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Langstreckenqualität

VW Passat Variant - Das Reisen macht’s

Mittwoch, 2. Sep. 2015

  Vergangenen Herbst haben wir mit dem neuen Passat der achten Generation einige Kilometer auf Sardinien zurückgelegt. Mit unverhohlener Begeisterung lobten wir Volkswagen für Ihren Klassiker. Dem ewig Zweiten hinter dem Golf. Um die Langstreckenqualitäten des neuen Passat auszuprobieren, wählten wir den Testzeitraum um das 24-h-Rennen am Nürburgring. Von München in die Eifel und dort entsprechend an der Strecke und zum Hotel und wieder zurück nach Bayern kamen innerhalb von drei Tagen locker 1.500 km zusammen.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Form und Funktion

Ein Mountainbike passt rein. Ohne es zu zerlegen oder sonst wie zu demontieren. Damit hat der Variant schon mal einen dicken Pluspunkt eingefahren. Nachmittags noch mal schnell von München ins Voralpenland gedüst und eine große Runde mit dem Rad vor fantastischer Bergkulisse drehen, ist ein Hochgefühl der besonderen Art.

Foto: D. Stanka

Wie auch die durchwegs hochwertige Verarbeitung des neuen Passat. Der sich in der achten Generation immer höheren Regionen nähert. Wo bitte sind noch die Unterschiede zu Fahrzeugen aus den Segmenten darüber?

Der Wohlfühleffekt, das gewissermaßen geborgen fühlen, all das spiegelt der neue Passat mit gleichen Effekten wie wesentlich teurere Automobile. Wobei sich solch ein Volkswagen dem gemeinen Volk je nach Ausstattungslevel ebenfalls weit entfernt hat.

Foto: D. Stanka

Das gilt insbesondere für das Spitzenmodell mit der ellenlangen Bezeichnung Passat Variant TDI SCR 4MOTION BlueMotion Technology. Knapp 47.000 Euro fegt diese Anschaffung vom Konto und selbst dann ist trotz Highline noch lange nicht Schluss. Selbstverständlich räkeln sich die Passagiere auf Ledersitzen und auch die Türverkleidungen und Teile des Cockpits hüllen sich in edel verarbeiteten Kuhhäuten. Fein verarbeitet, ist der Passat in der Oberliga angekommen.

Fahrverhalten

Dem Passat Variant TDI SCR 4MOTION BlueMotion Technology Variant, der in der Top-Ausstattung Highline 46.300 Euro kostet. Der 176 kW (240 PS) leistende 2-Liter-Biturbo-Diesel stemmt 500 Nm an Drehmoment und ist damit in unseren Augen der Supersportler unter den Dieseln von Volkswagen und verdient unserer Meinung nach das R im Signet.

Der 2-Liter-Selbstzünder aus dem Hause Volkswagen ist immer mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) verbunden, das sich selbstverständlich auch manuell über die Paddels am Lenkrad schalten lässt.

Foto: D. Stanka

Die Autobahn von Bayern hoch in die Eifel war das erste Meisterstück, das unser Passat abliefern durfte. Lockeres cruisen durch die ewig lang erscheinenden Baustellen auf der A8, Vollgasfahrten auf den wenigen noch ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen Abschnitten deutscher Autobahnen sowie entspanntes Fahren auf den hervorragend ausgebauten Bundesstraßen in der Eifel.

Fangen wir mit dem Sitzkomfort an. Der exzellent ist, weil die 1.225 Euro teuren ergoComfort Sitze mit elektrischer 14-Wege-Verstellung sowie Massagefunktion auf der Fahrerseite eingebaut waren. Wie es sich für ein sportlich agierendes Fahrzeug geziemt, durfte natürlich nicht die adaptive Fahrwerksregelung DCC fehlen.

Die beim 240-PS-Diesel übrigens nicht weitere 1.200 Euro kostet, sondern serienmäßig an Bord ist. Die Wahl zwischen komfortablen, sportlichen oder normalen Fahren wird einfach über das Touchscreen-Display geregelt. Zudem reagiert das System auf unterschiedliche Fahrsituationen und berücksichtigt Brems- Lenk- und Beschleunigungsvorgänge.

