Citroën C-Elysée WTCC – Die Nordschleife ruft

Dienstag, 5. Mai. 2015

Ein Rennbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka Wenn sich Mitte Mai die Startflagge einen Tag vor dem legendären 24-h-Rennen am Nürburgring vor den Fahrzeugen der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC hebt, ist dies eine Premiere für diese Rennserie. Die Nordschleife ruft das erste Mal und vor den beiden, jeweils drei Runden dauernden Rennläufen am Freitag, den 15. Mai 2015 stattfinden, ist harte Arbeit angesagt.

Foto: © Jan Brucke

Ein Rennbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Wenn sich Mitte Mai die Startflagge einen Tag vor dem legendären 24-h-Rennen am Nürburgring vor den Fahrzeugen der FIA Tourenwagen-Weltmeisterschaft WTCC hebt, ist dies eine Premiere für diese Rennserie.

Die Nordschleife ruft das erste Mal und vor den beiden, jeweils drei Runden dauernden Rennläufen am Freitag, den 15. Mai 2015 stattfinden, ist harte Arbeit angesagt.

Vier Hersteller, Chevrolet, Citroën, Honda und Lada treten in dieser weltweit ausgerichteten Meisterschaft mit mehr als 380 PS starken 1,6-Liter-Triebwerken an. 2014 belegten Citroën Motorsport mit José María López, Sébastien Loeb und Yvan Muller in der ersten Saison mit dem C-Elysée WTCC die Plätze 1 bis 3.

Auch in der laufenden Saison ist die Vorherrschaft der Franzosen bis dato ungebrochen. Nach den Läufen in Argentinien, Marokko und Ungarn zeigt sich in der Fahrerwertung das gleiche Bild wie zum Saisonende 2014.

Bei den Trainingsfahrten am 28. April vor dem Rennwochenende auf dem Hungaroring trafen sich die Teams in der Eifel.

Gefahren wurde auf der Nordschleife sowie mit Ausnahme einiger Schikanen, die Formel-1-Grand-Prix Strecke. Eine Runde ist 25,947 Kilometer lang, beinhaltet 170 Kurven und wird in etwas weniger als neun Minuten gefahren.

Für die Ingenieure von Citroën Racing war dieser Testtag hinsichtlich des deutschen Weltmeisterschaftslaufes Mitte Mai von besonderer Bedeutung.

„Die Rennen auf dem Nürburgring erfordern in erster Linie von den Piloten eine aufwendige Vorbereitung“, erläutert Xavier Mestelan, technischer Direktor von Citroën Racing.

„Vor einigen Monaten haben unsere Piloten mit Serienfahrzeugen einige Runden auf der Nordschleife absolviert. Mit unserem Simulator haben sie sich die Strecke weiter eingeprägt, am Testtag haben wir nun all dies in der Praxis umgesetzt.

Es ist schwierig, einen solchen Kurs zusammenzufassen, aber wir wissen bereits, dass wir aufgrund der vielen Unebenheiten der Strecke mit einer höheren Bodenfreiheit als sonst fahren werden. Aus diesem Grund müssen wir das Setup im Hinblick auf die Aufhängung und die Aerodynamik anpassen.

Die Rennstrecke ist mit ihrer langen Geraden, auf der rund 40 Sekunden lang mit Vollspeed gefahren wird, aber auch eine große Herausforderung für den Motor.“

Mit vier Citroën C-Elysée WTCC in den Top 5 zog das Citroën Total Team eine positive Bilanz der Testfahrten. José María López fuhr die beste Rundenzeit und blieb als einziger Pilot unter der Marke von acht Minuten und 40 Sekunden.

Auf den Plätzen zwei und drei folgten Sébastien Loeb und Ma Qing Hua.

Der neunfache Rallyeweltmeister Loeb kommentierte die Erlebnisse auf seiner Facebook-Seite mit dem ihm eigenen trockenen Humor:

„Test mit dem C-Elysée auf der legendären Nordschleife. Lief alles ganz gut. Dieser Kurs hat es in sich! Hier darf man keinen Fehler machen, der Kurs ist ziemlich schnell und an manchen Stellen sehr eng. Bei so vielen Kurven könnte ich fast Daniel Elena als Copiloten brauchen! Ganz im Ernst: Es war gut hier zu fahren, um die Strecke besser kennenzulernen. Jetzt geht’s aber erst mal zum Hungaroring.“

Während sich im ersten Lauf José María López und Yvan Muller auf 1 und katapultierten, musste sich Citroën Motorsport das erste Mal in dieser Saison von Lokalmatador Norbert Michelisz auf dem Honda Civic sowie von Tom Coronel und Tom Chilton, jeweils auf einem Chevrolet Cruze auf die Plätze weisen lassen.

Sébastien Loeb überstand eine Kollision in der zweiten Kurve unbeschadet und wurde als bester Citroën Fünfter. Teamkollege und WTCC Leader José María López wurde im Rennen mit umgekehrter Startaufstellung als Sechster gewertet.

Fotos: © Jan Brucke (6) / D. Stanka (1)