Range Rover Evoque Coupé - Mehr Coolness

Foto:© Dietmar Stanka

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Dieser Evoque ist eingeschlagen wie eine Bombe. Der kleine Range Rover läuft den dicken Dingern problemlos den Rang ab und zeigt mit seinem Design, wie ein SUV auch aussehen können. Es muss nämlich nicht immer nur kastig und funktionell sein. Warum auch? Solche Automobile haben Roadster und Co. den Coolness-Faktor entzogen und werden oft von Singles gefahren. Besondere Aufmerksamkeit erfährt in diesem Umfeld der Evoque mit zwei Türen, der mit dem Namenszusatz Coupé durch die Gegend düst.

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Form und Funktion

Verdammt und zugenäht. Für Fahrer und Beifahrer ist genug Platz, der Kofferraum packt mit 550 Litern genug für eine längere Urlaubreise ein. Aber nach hinten in den Fond klettern? Das mag man mal machen müssen. Aber freiwillig? Nein, danke! Ja, das ist er. Der unpraktische SUV, der aber so verdammt geil aussieht, dass wir sämtliche Kritik von wegen der ach so geringen Platzverhältnisse selbst im Keim ersticken.

Schließlich ist, wo benötigt, genügend Raum vorhanden. Dazu sieht die Seitenlinie des Evoque Coupé um so viel besser aus, als die eh schon äußerst attraktive der viertürigen Variante. Allerdings sind die Aussichten eher eingeschränkt. Die niedrige Fensterlinie und die damit zwischen B- und C-Säule extrem schmal werdenden Glasflächen erfordern Wahrnehmungen der besonderen Art.

Sinnvoll sind dann beispielsweise eine Rückfahrkamera oder auch der Tote-Winkel-Warner. Die beiden Assistenz-Systeme lässt sich Range Rover mit 420 + 400 Euro für die Einparkhilfe und weiteren 550 Euro bezahlen. Das Interieur unseres nahezu an fast allen Flecken mit teurem Leder ausgeschlagenen Leder ist durchaus betörend zu nennen. Britisches Understatement? Fehlanzeige.

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Fahrverhalten

Es werden immer wieder Stimmen laut, dass dem Range Rover Evoque der Dampf eines starken Motors fehle. Wir sind da anderer Meinung. Denn der 2,2-Liter-Diesel ist ein starkes Teil. 420 Nm Drehmoment sind eine Ansage, die mittels der neuen und perfekt abgestimmten und optional erhältlichen Neungang-Automatik mehr als nur zügiges Dahindüsen ermöglicht.

Die zur Verfügung stehenden 140 kW (190 PS) sind definitiv nicht von schlechten Eltern und werden mit dem rund 1,7 Tonnen Leergewicht spielend fertig. Mit den Schaltpaddels am Lenkrad lassen sich die Gangwechsel zudem jederzeit manuell beeinflussen.

Mit dem Verbrauch waren wir in Anbetracht unserer oftmals zügigen und auf Autobahnen permanent hohen Geschwindigkeiten durchaus zufrieden. Die 5,8 Liter Durchschnitt, die der Hersteller verspricht, sind selten erreichbar. Unser Testverbrauch lag bei rund 9 Litern, was aber der Fahrweise und den Winterreifen geschuldet war.

Nahezu sportlich die Eindrücke, die das Fahrwerk hinterlassen hat.  Einem klassischen Coupé nicht unähnlich, eignet sich der Evoque zum Gleiten oder Flitzen. Zum um die Kurven räubern oder auch dazu, im Gelände über Stock oder Stein zu klettern und im Matsch den Schlamm hochspritzen zu lassen. Die Ausgewogenheit überzeugt in jedem Fall und macht den Range Rover Evoque auch in seiner extrem coolen Coupé-Form, ganz im Sinne seiner großen Brüder, zu einem Automobil mit vielen Facetten.

Foto:© Dietmar Stanka

Ausstattung

Ein Blick in die Ausstattungsliste des Evoque fordert Geduld. Zunächst sind da die Ausstattungslinien Pure, Prestige, Dynamic, Autobiography sowie Autobiography Dynamic. Dann die jeweilig dazu passenden Motoren, Antriebsarten und Getriebe (manuell oder Automatik). Der eD4 Diesel mit 150 PS ist als Einstiegsmodell definiert, kostet als Coupé 34.500 Euro und ist ausschließlich mit Frontantrieb zu bekommen.

