxuriösen Oberklasse-Fahrzeug an. Einziger Wermutstropfen mag der Aufpreis von 1.900 Euro sein, der gegenüber dem manuellen Sechsgang-Getriebe zu entrichten ist. Neben den sanften Schaltvorgängen bringt der Neungang-Automat zudem Schaltpaddel am Lenkrad mit in den 500X. Da wird dann auch der müde Eco-Modus munter.

Neben dem oben beschriebenen Modus stehen zudem Sport und Traction zur Wahl. Beide verfügen über eine veränderte Motorsteuerung mit direkterem Ansprechverhalten. Gleiches gilt für die Lenkung, die in diesen beiden Modi über eine wesentlich bessere Rückmeldung verfügt. Schade nur, dass die Modi fix und nicht individuell justierbar sind, sodass man beispielsweise die straffe Lenkung mit dem Eco-Modus des Motors verbinden kann.

Foto: D. Stanka

Ausstattung

Die preisliche Spreizung zwischen dem Einstiegsmodell 500 X Pop für 16.950 Euro und unserem Testwagen, dem Spitzenmodell 500X Cross Plus für 31.400 Euro ist gewaltig. Klar ist viel mehr an Ausstattung, Motor, Getriebe und sonstigen Schnickschnack verbaut, dennoch ist die Preisgestaltung üppig ausgefallen.

Das klingt so gar nicht nach Fiat, doch auch bei den Italienern ist Mehrwert angesagt. Beispielsweise in Form 18-Zöllern, Bi-Xenon-Scheinwerfern, Ambientebeleuchtung, hinteren Parksensoren, Zweizonen-Klimaautomatik, Spurhalteassistent mit aktiver Lenkunterstützung sowie dem Uconnect-Navigationssystem. Beim 500X Cross Plus an immer serienmäßig an Bord.

Dessen Einstiegspreis mit dem 140-PS-Benziner und Vorderradantrieb bei 25.200 Euro liegt. Ergo nicht mehr ganz so weit weg vom Einstiegsmodell Pop mit 110 PS. Mit dem Fiat Style Book und dem Zubehörkatalog des 500X kann aus Farben, Streifen, Sitzbezügen und vielen anderen Individualisierungsmaßnahmen übrigens weiter aus dem Vollen geschöpft werden.

Foto: D. Stanka

Als sinnvolle Ergänzung erachten wir das Winterpaket mit Sitz- und Lenkradheizung sowie Heizdrähten im unteren Bereich der Frontscheibe. 490 Euro kostend ist es allerdings nur zusammen mit dem Sicht-Paket für 390 Euro zu erwerben. Aber auch das mit Licht- und Regensensor, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln und automatisch abblendenden Innenspiegel bestückte Paket ist eine klare Empfehlung.

Fazit

Mit dem Fiat 500X Cross Plus ist Bella Figura angesagt. Ganz anders als bei den doch etwas unförmig wirkenden 500L. Knubbeliger und dadurch kompakter wirkend, strahlt dieser Fiat Souveränität und gleichzeitig eine gewisse Unbeschwertheit aus. Genauso fährt er sich. Egal ob auf befestigten Straßen oder leichtem Gelände. Seinem Allradantrieb und der etwas höheren Karosse sei Dank. Eben fast wie ein Jeep.

Technische Daten: Fiat 500X Cross Plus 2.0 MultiJet 4x4

Motor 4-Zylinder-Diesel
Getriebe Neungang-Automatik
Hubraum 1.956 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 103 kW (140 PS)/4.000
Max. Drehmoment 350 Nm bei 1.750 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.273/1.796/1.620 in mm
Radstand 2.570 in mm
Leergewicht 1.570 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.100 kg
Kofferrauminhalt 350 –1.000 l
Bereifung 225/45 R18
Felgen 8 x 18″Leichtmetall
Beschleunigung 9,8 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 190 km/h
Tankinhalt 48 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr 5,5 l auf 100 km
Preis 31.400 Euro inkl. MwSt.

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Fotos: © Fiat (2) , © Dietmar Stanka (4)

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München