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Ford Mondeo - Der europäische Ami

Montag, 27. Jul. 2015

  Dieses Ding mit One Ford und One World, das die Ford Motor Company mit Sitz in Dearborn in der Nähe von Detroit vor einigen Jahren ausgerufen hat, ist vom Prinzip eine gute Sache. Der Autobauer will nahezu alle Modelle, Ausnahmen wie ein Pickup F 150 bestätigen die Regel, weltweit anbieten. Sei es Fiesta, Focus oder auch den Mondeo.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Dieser wiederum wird bereits im dritten Jahr als Fusion in Nordamerika verkauft. In Europa ist er erst seit ein paar Monaten erhältlich. Weil das ursprüngliche Werk im belgischen Genk geschlossen wurde und die Produktionslinie im spanischen Valencia erst aufgebaut werden musste.

Foto: D. Stanka

Form und Funktion

Der Ford Mondeo kann verwirren. Ist das ein Jaguar oder ein Aston Martin, fragen uns Passanten? Nein, nein. Es ist einfach nur ein Ford, der mit seinem mächtigen Trapezgrill die neue Formensprache zelebriert. Das tut er mit Bravour und katapultiert sich rein optisch mal locker ein paar Segmente höher.

Die Seitenwände sind weit hochgezogen und die nach hinten abfallende Dachlinie strecken den als klassische Limousine, Schräghecklimousine und Turnier - will heißen Kombi - zu erwerbenden Mondeo auf eine Länge von bis zu 4,87 m.

Foto: D. Stanka

Das Innenleben des neuen Ford Mondeo gestaltet sich auf dem ersten Blick recht übersichtlich. Kein Schnickschnack und weitgehend von Schaltern befreites Cockpit verspricht eine intuitive Bedienung. Das zentrale Instrument, der 20,3 cm große Touchscreen von Ford Sync 2 ist im Startmodus in vier Bereiche aufgeteilt.

Oben links ist das verbundene Telefon zu sehen, rechts daneben die Navigationseinheit, links unten Radio bzw. Mediainhalte und rechts unten die Klimaautomatik. Alles funktioniert nahezu reibungslos per Sprachsteuerung. Deren Befehlsoptionen sind zudem in den Einstellungen hinterlegt, um diese vor dem Start des Fahrzeugs vernünftig einzustudieren.

Foto: D. Stanka

Trotz des höchsten Ausstattungsniveaus Titanium, sehen wir mal von dem Vignale ab, über den bald gesondert berichtet wird, waren wir von den Kunststoffen und sonstigen verwendeten Materialien nicht besonders überzeugt. Ein bisschen mehr an Qualität und Liebe zum Detail wären somit sinnvolle Maßnahmen für das Facelift.

Fahrverhalten

Wir verbrachten zwei Wochen mit dem 2,0 TDCi mit 132 kW (180 PS) und manuellem Sechsgang-Getriebe. Als Titanium 34.450 Euro kostend, ist diese Motorenvariante zudem mit Automatik und außerdem mit Allradantrieb zu bestellen. Die Aufpreise betragen jeweils 2.000 Euro.

Foto: D. Stanka

Der Motor ist ein alter Bekannter von Ford. Das nunmehr auf EU-6-Norm gebrachte Triebwerk treibt in ähnlicher Konfiguration unter anderem den S-MAX und den Galaxy an. Mit dem knapp 1,6 Tonnen schweren Mondeo hat es der Selbstzünder nicht wirklich leicht. In manchen Drehzahlbereichen etwas träge, überzeugt er aber in allen Geschwindigkeitsbereichen mit einer angenehmen Laufruhe.

Das Fahrwerk ist, im Gegensatz zu den sonstig gewohnten aus der Kölner Fahrzeugschmiede, nicht das Gelbe vom Ei. Zu weich gefedert könnte man den Mondeo vielleicht noch komfortabel nennen, aber nur ansatzweises sportliches Fahren auf Landstraßen ist ihm verpönt.

Foto: D. Stanka

In die Linie der kritischen Anmerkungen müssen sich auch die Vordersitze einreihen. Die Oberschenkelauflage ist zu kurz und der Seitenhalt nicht vorhanden. Da könnte sich Ford unter anderem bei Opel mit den „Aktion Gesunder Rücken“-Sitzen eine fette Scheibe abschneiden.

Ausstattung

Da hat Ford gespart. Nein, nicht bei der Ausstattung als solcher, dafür bei den Varianten. Es sind nur Trend und Titanium zu bekommen oder auch Vignale und der Hybrid. Letztgenannter ist ein klassischer Voll-Hybrid, der mittels 2-Liter-Benziner und Elektromotor eine Systemleistung von 140 kW (187 PS) entwickelt.

Foto: D. Stanka

Die Trend-Ausstattung umfasst unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, das MyKey-Schlüsselsystem mit individuell programmierbarem Zweitschlüssel, elektrische Fensterheber vorn und hinten sowie das Audiosystem CD mit USB-Anschluss und Lenkrad-Fernbedienung. Mit dem 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder ist die neue Limousine bereits ab 25.400 Euro erhältlich. Der Ford Mondeo Turnier in der Trend-Ausstattung steht ab 26.400 Euro zur Verfügung.

Der Titainium verfügt serienmäßig über das sprachgesteuerte Konnektivitätssystem Ford SYNC 2 mit Acht-Zoll-Touchscreen. Zudem sind der Fahrspur-Assistent inklusive Fahrspurhalte-Assistent, der Müdigkeitswarner, der Fernlicht-Assistent, der Scheinwerfer-Assistent mit Tag/Nacht-Sensor an Bord. Die Mondeo Limousine „Titanium“ mit der Einstiegsmotorisierung (1,5-Liter-EcoBoost-Benziner) steht ab 30.150 Euro in der Liste, der Mondeo Turnier beginnt bei 31.150 Euro.

Fazit

Ford hat viel verschenkt. In den vergangenen drei Jahren wurden zwar anfangs noch ein paar alte Mondeos unters Volk gebracht. Die Chance in dem so wichtigen und hart umkämpften Markt dieses Segments bei der Musik zu bleiben, wurde allerdings vertan. Zudem kommt, dass dem Mondeo im kommenden Jahr ein Facelift ins Haus steht. Offiziell zwar nicht bestätigt, dennoch in der Folge der Modellentwicklung logisch. So bleibt für Ford zu hoffen, dass möglichst viele Mondeo-Kunden ihrer Company die Treue halten. Was aber in Anbetracht der frischeren und moderneren Mitbewerber nicht einfach sein wird.

Technische Daten: Ford Mondeo 2,0 TDCi

Motor 4-Zylinder-Diesel
Getriebe Sechsgang-Schaltung
Hubraum 1.997 ccm
Leistung in kW/PS bei xy U/min 132 kW (180 PS)/3.750
Max. Drehmoment 340 Nm bei 2.000 – 3.250 Umdrehungen pro Minute
Länge/Breite/Höhe 4.871/1.852/1.482 in mm
Radstand 2.850 in mm
Leergewicht 1.584 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.355 kg
Kofferrauminhalt 458 – 1.446 l
Bereifung 235/50 R17
Felgen 7,5 x 17″ Leichtmetall
Beschleunigung 8,3 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h
Tankinhalt 62,5 l
Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr 4,4 l auf 100 km
Preis 34.450 Euro inkl. MwSt.
Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München