Foto: D. Stanka

Nach dem Wochenende beim 24-h-Rennen war zumindest einen Tag relaxen in den Bergen angesagt. Natürlich nicht ohne sportliche Betätigung. Also Sitze flachlegen und das Mountain-Bike mit 27,5-Zoll großen Rädern in das Heckabteil quetschen.

Ohne auch nur irgendetwas am Rad zu demontieren, versteht sich. Nach einigen Minuten Geduld und ein bisschen Spucke (Achtung: Metapher), war das Rad gut eingekeilt.

Foto: D. Stanka

Ausstattung

Der Highline ist serienmäßig mit LED-Hauptscheinwerfern, Sitzen in Leder-Alcantara-Mix inkl. Sitzheizung vorne sowie der Klimaautomatik Climatronic ausgestattet.

Mit einer Vielzahl von Assistenzsystemen wie beispielsweise der automatischen Distanzregelung ACC, die bis 210 km/h kritische Situationen erkennt und hilft, der Anhalteweg zu verkürzen.

Die Umgebungsansicht „Area View“ inkl. Rückfahrkamera „Rear View“ (865 Euro) unterstützte uns beim Ausfahren aus unübersichtlichen Ausfahrten und dem leichten erkennen von Hindernissen bei den Fahrten quer durch die Zuschauermengen am Nürburgring. Last but not least half uns die Verkehrszeichenerkennung mögliche Knöllchen zu vermeiden.

Foto: D. Stanka

Auch wenn dieses Package reichlich erscheint, so sind für den neuen Passat so manche Schmankerl zu bekommen, die den Preis weiter in die Höhe treiben. So wollen wir bei dichtem Verkehr nicht mehr auf den SideAssist verzichten, der vor Fahrzeugen im toten Winkel warnt. Im Paket mit dem Ausparkassistenten kostet dieser 575 Euro.

Navigiert wurden wir auf unseren Wegen mit dem Discover Pro, das weitere 2.310 Euro kostet.

Den digitalen Radioempfang DAB+ lässt sich Volkswagen mit 240 Euro bezahlen. Für das in unserem Testwagen verbaute Soundsystem von Dynaudio mit digitalem 16-Kanal-Verstärker, 700 Watt, Subwoofer, Center- sowie weiteren 10 Lautsprechern müssen zusätzlich 1.325 Euro ausgegeben werden.

Foto: D. Stanka

Wenn schon LED, dann richtig und deshalb sollte das 1.055 Euro teure Active Lighting System mit dynamischer Fernlichtregulierung sowie Kurvenfahrlicht nicht auf der Einkaufsliste fehlen. Genauso wenig wie das Easy-Open-Paket, dass schlüssellosen Zugang sowie die elektrische Bedienung der Heckklappe ermöglicht.

Fazit

Zwei Wochen und knapp 2.000 km. Viel Holz in kurzer Zeit und das ohne eine Reise in die Stiefelspitze Italiens. Schnödes auf der Autobahn schruppen. Herrliche Eifellandschaften, traumhafte Voralpen. Wir haben unserem Testwagen einiges abverlangt, aber definitiv nicht mehr, als der klassische Außendienstmitarbeiter.

Diese Menschen sind Woche für Woche viel unterwegs. Dienstlich und auch privat. Sie schätzen ihren Passat. Und wir wissen nun, warum. Das komfortable Reisen macht es aus.

Technische Daten: Volkswagen Passat Variant TDI SCR 4MOTION BlueMotion Technology

Motor: 4-Zylinder-Diesel
 Getriebe: Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DSG Hubraum: 1.968 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 176 kW (240 PS)/4.000 Max. Drehmoment: 500 Nm bei 1.750 –2.50 Umdrehungen pro Minute
 Länge/Breite/Höhe: 4.767/1.832/1.477 in mm
 Radstand: 2.791 in mm Leergewicht: 1.721 kg
 Zul. Gesamtgewicht: 2.260 kg Kofferrauminhalt: 650 –1.780 l
 Bereifung: 215/55 R 17 Felgen: 7 x 17″Leichtmetall Beschleunigung: 6,1 Sekunden
 Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h
 Tankinhalt: 66 l
 Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 5,3 l auf 100 km
 Preis: 46.675 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München