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Opel Astra 1.4 Turbo - Ein gelungener Wurf

Mittwoch, 6. Jan. 2016

Was ein Wurf. Opel wirbelt mit dem neuen Astra die Kompaktklasse auf. Gut so. Frischer Wind war durchaus nötig in dem Segment, dass weltweit vom Ford Focus und dem Volkswagen Golf beherrscht wird. Auf einigen Märkten könnte die Vorherrschaft der beiden Platzhirsche dennoch bald beendet sein. Gepaart mit der neuen Leichtigkeit der Astra-Familie und durchwegs neuen Motoren sowie Opel OnStar und den Matrix LED-Leuchten zeigt der Astra nie gekannte Qualitäten.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur  Dietmar Stanka

Form und Funktion

Na gut. 10 Liter weniger Kofferraum als im Golf muss der Käufer eines Astra verkraften. Wir empfanden das Volumen dennoch ausreichend. Schließlich passen nach dem Umklappen ganz locker zwei Rennräder in den Astra. Dazu noch Kleinkram wie Rucksack und Sporttaschen. Ein bisschen nervig ist die relativ hohe Ladekante, die aber mit einer 89 Euro kostenden beidseitig verwendbaren Ladeschale begradigt werden kann. Noch mehr Fracht passt naturgemäß in den Sports Tourer genannten Kombi des Astra, der mit einem Aufpreis von 1.000 Euro in Kürze auf den Markt kommen wird.

Foto: D. Stanka

Das komplett neu gestaltete Cockpit des Opel Astra kann nun endlich von sich behaupten, ergonomisch zu sein. Alles klar im Blick, dominiert auf dem Armaturenträger der acht Zoll große Touchscreen des Navi 900 IntelliLink. 990 Euro teuer, ist es eine klare Kaufempfehlung, da neben dem klassischen Navigationssystem mit Europakarte und Sprachsteuerung auch Bluetooth enthalten ist.

Ebenfalls ein Muss sind die Ergonomiesitze, die mit dem Gütesiegel AGR, der Aktion Gesunder Rücken, ausgezeichnet sind. Der Fahrersitz kostet allein 390 Euro, beide Vordersitze sind für 685 Euro zu bekommen. Bei unseren langen Autobahnfahrten war dieses Gestühl ein Segen für das in anderen Automobilen oftmals leidende Rückgrat.

Fahrverhalten

Unser Testwagen, mit dem wir rund um die Weihnachtsfeiertage bis in das neue Jahr knapp 2.000 km zurücklegten, trat mit dem 1,4-Liter-Turbo-Benziner mit 110 kW (150 PS) an. Angekoppelt an ein leichtgängig zu schaltendes Sechsgang-Getriebe, ist dieses Triebwerk drehfreudig, leise und bei entsprechender Fahrweise außerdem noch sparsam.

Foto: D. Stanka

Ein Aufkleber auf dem Armaturenbrett warnte uns, nicht schneller als 210 km/h zu fahren. Schließlich war der Astra mit Winterreifen bestückt. Wenn uns keiner verrät, können wir aber kundtun, dass wir, wirklich nur einmal und ganz kurz, per GPS gemessene 230 km/h erreichten. Und das, obwohl Opel eine Höchstgeschwindigkeit von „nur“ 215 km/h angibt.

Wohl eines der Ergebnisse, die dem großen Abspecken der neuen Astra-Familie zuzuschreiben ist. Bis zu 200 kg leichter wurde die aktuelle Generation gegenüber seinen Vorgängern. Das ist in jeder Faser des neuen kompakten Opel zu spüren. Egal ob bei Beschleunigungsvorgängen oder flott gefahrenen Landstraßen, die Agilität ist mehr als nur bemerkenswert.

In unserem Testwagen war die 500 Euro kostende Frontkamera, das sogenannte Opel Eye mit an Bord. Die Kamera beobachtet nicht nur den Verkehr, sondern warnt über Sensoren auch vor einer Kollision und kann zudem eine Notbremsung aktivieren. Zudem werden Verkehrsschilder erkannt und der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug angezeigt.

