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Porsche gewinnt in Le Mans

Montag, 15. Jun. 2015

  1998. Der letzte Sieg eines Porsche in Le Mans. 2015. Doppelsieg mit dem 919 hybrid. Auf Platz 1 die Nummer 19 mit Hülkenberg/Bamber/Tandy. Auf Platz 2 die Nummer 17 mit Bernhard/Webber/Hartley. Seriensieger Audi kam mit der Nummer 7 in der Fahrerbesetzung Fässler/Lotterer/Tréluyer auf Platz 3 ins Ziel.

Ein Rennbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Der Porsche 919 hybrid ist der am aufwendig konstruierte LMP1-Rennwagen im Feld. Auf der klassischen Verbrennerseite ist das Herzstück ein 2-Liter-V-Vierzylinder mit Turboaufladung und einer Leistung von 370 kW (500 PS). Die Komplexität beginnt mit den beiden unterschiedlichen Hybridsystemen. Das eine zuständig für den Frontantrieb über Vorderachs-KERS, das andere für die Abgasrückgewinnung. Dessen Leistung beträgt 295 kW (400 PS), was in der Summe zu einer Systemleistung von rund 1.000 PS führt.

Foto: © Audi / Porsche / AOC

Ganz anders arbeitet der R18 e-tron quattro von Audi. Die Basismotorisierung wird von einem V6-TDI dargestellt. Der Selbstzünder leistet 558 PS und wird von einer Motor-Generator-Unit (MGU) an der Vorderachse unterstützt, die kinetische Energie beim Bremen in Strom verwandelt. Umgekehrt kann sie mit der zurückgewonnenen Energie die Vorderachse antreiben, sorgt damit für den quattro-Antrieb und eine schnelle Beschleunigung aus den Kurven.

Foto: © Audi / Porsche / AOC

War die erste Stunde des Rennens ruhig und besonnen, fing die zweite Stunde mit einer Safety-Car-Phase an, da einer der Porsche 911 RSR des Team Manthey Öl verlor und dann mit einem Motorbrand stehen blieb. Kurz vor 18 Uhr wurde Duval auf seinem Audi von einem Ferrari touchiert. Die dabei beschädigte Front wurde von den Mechanikern in eine Rekordzeit von nur wenig mehr als vier Minuten ausgewechselt.

Foto: © Audi / Porsche / AOC

Sah es bis nach Mitternacht noch nach einem ausgeglichenen Spiel zwischen Audi und Porsche aus, wandelte sich der Vorteil in Richtung Morgengrauen den Zuffenhausener zu. Faktisch unbehelligt konnten die 919 hybrid ihre Runden drehen, um schließlich pünktlich um 15 Uhr im Doppelpack die Ziellinie zu überqueren.

Foto: © Audi / Porsche / AOC

Bester Toyota war das Gespann Wurz/Sarrazin/Conway, die vor dem dritten Audi mit Albuquerque/Bonanomi/Bast auf Platz 6 ins Ziel fuhren. Da auch der zweite Toyota auf 8 und der dritte Porsche auf 5 ankamen, kann allen drei Herstellern eine hohe Qualität ihrer Fahrzeuge zugesprochen werden.

Foto: © Audi / Porsche / AOC

Bester LMGTE Pro war das Fahrerteam Gavin/Miller/Taylor auf einer Chevrolet Corvette C7R. Mit vier Runden Vorsprung gegenüber dem Ferrari 458 Italia des AF Corse Teams gewannen die Amerikaner die Klasse souverän. Schauspieler Patrick Dempsey fuhr mit seinem Teamkollegen Long und Seefried auf dem Porsche 911 RSR in der Klasse LMGTEA AM auf einen lobenswerten zweiten Platz.

Foto: © Audi / Porsche / AOC

Last but not least spielte das Wetter den Rennteilnehmern keinen Streich. Trocken, am Samstag meist sonnig, am Sonntag eher bewölkt, tröpfelte es nur in der letzten Stunde des Rennens ein wenig vom Himmel. Vielleicht auch ein Grund, dass bis auf wenige undramatische Abflüge das Rennen von schweren Unfällen verschont blieb.

Fotos: © Audi  /  Porsche  /  AOC