Unser Testwagen verließ seine Geburtsstätte im britischen Halewood in der Nähe von Liverpool als SD4 4WD Dynamic. Der Basispreis 47.670 Euro, der Testwagenpreis, bitte ganz langsam setzen lassen, 66.145 Euro. Somit wäre der Beweis angetreten, dass nicht nur deutsche Hersteller mit ellenlangen Aufpreislisten Automobile ein gutes Drittel teurer machen können.

Fangen wir mit den unserer Ansicht nach sinnvollen Optionen an. Ganz klarer Favorit ist die Neungang-Automatik von ZF aus Friedrichshafen für 2.350 Euro. Die auf den Namen Zanzibar lautende Außenfarbe kostet, da Metallic, 800 Euro. Die für 1.090 Euro  adaptive Geschwindigkeitsregelung mit Stauassistent ist ebenso hilfreich wie die bereits erwähnte Rückfahrkamera und der Tote-Winkel-Warner.

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Ohne ein Navi ist ein Automobil dieser Kategorie nix Halbes und nix Ganzes. Also rein mit dem Technikpaket DYNAMIC, dass für den Aufpreis von 3.210 Euro unter anderem eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Befestigungsschienen für den Laderaum, beleuchtete Einstiegsleisten an den Vordertüren, eine elektrische Heckklappe und das Premium-Festplatten-Navigationssystem mit TMC beinhaltet.

Mit dem Technikpaket DYNAMIC Plus wird der Evoque durch Sport-Ledersitze, die für den Fahrer- und Beifahrersitz jeweils 10-fach elektrisch verstellbar sind, Lendenwirbelstütze, Sitzheizung vorne und hinten sowie mit Armaturenbrett und Türeinlagen aus Oxford-Leder weiter aufgewertet. Alles sehr hübsch, die Sitze absolut fantastisch, im Paket aber leider 3.640 Euro teuer.

Auch Range Rover kann sich nicht dem Trend der immer mehr fortschreitenden „App-Manie“ nicht entziehen. InControl genannt, vereint dieses System auf drei Ebenen sinnvolles mit essentiell nicht ganz so wichtigen Funktionen. InControl Secure hilft beispielsweise bei der Suche nach dem Auto in einem unübersichtlichen Parkhaus und informiert per SMS zudem über einen Diebstahl oder das Abschleppen des Fahrzeugs. InControl Remote ist der Assistent für schnelle Hilfe im Not- oder Pannenfall. Und last but not least stehen mit den InControl Apps verschiedene Anwendungen wie Parkplatzsuche oder Internet-Radiostationen zur Verfügung.

Foto:© Dietmar Stanka

Fazit

Es geistert ja schon durch Zeit und Raum. Ein Cabrio auf Basis des Range Rover Evoque Coupé. Vielleicht die perfekte Symbiose, um für die in der Vergangenheit liegenden Offenheit neue Akzente zu setzen. Im Moment müssen wir uns noch mit dem coolsten SUV aller Zeiten begnügen. Die Gerüchte halten sich hartnäckig, dass sich die Engländer doch noch an das Cabrio trauen. Für eine Nation, die offenes Fahren trotz alle widrigen Wetterumstände liebt, wäre das nur konsequent. (ds)

Technische Daten: Range Rover EvoqueSD4 4WD Dynamic Coupé

Motor: 4-Zylinder-Diesel

Getriebe: Neungang-Automatik

Hubraum: 2.179 ccm

Leistung in kW/PS bei xy U/min: 140 kW (190 PS)/3.500

Max. Drehmoment: 420 Nm bei 1.750 Umdrehungen pro Minute

Länge/Breite/Höhe: 4.365/1.900/1.605 in mm

Radstand: 2.660 in mm

Leergewicht: 1.685 kg

Zul. Gesamtgewicht: 2.350 kg

Kofferraumvolumen: 550 –1.350 l

Bereifung: 235/55 R 19

Felgen: 8 x 19″Leichtmetall

Beschleunigung: 8,5 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h

Tankinhalt: 60 l

Kraftstoffverbrauch Kombinierter Verkehr: 5,8 l auf 100 km (Euro5)

Preis: 47.670 Euro inkl. MwSt. (Basispreis)

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München




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