Des Weiteren ist das Sicht-Paket mit automatischem Fahrlicht, Regensensor sowie automatisch abblendenden Innenspiegel und ein Lederlenkrad beinhaltet. Zusätzlich wacht der Spur-Assistent über die korrekte Einhaltung der richtigen Fahrbahnseite.

Foto: D. Stanka

Ausstattung

Von den vier zur Verfügung stehenden Versionen Selection, Edition, Dynamic und Innovation war unser Astra mit der drittgenannten ausgestattet. Mit an Bord eines der Highlights aus Rüsselsheim, Opel OnStar. Der sukzessive für alle Opel-Modelle erhältliche persönliche Online- und Service-Assistent ist in dieser Klasse ein absolutes Novum und ab der Ausstattungslinie Dynamic im Serienumfang enthalten.

Opel OnStar beinhaltet eine automatische Unfallhilfe, die nach dem Auslösen eines Airbags sofort eine Sprechverbindung eines OnStar-Mitarbeiters mit den Fahrzeuginsassen herstellt. Nach dem Feststellen der Situation werden die GPS-Daten bei Bedarf sofort an eine Rettungsleitstelle übermittelt, sodass schnelles Reagieren möglich ist.

Zudem sind ein WLAN-Hotspot, eine Smartphone-App, ein Diebstahl-Notservice und die Fahrzeug-Diagnose integriert. Neben der Unfallhilfe ist die auf Knopfdruck mögliche persönliche Verbindung mit einem OnStar-Mitarbeiter besonders erwähnenswert. Die freundlichen Menschen am anderen Ende der Leitung helfen beispielsweise bei der Suche nach einem Restaurant oder einem speziellen Geschäft und schicken das Ergebnis ganz einfach in das Navigationssystem.

Foto: D. Stanka

Wenn wir schon bei besonderen Merkmalen und damit echten Alleinstellungsmerkmalen in der Kompaktklasse sind, darf das IntelliLux LED Matrix Licht nicht fehlen. Für gerade einmal 1.150 Euro leuchtet der Opel Astra aus adaptiven LED-Matrix Scheinwerfern mit individueller Lichtverteilung aus 16 LED-Elementen. Einmal probiert, möchte man die Leuchtkraft dieser Scheinwerfer nie mehr missen.

Außerhalb von Ortschaften oder anderweitig beleuchteten Straßen ist man immer mit Fernlicht unterwegs. Damit der entgegenkommende oder vorausfahrende Verkehr nicht geblendet wird, werden die LED-Module per Sensoren gesteuert. Gerade in der dunklen und oftmals von schlechter Sicht beherrschten Jahreszeit im Winter ein hoher Gewinn an Sicherheit durch bessere Sicht. Beispielsweise kann die Reaktionszeit bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h um bis zu 1,8 Sekunden (entspricht 40 m Strecke) erweitert werden.

Fazit

Wieder ein Automobil aus Rüsselsheim, dem man Respekt zollen muss. Auch wenn der Begriff Phönix aus der Asche strapaziert erscheint, passt er doch hervorragend zu Opel. Noch vor wenigen Jahren ein Spielball in der Automobilwelt. Todgeglaubt und von selbsternannten Experten bereits in die Pleite geredet, ließen sich die Rüsselsheimer nicht beirren. So ist auch der Astra ein gelungener Wurf und wir dürfen schon jetzt auf die 29 geplanten neuen Modelle bis 2020 gespannt sein.

Technische Daten: Opel Astra 1.4 ECOTEC Direct Injection Turbo Dynamic

Motor: 4-Zylinder-Benziner Getriebe: Sechsgang-Schaltung Hubraum: 1.399 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 110 kW (150 PS)/5.000 - 5.600 Max. Drehmoment: 245 Nm bei 2.000 - 4.000 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.370/1.871/1.485 in mm Radstand: 2.662 in mm Leergewicht: 1.278 kg Zul. Gesamtgewicht: 1.820 kg Kofferrauminhalt: 370 – 1.210 l Bereifung: 205/55 R 16 Felgen: 6 1/2 x 16″ Leichtmetall Beschleunigung: 8,3 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 215 km/h Tankinhalt: 48 l Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 5,5 l auf 100 km Preis: 23.910 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München