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Teil 3

Audis Jagd nach dem Licht drei

Dienstag, 17. Mär. 2015

Es ist das ultimativ letzte Sondermodell des R8 der ersten Baureihe. Der LMX. Den Nachfolger konnten wir dieser Tage auf dem Autosalon in Genf bei seiner Weltpremiere erleben. Den LMX dagegen noch ein paar Tage fahren. Denn die Fahrvorstellung der zweiten Generation und die Markteinführung erfolgt erst im Sommer 2015. Die Erfahrungen mit diesem R8, der im vergangenen Jahr mit der Laserlicht-Technologie sein Debut in Le Mans feiern durfte, sind gleichzeitig Teil 3 und damit der Abschluss der Audi Licht-Trilogie.

Ein Fahrbericht von unserem Autoredakteur Dietmar Stanka

Der R8 LMX

Der Kampf Erster zu sein, hat manchmal etwas von dem Verhalten kleiner Kinder. So auch bei dem ersten Serienfahrzeug mit Laser-Licht. Audi hatte sich bereits gefreut, mit dem R8 LMX in Le Mans am 14. Juni 2014 das Näschen vorne zu haben. Hat doch der Nachbar in München das Laserlicht für den Plug-in-Hybrid-Sportler i8 erst für den Spätherbst angekündigt.

Foto: D. Stanka

Aber die Münchner machten den Ingolstädter einen gehörigen Strich durch die Rechnung und lieferten eine gute Woche vorher ein paar wenige mit Laserlicht bestückte i8 mit großem Tamtam in der BMW Welt in München an Kunden aus. Der Aufpreis der Münchner liegt bei 9.500 Euro, der Mehrpreis des R8 LMX bei 35.600 Euro.

Foto: D. Stanka

Doch dieser Vergleicht hinkt. Denn der Audi R8 LMX ist das bis dato stärkste Serienfahrzeug aus der Manufaktur in Heilbronn. 419 kW (570 PS), damit 20 PS mehr als beim bisherigen Spitzenreiter, dem R8 V10 plus 5,2 FSI. Seine Karosse ist in der Sonderfarbe Aravblau lackiert und auf seinem Heck thront ein feststehender Heckspoiler aus Carbon.

Ebenso sind die seitlichen Flics, die Außenspiegelgehäuse, die Lippe des Frontspoilers, die Sideblades und der Diffusor aus kohlenstoff-faserverstärktem Kunststoff in matter Ausführung gefertigt. Für noch mehr Differenzierung sorgen Sportabgasanlage, Grill und Lufteinlassgitter in Titangrau. Die Sportlichkeit betonen zudem die Bremsscheiben aus Kohlefaser-Keramik, die von in rot lackierten Bremssätteln umhüllt sind.

Foto: D. Stanka

Im Interieur schmeicheln sich schwarzes Alcantara und Leder blauen Kontrastnähten um die Insassen, die in straffen Schalensitzen Platz nehmen dürfen. Die beleuchtete Einstiegleiste weist mit seiner Signierung auf die exakte Nummerierung der auf 99 Exemplare limitierten Serie hin. In unserem Fall die 00/99.

Einmal losgedonnert, ist dieser 20 PS stärkere R8 LMX gegenüber seinem „schwächeren“ V10 plus nicht einmal ansatzweise zu unterscheiden. Die 0.1 Sekunden schneller von 0 auf 100 km/h (3,4 vs. 3,5) sind einfach nur marginal zu nennen. Da Winterreifen montiert waren, schließlich waren wir Anfang März noch auf schneebedeckten Fahrbahnen in den Alpen zum Skifahren unterwegs, konnten wir aufgrund der Limitierung auf 270 km/h auch nicht die von Audi angegebene Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h antesten.

Foto: D. Stanka

Das Laserlicht

Dafür war uns das Laserlicht ein treuer Begleiter auf den nächtlichen Ausritten in die südlichen Gefilde von München. Ist allein schon das im Teil 2 beschriebene LED Matrixlicht eine nahezu perfekte Lichtquelle, setzt der Laser noch mal eins drauf.

Aus 300 m Leuchtweite wird nach einem Augenzwinkern das Doppelte. 600 m reicht der Laserstrahl, der über einen Phosphorkonverter weißes Licht mit einer Temperatur von 5.500 Kelvin erzeugt. Aber erst ab einer Geschwindigkeit von 60 km/h und nicht bei heller Umgebung, wie beispielsweise auf beleuchteten Straßen.

Foto: D. Stanka

Auch der Gegenverkehr oder vorausfahrende Fahrzeuge werden nicht durch das grell leuchtende Licht gestört. Das Laserlicht wird sofort abgeschaltet, die Matrix-LED-Scheinwerfer leiten ihre Lichtstrahlen mittels der verbauten Kamerasensorik an den Fahrzeugen vorbei, die dabei aktiv ausgeblendet werden. Pro Modul sind vier Laserdioden im Einsatz. Sie erzeugen bei einem Durchmesser von nur 300 Mikrometern einen blauen Laserstrahl mit einer Wellenlänge von 450 Nanometern.

Das Erlebnis Laserlicht ist sensationell. Es nur zu beschreiben ist müßig. Man muss es tatsächlich gesehen haben, wie kurz nach dem Aufblenden der Matrix-LED-Scheinwerfer zwei Strahlen durch das eh schon taghelle Licht nach vorne sausen und die tiefste Nachtschwärze taghell aufleuchten lässt. Am besten erlebbar in Waldstücken mit langen Geraden oder auch bei Neumondnächten in ebener Landschaft.

Foto: D. Stanka

Fazit

Es war ein Ausblick auf den neuen Audi R8, zumindest was die Licht-Technik betraf. Die erste Generation des Supersportlers mit den vier Ringen werden wir schon ein bisschen vermissen. Schließlich haben wir nahezu alle Derivate, vom V8 handgeschaltet über den Spyder bis hin zum Rennwagen LMS gefahren. Aber wie heißt es so schön, das Bessere ist des Guten Feind. Und so warten wir mit gewisser Sehnsucht auf die zweite Generation des Audi R8. Für den dann das Laserlicht als Option angeboten wird.

Technische Daten: Audi R8 LMX

Motor: V10-Zylinder-Benziner Getriebe: 7-Gang S tronic Hubraum: 5.204 ccm Leistung in kW/PS bei xy U/min: 419 kW (570 PS)/8.000 Max. Drehmoment: 540 Nm bei 6.500 Umdrehungen pro Minute Länge/Breite/Höhe: 4.440/1.904/1.244 in mm Radstand: 2.650 in mm Leergewicht: 1.670 kg Zul. Gesamtgewicht: 1.895 kg Kofferrauminhalt: 90 l Bereifung: 235/35 R 19 vorne, 305/30 R 19 hinten Felgen: 8,5 x 19″ vorne, 11 x 19″ hinten Alu-Schmiederäder Beschleunigung: 3,4 Sekunden Höchstgeschwindigkeit: 320 km/h Tankinhalt: 90 l Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,9 Liter auf 100 km Preis: 210.000 Euro inkl. MwSt.

Dietmar Stanka Aribonenstraße 1 b D-81669 München